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Hedwig Witzleben ist Bürgermeisterkandidatin

Waging am See. Erstmals kandidiert in Waging eine Frau für das Bürgermeisteramt: Hedwig Witzleben, seit Januar nachgerücktes Mitglied im Gemeinderat, wurde auf einer Versammlung im Gasthaus Unterwirt einstimmig zur Bürgermeisterkandidatin von Bürgerliste Waging-Bündnis 90/Die Grünen gewählt.

Hans Kern gratulierte Hedwig Witzleben zur einstimmigen Wahl als Bürgermeisterkandidatin der Waginger Grünen. (Foto: H. Eder)

Hedwig Witzleben erklärte, sie habe in den zehn Monaten, seit sie Gemeinderätin ist, viel Zuspruch bekommen. Das habe ihr ausreichend Mut gemacht, um »ja zu sagen zur Anfrage von Hans Kern für eine Bürgermeister-Kandidatur«. Sicherlich sei sie »keine alte Häsin, aber offen für Neues und bereit, dazu zu lernen«. Denn Lernen begleite die Computer-Trainerin schon ein Leben lang im Beruf.

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Ein wichtiges Thema ist für sie die Energiepolitik: »Hier dürfen wir nicht stehen bleiben. Wir haben schon so viel auf Weg gebracht.« Neue Speichertechniken müssten so genutzt werden, dass die Energie auch vor Ort verkauft werden könne, nicht erst bei den großen Konzernen eingespeist werden müsse. Auch die Bewerbung um eine Ökomodellregion hält Hedwig Witzleben für einen guten Schritt, die Regionalität zu stärken, in der Umgebung zu produzieren und die Produkte hier auch zu vertreiben. Allerdings hätte sie sich vor der Entscheidung über die Modellregion mehr Information gewünscht, kritisierte sie das Verfahren im Gemeinderat.

Auch der See müsse weiter geschützt werden, so Hedwig Witzleben, und in der Gemeindepolitik möchte sie noch mehr Transparenz und Offenheit haben und die Bürger bei neuen Vorhaben noch mehr mitnehmen.

Hans Kern begründete, warum er selber nicht mehr als Bürgermeister kandidieren wollte. Das seien zunehmend berufliche Gründe, er sei in seinem Beruf ziemlich eingespannt und gefordert, »es ist nicht mehr möglich, auf so vielen Hochzeiten zu tanzen«. Außerdem sei er der Meinung gewesen, dass ein gewisser Neubeginn nicht schaden würde. Von daher sehe er es als Glücksfall, dass Hedwig Witzleben in den Gemeinderat nachgerückt ist. Von Beginn an habe sie sich, auch als Kulturreferentin, sehr engagiert, sie habe neue Ideen eingebracht und ein klares Urteilsvermögen bewiesen. Hedwig Witzleben sei die ideale Kandidatin: »Es freut mich wahnsinnig, dass sie das macht.«

Kreisrätin Inge Kämpfl äußerte ebenfalls ihre Freude über die Kandidatin Hedwig Witzleben. Dadurch könne die lange, gute Arbeit im Gemeinderat besser an die Öffentlichkeit gebracht und so mehr Stimmen bei der Wahl erzielt werden. Außerdem sei es »ganz toll, wenn endlich mal eine Frau kandidiert«.

Als Wahlleiter fungierte Hannes Obermayer, der der Kandidatin ebenfalls das Kompliment machte, dass mit ihr frischer Wind in den Gemeinderat gekommen sei. Nach der schriftlich durchgeführten Wahl konnte er das »Traumergebnis« verkünden: Alle Stimmen der 17 wahlberechtigten Anwesenden fielen auf Hedwig Witzleben.

Nach der Wahl ging es um das Thema Kandidaten für die Gemeinderatsliste der Grünen. Inge Kämpfl und Hans Kern appellierten, möglichst viele Waginger darauf anzusprechen, ob sie nicht Lust hätten, auf der Liste zu kandidieren; Mitgliedschaft bei den Grünen sei dafür nicht zwingend erforderlich. Die Aufstellungsversammlung für die Gemeinderatsliste wurde für den 26. November terminiert. Als weiteren Termin kündigte Inge Kämpfl einen Auftritt der »Wellbappn« an, der musikalischen Kabarettgruppe mit Hans Well und seinen Kindern: am Samstag, 1. Februar, beim Oberwirt in Otting. he