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Haus- und Wohnungseinbrüche als Sorgenkind

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Deutlich angestiegen ist zuletzt die Zahl der Einbrüche in Häuser und Wohnungen im Landkreis Traunstein – von 58 im Jahr 2014 auf 95 im Jahr 2015.

Traunstein – Sicher, sicherer, Landkreis Traunstein: Dieses kurze Wortspiel bringt es auf den Punkt, wie es um die Sicherheitslage im Landkreis bestellt ist. Darüber informierten gestern Polizeipräsident Robert Kopp, zuständig für die neun Landkreise im Bereich Oberbayern Süd, und Landrat Siegfried Walch bei einer Pressekonferenz im Landratsamt.


Lässt man die illegalen Grenzübertritte der aufgegriffenen Asylbewerber außen vor, ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr deutlich um 6,5 Prozent auf 6326 gesunken. Damit gilt der Landkreis weiterhin als einer der sichersten in Bayern. Eines der Sorgenkinder ist lediglich die Anzahl der Haus- und Wohnungseinbrüche, die deutlich von 58 (2014) auf 95 (2015) gestiegen ist.

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»Das ist deutlich zu hoch und hier wollen wir auch einen Schwerpunkt setzen«, erklärt Kopp. Unter anderem wird großer Wert auf Prävention gelegt. Bei der Kriminalpolizei in Traunstein gibt es etwa einen eigenen Fachberater, der über die Schwachstellen im eigenen Heim informiert. Da es sich meist um Diebesbanden handelt, können nur wenige Einbrüche am Ende aufgeklärt werden: Bei mageren 14 Prozent liegt die Quote im Bereich des Polizeipräsidiums.

Gewaltdelikte: Über 80 Prozent aufgeklärt

Um ein Vielfaches höher ist die Quote hingegen bei Gewaltdelikten, wie schwerer Körperverletzung, Vergewaltigungen und Raub. Von den 196 Straftaten im Landkreis Traunstein konnten im vergangenen Jahr über 80 Prozent aufgeklärt werden. »Das wirkt schon abschreckend«, so Kopp, der sich auch freut, dass die Zahl der Straftaten in diesem Bereich deutlich zurückgegangen ist. Ähnlich ist der Trend im Bereich der Straßenkriminalität mit Sachbeschädigungen, Überfällen und Diebstählen. Hier wurde mit 925 Taten der niedrigste Wert seit zehn Jahren erreicht.

Erstmals leicht über die 5000er-Marke gestiegen, ist hingegen die Zahl der Unfälle im Landkreis. »Man merkt, die Menschen werden mobiler und es werden auch mehr Autos zugelassen«, erklärt sich Kopp diesen Anstieg. Positiv könne aber gesehen werden, dass sowohl die Zahl der Alkoholunfälle als auch deren mit überhöhter Geschwindigkeit gesunken sind. Und: Während vor zehn Jahren noch 28 Menschen bei Unfällen getötet wurden, waren es 2015 »nur« 15 im Landkreis Traunstein. Für Landrat Siegfried Walch ein deutliches Signal, dass die Präventionsarbeit im Landkreis Traunstein, vor allem bei den jüngeren Fahrern, deutlich Wirkung zeige.

Nicht beschönigen wollten Walch und Kopp gestern die veränderte Situation durch den Ansturm von Asylbewerbern im vergangenen Jahr. Allein durch den illegalen Grenzübertritt tauchen die Zuwanderer bereits verstärkt in der Statistik auf. Aber auch in den Flüchtlingsunterkünften im Landkreis kam es 2015 zu 158 Polizeieinsätzen, wobei diese von banalen Streitereien ums Essen bis zur schweren Körperverletzung reichten.

Nur wenige Zuwanderer in Straftaten verstrickt

Auch außerhalb der Unterkünfte sind Zuwanderer in Straftaten verstrickt, aber bei weitem nicht in dem Ausmaß, wie viele vermuten. Lediglich knapp fünf Prozent der Tatverdächtigen im Landkreis Traunstein seien zuletzt Flüchtlinge gewesen, so Kopp.

Um den verunsicherten Bürgern ein besseres Sicherheitsgefühl zu geben, werden die Polizisten heuer unter anderem versuchen, noch vermehrt zu Fuß präsent zu sein. »Wir wollen sichtbarer werden«, so der Polizeipräsident. Darüber freut sich auch Landrat Walch: »Wir sind eine sichere Region und wollen das auch bleiben.« apo