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Halt finden – trotz der Diagnose Krebs

Traunstein. In München entdeckte Annemarie Emmer aus Siegsdorf vor einigen Jahren ein spezielles Geschäft für Krebspatienten. Seit diesem Zeitpunkt ließ sie die Idee nicht mehr los: »So etwas brauchen wir auch in Traunstein«, dachte sie sich. Nun setzt sie ihre Idee zusammen mit Conny Maier in die Tat um. Ab Mai wird es in Traunstein für die Krebspatienten der Region eine feste Anlaufstelle geben – und zwar am Stadtplatz  5. Dort hat »Die Wohlfühlwerkstatt« für onkologische Patienten ihre Räume. Die Eröffnungsfeier findet bereits am Samstag, 27. April, um 10 Uhr statt. An diesem Tag können sich Interessierte auch ein Bild von diesem Angebot machen.

Conny Maier (links) und Annemarie Emmer starten ab Mai mit ihrem Angebot »Die Wohlfühlwerkstatt«. In den Räumen am Stadtplatz 5 gibt's dann regelmäßig für onkologische Patienten ein breit gefächertes Angebot. (Foto: Brenninger)

»Jeder findet das eine geniale Idee«

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Seit gut einem Jahr laufen die konkreten Planungen für »Die Wohlfühlwerkstatt«. Die Siegsdorferin, die Krankenschwester im Brustzentrum Traunstein und Pflegeexpertin für Brusterkrankungen ist, fand in Conny Maier, die Arzthelferin in der onkologischen Praxis Kronawitter/Jung in Traunstein ist, schnell eine Mitstreiterin. Beide erarbeiteten ein umfangreiches Konzept – das auch die Ärzte in der Region voll überzeugte. »Viele haben uns ihre Unterstützung bereits zugesagt und sie stehen hinter uns«, freut sich Annemarie Emmer. »Jeder findet das eine geniale Idee.« Zumal »es nichts Vergleichbares in der Region gibt«, betont sie. Auch mit den Selbsthilfegruppen in der Region haben die beiden bereits Kontakt aufgenommen. »Wir kommen uns nicht in die Quere«, versichert Annemarie Emmer. Man wolle keine Konkurrenz sein, fügt sie hinzu.

Um ihre Einrichtung von Anfang an auf solide Beine zu stellen, gründeten die beiden auch einen Verein. Den Vorsitz hat Erich Högel inne, Stellvertreterin ist Annemarie Emmer und Kassierin Conny Maier.

Eines war für die beiden schnell klar. Sie brauchten einen Raum außerhalb einer Praxis oder des Krankenhauses. Denn die Erfahrung zeigt, »einen Raum in einer Praxis oder einer Klinik mögen die Patienten nicht«, sagt Annemarie Emmer, »sie möchten einfach Abstand vom Krankenhaus und von der Praxis.« Mit Hilfe von Hermann Angerer, der Kassenprüfer des Vereins ist, fanden sie am Stadtplatz eine geeignete Immobilie.

Zunächst sind ab Mai jeweils an zwei Dienstagnachmittagen von 14 bis 17 Uhr Treffen geplant. »Wir müssen jetzt erst einmal schauen, wie sich das entwickelt«, sagt Annemarie Emmer. Auch wenn sie jetzt schon weiß, dass »der Bedarf anscheinend da ist«. Denn in den vergangenen Wochen wurden die beiden immer wieder angesprochen, wann es denn endlich losgehe, fügt sie hinzu. »Unser großer Pluspunkt ist, dass uns die Patienten kennen«, ist sie überzeugt.

»Wir möchten ein tolles Programm anbieten«

Annemarie Emmer und Conny Maier möchten jedenfalls »ein tolles Programm anbieten«. Dabei soll es unter anderem Fachvorträge geben, die Patienten sollen aber auch ausreichend Gelegenheit haben »in ruhiger und entspannter Atmosphäre Gespräche untereinander zu führen«, betont Annemarie Emmer. Es soll für die Patienten auch verschiedene Workshops oder auch Beratungsgespräche geben – etwa in Form eines Kosmetikkurses. Diesen wird Conny Maier, die dafür extra eine Ausbildung zur Kosmetikerin und Make-up-Stylistin gemacht und seit 2011 an ihrer Arbeitsstelle schon Beratungen angeboten hat, halten. Aber »die Leute können einfach auch so zu uns kommen«, sagt Annemarie Emmer, die sich auf ihren ehrenamtlichen Einsatz schon sehr freut. »Man bekommt von den Leuten auch unheimlich viel zurück«, sagt Annemarie Emmer, »sie brauchen uns.« SB