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Hauptausschuss diskutierte über Verkehrsberuhigung

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Diese sogenannten Baken oder Verschwenkungsinseln an den Ortseinfahrten in Haßmoning sollen bis zum Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Hörpolding und Pattenham bestehen bleiben. In die Ausbauplanung sollen aber bauliche Maßnahmen berücksichtigt werden, um den Durchfahrtsverkehr automatisch abzubremsen. (Foto: Rasch)

Traunreut – Nach dem mehrheitlichen Willen des Hauptausschusses sollen die sogenannten Verschwenkungsinseln an den Ortseingängen in Haßmoning bis zum Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Hörpolding bis zur Gemeindegrenze Seeon-Seebruck bestehen bleiben. Im Zuge der Straßenausbauplanung soll jedoch auf Grundlage eines Vorschlags von Gerhard Maier aus Haßmoning eine Ersatzmaßnahme zur Verkehrsberuhigung berücksichtigt werden.


Maier schlägt als geeignete Nachfolgemaßnahme vor, zumindest am östlichen Ortseingang aus Richtung Hörpolding eine rechts-links-rechts Kurve in voller Fahrbahnbreite einzubauen, zumal dies auf städtischem Grund möglich wäre. Diese bauliche Maßnahme hätte den Vorteil, dass die Verkehrsteilnehmer auf ihrer Spur blieben und der Gegenverkehr nicht vor der Kurve warten, sondern nur die Geschwindigkeit anpassen müsste. Auch die Radfahrer hätten seiner Meinung nach mehr Platz, als bei der jetzigen Verschwenkung. Maiers Vorschlag und die Möglichkeit, ob diese Baumaßnahme auch am westlichen Ortseingang realisiert werden könnte, soll bei der Straßenplanung berücksichtigt werden.

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Gemeindestraße soll bis 2020 ausgebaut werden

Wie berichtet, soll die Gemeindeverbindungsstraße bis 2020 ausgebaut werden. Der Ausbau der Straße war auch der Stein des Anstoßes, den Versuch mit den Verschwenkungsinseln, die seit rund fünf Jahren an den Ortseingängen installiert sind, zu beenden. Wie Bürgermeister Klaus Ritter in der Sitzung des Hauptausschusses mitteilte, sei die Planung für die Sanierung beziehungsweise den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße mit den Grundstückseigentümern besprochen worden. Dabei sei mehrfach der Wunsch geäußert worden, die Verschwenkungsinseln wieder zu entfernen. Daraufhin hatte die Stadtverwaltung dem Hauptausschuss vorgeschlagen, den Versuch mit den Verschwenkungsinseln zu beenden und die Erfahrungen mit dem Versuch und die Auswirkungen nach deren Abbau in die bevorstehende Straßenplanung mit einzubeziehen.

Der Wunsch, die Inseln ersatzlos abzubauen, ist aber offenbar nicht im Sinne aller Haßmoninger. Steffi und Thomas Birnbacher äußerten in einem Schreiben, dass sich die Verkehrshilfen durchaus gut bewährt hätten. Seit der Installation der sogenannten Warnbaken sei der gedankenlosen Durchfahrt mit nicht angepasster Fahrgeschwindigkeit positiv entgegengewirkt worden und ein aktives Umdenken von vielen Verkehrsteilnehmern festgestellt worden. Das vorausschauende und rücksichtnehmende Einfädeln in die gefährliche Dorfstrecke sei merklich wahrgenommen worden. Mit Ausnahme von uneinsichtigen Rasern reduziere der Großteil des Durchgangsverkehrs seine Geschwindigkeit auf ein angepasstes Maß und achte auf gefährliche Einmündungen. Zielführend könnte auch eine zusätzliche Ergänzung durch fest installierte Geschwindigkeitsmessanlagen sein.

Provisorischen Inseln »ausgesprochen hässlich«

Dafür spricht sich auch Reinhard Piehler als betroffener Anlieger aus. Diese Messanlagen hätten sich nicht nur an anderen Stellen bewährt, sie würden auch weit weniger das Ortsbild negativ beeinträchtigen. Die provisorischen Inseln, die zwar funktionieren, seien ausgesprochen hässlich. Deshalb schlägt er vor, die Inseln zu entfernen, aber dafür stationäre Geschwindigkeitsanzeigetafeln aufzustellen. Die Inseln ersatzlos zu streichen, hält er insbesondere im Hinblick auf die Schulbushaltestelle an der Straße als gefährlich.

Auch die Mehrheit der Hauptausschussmitglieder vertrat die Meinung, die Inseln bis auf Weiteres stehen zu lassen. »Ich sehe keinen großen Grund, die Inseln abzubauen«, sagte Reinhold Schroll (CSU). Man sollte die Inseln bis zum Ausbau der Straße stehen lassen und den Vorschlag von Gerhard Maier als mögliche Variante in die Planung mit einzubeziehen. Auch Gretl Gineiger (Grüne), Johannes Danner (Bürgerliste) und Christian Stoib (SPD) schlossen sich den Aussagen von Schroll an. »Warum sollen wir uns groß Gedanken machen und wieder was anderes ausprobieren, wenn es passt?«, fragte Gineiger.

Verwaltung soll befragt werden

Johannes Danner wies darauf hin, dass keine vergleichbaren Messgrößen zwischen den Inseln und einer Geschwindigkeitsanzeige vorlägen. Die Inseln hätten sich bewährt und sollten auch stehen bleiben. Auch Stoib schlug vor: »Wir sollten die Baken lassen und die Vorschläge von Gerhard Maier mit einbauen.« Sein Fraktionskollege Günther Dzial hingegen forderte, dazu die Meinung der Fachleute in der Verwaltung einzuholen.

Der Vorschlag von Dr. Michael Elsen (CSU) bis zum Ausbau der Straße beide Varianten – Baken und Geschwindigkeitsanzeigen – an den Ortseingängen zu testen, wäre auch im Sinne von Ritter und Matthias Bauregger (FW) gewesen. »Testen wäre gut, dann hätten wir einen Vergleich«, meinte Bauregger.« Eine S-Kurve einzubauen, halte ich für eine Verschwendung.« Für einen Abbau der Inseln sprach sich Ernst Biermaier (FW) aus. »Wir sollten die Inseln abbauen und Smileys aufstellen.«

Zunächst wurde darüber abgestimmt, die Inseln abzubauen und dafür Geschwindigkeitsmessanlagen aufzustellen. Diesen Beschluss trugen lediglich Ritter und Biermaier mit. Der weitere Beschlussvorschlag, die Inseln bis auf Weiteres stehen zu lassen und die bauliche Variante von Gerhard Maier in der Planung zu berücksichtigen, wurde gegen die Stimmen von Elsen, Ritter, Biermaier und Bauregger mitgetragen. ga