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Harsche Kritik am geplanten Gewerbegebiet

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Nußdorf. Unverständnis über die Bauleitplanung der Stadt Traunstein und die geplante Ausweisung von Gewerbeflächen im Süden von Haslach äußerte der Nußdorfer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Die Stellungnahme der Gemeinde zur eingeleiteten Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Traunstein fiel deshalb auch denkbar negativ aus. Das Nußdorfer Gemeindegremium votierte gegen die Planungsabsichten der »Großen Kreisstadt«.


»Landschaftlich ungünstige Stelle«

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Aus Sicht der Gemeinde Nußdorf erfolgt die Ausweisung von Gewerbegrund südlich des Kreisverkehrs am Haslacher Feld und westlich der sogenannten Hochstraße (Staatsstraße 2105) an einer landschaftlich ungünstigen Stelle und scheinbar ohne langfristiges Konzept. Der Gemeinderat hat aus städtebaulicher Sicht Bedenken, weil sich die geplanten Gewerbeflächen entlang der Staatsstraße wie ein langgezogener Dorn nach Süden ziehen und nicht versucht werde, eine kompakte Ausweisung im Anschluss an bestehende Gewerbeflächen oder beidseitig der Staatsstraße sowie der Straßentangente nach Axdorf zu erreichen.

Wegen des erwarteten hohen Verkehrsaufkommens wird die geplante Erschließung und Zufahrt über die Straße nach Wimpasing vom Gemeinderat kritisch gesehen. Auch der hohe Flächenverbrauch von rund 10 Hektar, auch wenn ein großer Teil aus Kiesabbauflächen besteht, findet beim Nußdorfer Ratsgremium kein Gefallen. Die Stadt Traunstein wird deshalb um eine maßvolle Ausweisung von Gewerbegrund gebeten.

»Das ist städtebaulich nicht schön«

Bürgermeister Hans Gnadl sagte, eine Ausweisung von Gewerbeflächen sollte als kompakte Abrundung erfolgen und nicht, wie geplant, als »rücksichtsloses spornartiges Hin-ausziehen« in Richtung Süden. »Das ist städtebaulich nicht schön«, so Gnadl. Auch für Hans Stöger ist es »total unmöglich«, wie die Stadt Traunstein plant, und für Franz Purzeller sind die Pläne eine scheinbar willkürliche Erweiterung, bei der kein Ende absehbar sei. Anton Wimmer meinte, dass die vorgelegten Planungen der Kreisstadt einmal mehr ein Beispiel für die Konzeptlosigkeit bei der Ausweisung von Gewerbegrund sei. Gerhard Lackner zeigte dahingehend Verständnis für die Planung, »weil die Stadt im Süden kein Problem mit Waldflächen hat und keine Bürgerinitiative wie »Rettet den Haidforst« zu erwarten ist. Lackner meinte, die Stadt Traunstein habe Angst, dass Gewerbebetriebe in Nachbargemeinden abwandern. Deshalb würden Gewerbeflächen als Flickwerk an allen Ecken und Enden ausgewiesen.

Der negativen Stellungnahme und den Anmerkungen zur Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Traunstein stimmten alle 13 Gemeinderäte zu, wohlwissend, dass dies vermutlich keinerlei Auswirkungen auf eine unveränderte Fortführung der Gewerbegrundausweisung haben wird. pv.