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Hans Lauber ist der 14. Max-Fürst-Preisträger

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Der Vorsitzende des Historischen Vereins, Hans Helmberger (links), und der Prokurist der Adel- holzener Alpenquellen, Jens Gronemann (rechts), übergaben Hans Lauber den Max-Fürst-Preis sowie eine Miniaturbüste des Namensgebers.
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Den Hauptpreis des Max-Fürst-Jugendpreises erhielt das P-Seminar Geschichte des Chiemgau-Gymnasiums Traunstein. Unser Foto zeigt die Schüler mit Landrat Siegfried Walch (rechts) und Beirat Dr. Alfred Kotter (links). (Fotos: Buthke)

Traunstein – Mit dem Max-Fürst-Preis hat der Historische Verein für den Chiemgau zu Traunstein den Traunreuter Hans Lauber ausgezeichnet. Damit würdigte der Verein in erster Linie Laubers Verdienste um den Erhalt von Schloss Pertenstein. Seit 2002 wird der Preis, benannt nach einem früheren Traunsteiner Kunstmaler und Heimatforscher, mit finanzieller Unterstützung der Adelholzener Alpenquellen an Personen vergeben, die sich um die Erforschung der Kultur und Geschichte des Chiemgaus oder um die Heimatpflege in besonderer Weise verdient gemacht haben.


Ein Hauptpreis und vier Anerkennungspreise wurden bei der Feierstunde im Rathaus zudem beim Max-Fürst-Jugendpreis des Landrats vergeben. Die musikalische Umrahmung übernahmen die Pertensteiner Sängerinnen Katharina, Magdalena und Veronika Lauber sowie Tissi Georg.

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Die Verleihung des Preises sei der Höhepunkt im Vereinsleben, sagte der Vorsitzende des Historischen Vereins, Hans Helmberger. Lauber habe ein altes Gemäuer mit Leben erfüllt. Er habe das Schloss zu einem Schmuckstück im Chiemgau gemacht. Als Lauber das Schloss als Hofmarkverwalter haben wollte, habe er bei der Toerringschen Domänenverwaltung offene Türen eingerannt.

»Wenn Hans Lauber nicht gekommen wäre, wäre das Schicksal von Pertenstein ein trauriges geworden«, zitierte Helmberger Hans Veit Graf zu Toerring-Jettenbach. 1968 habe Lauber mit einigen Freunden die wichtigsten Ausbesserungsarbeiten vorgenommen. Zwei Jahre später sei es ihm gelungen, den »bedenklich schiefen Turm« wieder gerade zu richten. Im Laufe der Jahre wurden die Jahrhunderte lang unter Mauerwerk verborgenen Arkaden freigelegt und der Hof mit gepflastert. Nach vier Jahren waren die Außenarbeiten weitgehend abgeschlossen. »Und es ist Hans Lauber in der Tat auf Anhieb gelungen, dieses alte Schloss mit Leben zu füllen«, so Helmberger.

Lauber war auf vielen Ebenen segensreich tätig

Aber nicht nur die Rettung von Schloss Pertenstein steht für das Lebenswerk von Lauber. Helmberger nannte ferner die Gründung des Heimatbunds Pertenstein, der Chorfreunde Traunwalchen, der Harter Sänger und des Chieminger Männergesangsvereins, der Sing- und Musikschule Traunwalchen und der Musikmodellschule Traunwalchen, die Namensgebung als »Carl-Orff-Volksschule« sowie die Verleihung der Traunwalchener Ehrenbürgerwürde an den Komponisten, der Verein Orff 95, die Verleihung der Orff-Medaille, die Mysterienspiele, die Gründung des FC Traunreut, den Frauenbrunn Traunwalchen sowie seine eigene Ausbildung zum Musiklehrer und Komponisten.

In Odzaci in Serbien (Donauschwaben), das er 1945 als Zehnjähriger verlassen musste, hat er ein Bürgerhaus initiiert und Kirchen renoviert. Mit dem Emeritieren Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, der in der Nähe von Laubers Heimat geboren ist, hat er eine Stiftung gegründet, um den Menschen dort zu helfen. Wie sehr Lauber mit dem Balkan verbunden ist, zeigt die Tatsache, dass er seinen Geldpreis gleich an zwei Franziskanerpatres aus seiner früheren Heimat und aus Rumänien weitergab.

