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Haslacher zeigten reges Interesse am Stadtgeschehen

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Traunstein. An die Hundert Menschen kamen zur Bürgerversammlung in den Haslacher Pfarrsaal und beteiligten sich rege an der Diskussion nach dem einstündigen Vortrag von Oberbürgermeister Manfred Kösterke zum Stadtgeschehen. Ein zentrales Thema für die Haslacher Bürger war der zunehmende Verkehr auf den Ortsstraßen in Traunstein und in der ehemaligen Gemeinde Haslach.


Alle wollen mit dem Auto fahren, aber keiner will, dass Autos an seinem Haus vorbeifahren – so könnte man verkürzt ausdrücken, was viele Menschen in Rage bringt: immer mehr Autos, die immer schneller und immer rücksichtsloser durch die Straßen gesteuert werden. Eine Stelle, die deshalb zu einem Gefahrenpunkt wird, hat Claudia Lorenz ausgemacht: den Fußgängerüberweg an der Haslacher Straße. Sie regte an, hier über Verbesserungen der Verkehrssicherheit, zum Beispiel über Tempo 30, nachzudenken. Verschärft werde ihrer Ansicht nach die Situation durch die beiden Parkplätze, die im Bereich des Zebrastreifens angelegt wurden. Diese, so der Oberbürgermeister, habe man geschaffen, um eine gewisse Bremswirkung für die Autofahrer zu erzielen.

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Tinnertinger Straße: Klage über viel Schwerverkehr

Über mehr Verkehr, vor allem Schwerverkehr, auf der Tinnertinger Straße klagte Alois Rutzner. Man sollte sie verbreitern; der Grund dafür stünde zur Verfügung. Dem widersprach der Oberbürgermeister: Nicht alle Eigentümer würden zu gleichen Bedingungen Grund abtreten, weshalb eine Verbreiterung nicht möglich sei. Stadtrat und -verwaltung hätten großes Interesse an einer Verbesserung. Zumindest aber versprach er, dass die Straße im kommenden Jahr saniert wird. Das Geld dafür ist im Haushalt vorgesehen.

Über weniger Verkehr als üblich dürfen die Anwohner derzeit im Bereich Hochfelln- und Zwieselstraße freuen. Das liegt an der Großbaustelle für das neue Wohngebiet, wie Ulrich Miller feststellte. Dazu sagte später Georg Jobst in einem nicht ganz ernst gemeinten Beitrag, in Einham habe man viel mehr Verkehr. »Da müsste man jedes Jahr eine Baustelle beantragen, damit weniger Autos fahren.«

Ulrich Miller regte auch an, die Öffnungszeit für das Schwimmbad zu verlängern – zumindest bis zum Ende der großen Ferien und bei gutem Wetter bis zum Wochenende darauf. Kösterke machte Hoffnung, dass nicht nur das verwirklicht wird, sondern auch die täglichen Öffnungszeiten ausgeweitet werden.

Schriftlich hatte Wolfgang Wörner angefragt, wie der Stand der Dinge hinsichtlich der Tiefenbohrung für die Geothermie sei, und ob man eine großräumige Fernwärmeversorgung in Traunstein plane. Kösterke erklärte, es gebe aktuell keine grundsätzlichen Überlegungen, vom Standort im Gewerbegebiet Weiderting auf Nußdorfer Gemeindegebiet als Bohrplatz abzuweichen. Bezüglich der Fernwärmeversorgung erinnerte er daran, dass diese »bei uns auf Gasbasis aufgebaut wurde.« Dennoch habe man bereits bei der Firma, welche die Geothermie plant, wegen der Abnahme von Strom und Heißwasser nachgefragt.

Nicht gern gesehen: Obstbäume auf Schlittenberg

Johann Kölbl beklagte, dass am Guntramshügel Obstbäume gepflanzt wurden, wo bisher die Kinder im Winter mit ihren Schlitten hinuntergerutscht sind. Manfred Kösterke erklärte, dass dieser Bereich im Bebauungsplan als Streuobstwiese und nicht als Fläche für den Wintersport ausgewiesen sei.

Andreas Hobmaier erinnerte den OB daran, dass der Rokokosaal eines seiner Wahlkampfthemen gewesen sei. Er wollte wissen, wie der Stand der Dinge ist. Man habe die Angelegenheit genau geprüft, versicherte Kösterke. Brandschutztechnisch sei die Liegenschaft »höchst problematisch« und angesichts der veranschlagten Kosten von rund 3,5 Millionen Euro für einen Saal mit 200 Plätzen sei klar geworden, dass die Realisierung nicht zu verwirklichen sei.

»Der Stadtplatz ist ein leidiges Thema. Wir sind nicht glücklich mit der Situation« – mit diesen Worten gab das Stadtoberhaupt Hobmaier recht, der den unebenen Straßenbelag kritisierte. Kösterke:« Die Platten werden von den Autos locker gerüttelt; der Bauhof richtet das ständig wieder her.« Dabei ist der Belag auf dem Stadtplatz erst 13 Jahre alt. »Wir müssen uns mit der laufenden Sanierung begnügen«, stellte der Oberbürgermeister fest.

Weitere Diskussionsthemen waren der Wendehammer am Ende der Sonntagshornstraße, der als Parkplatz »missbraucht« wird, leerstehende Geschäftsräume in der Stadt, der von der Stadt beseitigte Bolzplatz in Seiboldsdorf und die Klosterkirche. Auf das eine oder andere Thema werden wir noch näher eingehen. -K.O.-