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Gefahr für Fußgänger durch Engpässe – Holzmauer an Frühlingsstraße erlaubt

Hecken machen Ärger

Teisendorf – Ein Schreiben aus dem Rathaus an diverse Grundstückseigentümer mit zu sehr wuchernden Hecken führte kürzlich zu einer Grundsatzdebatte im Bau- und Umweltausschuss.

Auf diesem Grundstück und auch an einigen weiteren im Bereich von Oberteisendorf sollen künftig auch geschlossene hölzerne Einfriedungen erlaubt sein – auch als Schutz vor Lärm, Staub und Abgasen. (Foto: Mergenthal)

Ein Anlieger der Frühlingsstraße hatte auf den Brief hin beantragt, an der Grundstücksgrenze eine 1,80 bis zwei Meter hohe Einfriedung aus Holz zu errichten. Die Gemeinde hatte den Eigentümer aufgefordert, die Hecke so weit zurückzuschneiden, dass sie nicht mehr in den öffentlichen Gehweg ragt. Der Ausschuss kam zur Entscheidung, dass in einem bestimmten Areal auch solche Einfriedungen erlaubt sein sollen, und beschloss einstimmig, den Bebauungsplan »Oberteisendorf Süd-Ost I« hinsichtlich der Bestimmungen für Einfriedungen zu ändern.

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Die Holzwand soll laut Schreiben der Antragsteller auch vor den Abgasen, Straßenlärm und Staub schützen. Die Einfriedung hätte entlang der Frühlingsstraße eine Länge von etwa 23 Metern. An der Innenseite soll weiterhin die Hecke bestehen bleiben.

Die bisherige Festsetzung im Bebauungsplan »Oberteisendorf Süd-Ost I« sieht folgende Regelung vor: »Straßeneinfriedungen sind als durchlaufende Holzzäune mit senkrechten Latten auszuführen. ( … ) Die Höhe der Einfriedungen darf 1,10 Meter nicht überschreiten. (…) Gegen die Bundesstraße 304, gegen die Staatsstraße 2102 und gegen den Wirtschaftsweg sind die Einfriedungen öffnungslos auszuführen.« Aus dem letzten Satz lässt sich laut Bauamtsleiter Peter Steinmaßl ableiten, dass die Zäune ansonsten nicht geschlossen sein dürfen. Die beantragte Einfriedung widerspreche damit und auch mit der Höhe über 1,10 Meter den Festsetzungen.

Für die Errichtung wäre eine sogenannte »isolierte Abweichung« vom Bebauungsplan erforderlich. Das Problem ist aus Sicht des Bauamtes, dass ein Bezugsfall entsteht, das heißt weitere derartige Anträge unter Umständen nicht mehr abgelehnt werden könnten.

Als Alternative zu einer isolierten Abweichung sprachen sich mehrere Ausschussmitglieder für eine grundsätzliche Neuregelung in diesem Bereich aus. Sie zeigten Verständnis für das Anliegen, einen hölzernen Schall-, Lärm- und Abgasschutz zu errichten. Auch optisch hatten sie keine Probleme damit. Noch festgelegt werden soll, für welche Bauflächen die Änderungen gelten und welche Höhe maximal zugelassen wird.

Das Thema der zu hohen und zu breiten Hecken hatte auch ein Nachspiel im Gemeinderat. Hans Rauscher (SDP) erkundigte sich nach den Fortschritten bezüglich der bekannten Problematik mit dem Heckenschnitt in Oberteisendorf. Bauamtsleiter Steinmaßl antwortet, dass dem betroffenen Grundeigentümer bereits Fristen gesetzt und auch mitgeteilt worden seien. Diese Fristen seien auf Antrag verlängert worden.

Rauscher meinte, hier müsse härter durchgegriffen werden, da die Grundeigentümer sonst mit der Gemeinde sozusagen »Katz und Maus« spielen würden. Stefan Ufertinger (CSU) hakte ebenfalls nach: Der Heckenrückschnitt sei unverzichtbar. Es entstünden sonst extreme Gefahrensituationen, da Fußgänger den Fußgängerweg nicht mehr benutzen könnten und somit auf die Straße ausweichen müssten. Gefährdet seien insbesondere Senioren und Eltern mit Kinderwagen. vm