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Hasenpest im Landkreis Traunstein festgestellt – Warnung nach Fund von infiziertem Tier

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Foto: dpa/Symbolbild

Landkreis – Die für Mensch und Tier gefährliche Infektionskrankheit Tularämie – auch bekannt als „Hasenpest“ – wurde bei einem toten Feldhasen im Landkreis Traunstein entdeckt. Das Landratsamt warnt vor der für Menschen lebensbedrohlichen Krankheit, die von Tier auf Mensch übertragbar ist und einer rechtzeitigen Behandlung bedarf.

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Wie die Behörde am Freitag mitteilt, wurde die meldepflichtige, bakterielle Infektionskrankheit bei einem im Landkreis tot aufgefunden Feldhasen festgestellt. Seit 2018 gab es in Bayern bereits mehrere Fälle von Hasenpest. Im Herbst vergangenen Jahres erkrankten mehrere Jäger nach einer Hasentreibjagd an der Tularämie. Mehrere Personen aus dem Umfeld der Jäger waren ebenfalls betroffen.

Bei der Tularämie handelt es sich um eine auf den Menschen übertragbare Krankheit. Der Verlauf der Erkrankung ist für Menschen schwer und häufig sogar lebensbedrohlich. Ohne Behandlung liegt die Sterberate bei etwa 33 Prozent. Daher ist eine rechtzeitige Diagnosestellung essentiell.

Mögliche Übertragungswege auf den Menschen sind:

  • Kontakt der Haut oder Schleimhäute mit infektiösem Tiermaterial (z.B. bei der Verarbeitung infizierter Tiere) oder mit kontaminiertem Wasser; in der Folge auch durch Schmierinfektionen, z.B. Infektion der Augen durch Kontakt mit kontaminierten Händen.
  • Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch (z.B. Hasen) oder anderen kontaminierten Lebensmitteln (z.B. durch Mäusekot kontaminiertes Getreide).
  • Aufnahme von kontaminiertem Wasser.
  • Inhalation von kontaminiertem Staub oder Aerosolen (z.B. beim industriellen Waschen und Zerkleinern von kontaminiertem Gemüse, Rasenmähen oder Heubearbeiten).
  • Stich oder Biss von infizierten blutsaugenden Arthropoden (z.B. von Bremsen, Mücken, Zecken).

Die infizierten Tiere sind matt, apathisch und haben Fieber. Auffallend ist der fehlende Fluchtreflex. Die meisten infizierten Tiere verenden nach vier bis 14 Tagen. Das Veterinäramt empfiehlt, den direkten Kontakt mit infektionsverdächtigen Feldhasen zu vermeiden.

Fleisch sollte nur vollständig durchgegart verzehrt werden und der Kontakt mit rohen Innereien komplett vermieden werden. Die allgemeinen Hygieneregeln, wie Einmalhandschuhe, Reinigung und Desinfektion der Hände und Mundschutz sind einzuhalten. Dies minimiert das Risiko einer Infektion erheblich.

Bei Risikogruppen wie beispielsweise Jägern, Metzgern und Tierärzten sollte der behandelnde Arzt bei Auftreten von grippeähnlichen Symptomen auch auf den Kontakt zu Wildhasen und der im Landkreis Traunstein festgestellten Tularämie hingewiesen werden. Ohne Behandlung kann die Tularämie lebensbedrohlich verlaufen. Bei vielen Erkrankungsfällen gibt es keine unmittelbaren Anhaltspunkte auf die Infektionsquelle. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist nicht bekannt.