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Handwerk und Gewerbe im Wandel der Zeit

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Das Interesse an der Ausstellung war bereits bei der Eröffnung groß. (Foto: T. Eder)

Grassau – Handwerk und Gewerbe im Wandel der Zeit – diesem Thema widmet sich eine eindrucksvolle Ausstellung im Grassauer Hefterstadel, die im Rahmen des Jubiläums »50 Jahre Markterhebung Grassau« stattfindet. Interessante Exponate krönen die gelungene Schau, die noch bis kommenden Sonntag zu sehen ist – von Montag bis Freitag jeweils zwischen 16 und 20 Uhr, am Samstag von 8.30 bis 12 sowie von 16 bis 18 Uhr sowie am Sonntag ab 10 Uhr.


Einen gelungeneren Auftakt zur Festveranstaltung zum 50. Markt-Jubiläum hätte er sich nicht wünschen können, betonte der Grassauer Bürgermeister Rudi Jantke bei der Ausstellungseröffnung. Im urigen Ambiente der ehemaligen Schuhfabrik unterhielt die »Junge Grassauer Tanzlmusi«. Jantke dankte den Organisatoren der Ausstellung, besonders Fritz Seibold, Erich Kamm, Olaf Gruß, Claus-Dieter Hotz und Hans Vordermeyer.

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Fritz Seibold, federführend verantwortlich für die Ausstellung, sagte, dass Handwerk, Gewerbe und Industrie entscheidend dazu beigetragen hätten, dass der Markt Grassau heute so gut da stehe. In der Ausstellung sind viele Berufsgruppen berücksichtigt: Schmied, Steinmetz, Schreiner, Horndechsel, Raumausstatter, Schneider und mehr. Im Innenbereich der Tenne stellt Alois Blüml einen Teil seiner Drehorgelsammlung aus und Olaf Gruß verweist auf die Achental-Keramik. Eine alte Spinnmaschine ist ebenso zu bestaunen wie einige Zunfttruhen. Elektronische Rundfunk- und Fernsehgeräte verweisen auf die Blütezeit der Körting-Radio werke. Erinnert wird auch an die Brauereien, die es einst in Grassau gab. Außerdem sind im Hefterstadel von jedem Berufsstand die traditionellen Maibaumfiguren, die sonst zum Georgi-Markt bereits den Maibaum zieren, aus der Nähe zu betrachten.

Nach der Eröffnung lud Pfarrer Andreas Horn noch zu einer Exkursion in die Pfarrkirche ein. Hier waren die auf 14 Stück ergänzten Zunftstangen im Mittelraum der Kirche für alle schön sichtbar aufgestellt. Pfarrer Horn informierte, dass 2009 damit begonnen worden ist, die 10 Zunftstangen zu restaurieren. In Archiven fanden sich weitere Fragmente von Zunftstangen und Figuren, sodass die Anzahl mit Hilfe von originalgetreuen Nachbildungen nunmehr auf 14 gestiegen sei. Erst während der Restaurierung sei aufgefallen, dass die Zunftstangen immer im Paar – als weibliche und männliche Ausführung – vorhanden waren. Die älteste Zunftstange sei die der Maurer; sie lässt sich auf das 17. Jahrhundert datieren. Die Zunftstangen werden an Ostern in den Mittelgang der Kirche gestellt und sind am Kirchenpatrozinium wie auch an Fronleichnam zu sehen. tb