Jugendpreise für pfiffige Ideen junger Schüler

Die Würdigung der Träger des Max-Fürst-Jugendpreises übernahm Beirat Dr. Alfred Kotter. Den Hauptpreis erhielt das P-Seminar Geschichte des Chiemgau-Gymnasiums (CHG) Traunstein für ein professionelles Produkt, das es mit Hilfe eines iPad-Guides ermöglicht, einen multimedialen Zugang zur Landesausstellung »Napoleon und Bayern« zu erschließen.

Die Klasse 9d der Maria-Ward-Mädchenrealschule Traunstein bekam einen Anerkennungspreis. Sie hat sich mit der Geschichte und Geografie des Chiemgaus und Rupertiwinkels beschäftigt. Entstanden sind sieben Power-Point-Präsentationen, die sich unter anderem mit dem eiszeitlichen Werden der Landschaft, der Siedlungsgeschichte, Sehenswürdigkeiten und dem Tourismus auseinandersetzen.

Eine Geocaching-Tour haben Schüler des Gymnasiums Landschulheim Ising entworfen. Es ist eine moderne »Schnitzeljagd« mit der GPS-Funktion eines Smartphones. Die Tour führt im Rahmen einer antiken Kriminalgeschichte zu Stationen der römischen Geschichte Seebrucks.

Einen »Kasinator« haben Schüler des P-Seminars des Chiemgau-Gymnasiums produziert. Es handelt sich um einen historisch-kulinarischen Wanderführer, der den Käse (lateinisch: caseus) als Leitlinie hat. Der Untertitel lautet daher auch: »30 Almen zwischen Kampenwand und Königssee, auf denen Käse noch selbst gemacht wird«.

Einen Anerkennungspreis gewann schließlich Michael Mangelberger vom Rottmayr-Gymnasium Laufen, der sich in seiner W-Seminararbeit mit der »Zeit des Nationalsozialismus und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung in und um Kirchanschöring« auseinandergesetzt hat.

Von einem beeindruckenden Schaffen Laubers sprach Oberbürgermeister Christian Kegel. »Sie lieben Ihre Heimat, den Ort, an dem Sie leben, und gestalten aktiv mit.« Lauber habe sich für die Region und ihre Menschen unablässig eingesetzt. Sein Schaffen sei ebenso umfangreich wie vielfältig. Der Oberbürgermeister freute sich, dass mit dem Max-Fürst-Jugendpreis wieder die Beiträge von jungen Heimatforschern und Heimatpflegern ausgezeichnet werden. Sie alle hätten sich mit wirklich spannenden Aspekten der Heimatgeschichte und Kultur befasst.

Viel Gespür für die Auswahl der Preisträger

Der Historische Verein habe wieder einmal bewiesen, dass er viel Gespür für die Auswahl der Preisträger habe, betonte Landrat Siegfried Walch. Der Max-Fürst-Preis sei ein wertvoller Preis und eine herausragende Auszeichnung. Lauber dürfe sich zu Recht in die Reihe der Preisträger einreihen. Als Landrat sei er auch stolz auf den Max-Fürst-Jugendpreis, denn für ihn sei die Jugendförderung ein großes Anliegen. Den eingereichten Arbeiten sprach Walch seinen großen Respekt aus. Deren Themenvielfalt sei groß und deren Niveau sehr hoch.

Hans Veit Graf zu Toerring-Jettenbach ging auf die Geschichte der Toerringschen Hofmarken ein. Die Hofmark Pertenstein habe man sich um 1300 »erheiratet«. Lauber habe das »Juwel« Pertenstein erhalten. Durch seine offene und ehrliche Art habe er sich Respekt und Hochachtung verdient.

In seiner Dankesrede meinte Lauber, er fühle sich als Spielführer, der als Erster die Trophäe in die Höhe halten dürfe. »Denn man braucht eine Mannschaft, damit man gewinnt«, sagte er den vielen Menschen Dank, die an seiner Seite waren und sind. Bjr