weather-image
28°

Hangsanierung am Irsinger Berg soll 2016 erfolgen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Sogar der letzte Bauernknecht soll in den 1930er Jahren beim Straßenbau am Irsinger Berg mitgeholfen haben. Nach über 70 Jahren steht nun eine größere Sanierung an, bei der auch der Hang gesichert werden muss. Im nächsten Jahr soll die rund 330 000 Euro teure Baumaßnahme umgesetzt werden. Unser Archivbild entstand während der Bauphase 1936/37.

Traunreut – Im Haushalt 2016 sollen 330 000 Euro für eine Hangsicherung des Irsinger Berges eingestellt werden. Darauf einigte sich der Traunreuter Hauptausschuss im Rahmen der Haushaltsberatungen. Die Maßnahme steht seit Längerem in der Diskussion und soll auch im nächsten Jahr umgesetzt werden. Die einstimmige Empfehlung des Hauptausschusses muss aber noch vom Stadtrat abgesegnet werden.


Zuletzt befasste sich das Gremium vor zwei Jahren mit der Sanierung des Irsinger Berges und der damit verbundenen Hangsicherung. Schon damals wurde darauf hingewiesen, dass sich die Fahrbahn durch Wasser und Frost in Richtung Hang verschoben habe und stark wellig sei. Für eine Sanierung sollten damals 150 000 Euro in den Haushalt eingestellt werden. Gleichzeitig wurde aber auch darauf hingewiesen, dass durch eine Hangsicherung laut einer laufenden Planung erhebliche Mehrkosten nicht auszuschließen seien. Nach einer aktuellen Schätzung bewegen sich die Kosten für eine Sanierung des Berges jetzt bei 330 000 Euro.

Anzeige

Die Bergstraße zwischen Irsing und Sankt Georgen wurde von den Einwohnern der früheren Gemeinde Stein an der Traun »in 2000 Tagschichten erbaut«, lautet eine Inschrift auf einem Gedenkstein, der auf halber Höhe des Irsinger Berges zur bleibenden Erinnerung an die Großtat der Gemeinde gesetzt wurde. Harte Fäuste seien notwendig gewesen, um das Bauwerk zu vollenden, heißt es in einem Steiner Burgbrief von 2013. Alle sollen mitgeholfen haben, sogar der letzte Bauernknecht. Im April 1937 wurde die neue Verbindungsstraße übergeben, die heute auch an die Ortsverbindungsstraße zwischen Hörpolding und Walding anschließt. Auch diese, dringend sanierungsbedürftige Gemeindeverbindungsstraße soll im nächsten Jahr ausgebaut werden. Die geschätzten Kosten in Höhe von über 1,3 Millionen Euro sollen laut einstimmigen Hauptausschussbeschluss ebenfalls im Haushalt 2016 eingestellt werden.

Geh- und Radweg nicht mit eingerechnet

Dr. Michael Elsen (CSU) warnte jedoch davor, beide Straßenbauprojekte gleichzeitig umzusetzen, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. Ob die Forderung von Ernst Ziegler (SPD), die Straße um mindestens einen Meter zu verbreitern, auch Früchte tragen wird, werden die laufenden Planungen zeigen. Vor einem Jahr hatte sich der Stadtrat darauf verständigt, zunächst die Straße zwischen Hörpolding und kurz vor dem Weiler Pattenham (Seeon-Seebruck) vermessen zu lassen, um die Grundstücksgrenzen zu ermitteln. Die Ergebnisse der Vermessung, die heuer durchgeführt wurde, werden nach Angaben von Kämmerer Erich Suttner in den nächsten Wochen erwartet. Laut einer vorläufigen Planung, die dem Stadtrat noch vorgestellt wird, werden sich die geschätzten Ausbaukosten bei über 1,3 Millionen Euro bewegen. In diesem Betrag sind aber keine Kosten für einen Geh- und Radweg enthalten. Nach Schätzungen der Kämmerei würde der Bau eines Geh- und Radweges fast nochmal den gleichen Betrag ausmachen.

Im Zuge der Debatte um den Ausbau der Straße fanden auch Gespräche statt, die Gemeindeverbindungsstraße zu einer Kreisstraße aufwerten zu lassen. Dieses Ansinnen lehnte der Landkreis Traunstein aber ab und so bleibt die Stadt Traunreut alleiniger Baulastträger bis zur Gemeindegrenze Seeon-Seebruck. Bislang wurde die Fahrbahn immer wieder notdürftig geflickt und das Bankett, das bei Starkregen schnell ausgeschwemmt werde, aufgekiest. Aus Sicht der Tiefbautechniker der Stadt müsste die Straße von derzeit 4,50 Meter auf mindestens fünf Meter verbreitert, komplett asphaltiert und das Bankett ausreichend befestigt werden. ga