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Hallenbad steht auf dem Prüfstand

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»Der Schwimmstadl« in Reit im Winkl kostet die Gemeinde jährlich über 200 000 Euro. Nun wird überlegt, ein neues Hallenbad zu bauen. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Was wird aus dem Reit im Winkler Hallenbad? Seit vielen Jahren diskutieren verschiedene Gremien in Verwaltung, der Tourist-Info und auch der Gemeinderat über die Zukunft dieser Freizeiteinrichtung. Sie ist für viele eine der Grundlagen der touristischen Infrastruktur im Ferienort, für kritische Beobachter stellt sie aber eine kaum haltbare, finanzielle Dauerbelastung für die Gemeinde dar.


Weit über 200 000 Euro muss die Kommune pro Jahr für den Unterhalt des defizitären Bades zuzahlen, im vergangenen Jahr schrieb die Einrichtung ein Minus von 281 000 Euro, das aus den Mitteln des Haushaltes auszugleichen war. Allein die Heizkosten betragen jährlich etwa 80 000 Euro. Auf Dauer will sich die Gemeinde diese Belastung offenbar nicht mehr leisten. Zudem kann man den sich verschlechternden Zustand des Gebäudes beobachten – besonders des Daches und der sanitären Einrichtungen.

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Der Gemeinderat beschloss jetzt, ein Gutachten in Auftrag zu geben. Mitte 2013 sollen mit der Veröffentlichung des Ergebnisses weitere Beratungen zu diesem Thema geführt werden. Als eine der Varianten wird dabei auch gehandelt, das stattliche Gebäude samt Grund zu veräußern und mit dem Erlös unweit des Freibades ein neues Hallenbad aufzubauen.

Als »Weltraumheizung« wird das Bad, das in Reit im Winkl »Schwimmstadl« genannt wird, despektierlich betitelt, was darauf hinweist, dass insbesondere der Isolierwert der großen Fensterfront und des Daches eher als recht gering einzustufen ist. Genaueres dazu soll jetzt vom Architekturbüro Krautloher in einem energetischen Sanierungskonzept gründlich festgestellt werden. Der Gemeinderat entschied sich für diese Experten aus Vilshofen, weil sie zur Ausschreibung das günstigste Angebot abgegeben hatten, 10 000 Euro soll dieses Gutachten kosten. Geprüft wird darin aber auch, welche Maßnahmen notwendig sind, um das fast genau auf den Tag 39 Jahre alte Bad auf einen aktuellen, modernen Stand zu bringen und was dies kosten wird. Diese Schlusszahl soll Mitte nächsten Jahres den Kosten eines potenziellen Neubaus gegenübergestellt werden. Um eine solche Investition darzustellen, stehe im Raum, das jetzige Hallenbad mit dem umliegenden Areal zu veräußern und ein neues Hallenbad neben dem Freibad zu errichten, wobei durch den Betrieb von zwei nebeneinander liegenden Bädern Kosten beim gemeinsamen Unterhalt eingespart werden könnten, so die Überlegungen der Gemeinde.

Ausgegangen wird aber auch von Zuschussgeldern seitens des Freistaates Bayern, 30 bis 35 Prozent seien hier möglich. Ob dies alles so kommen wird, das sei freilich derzeit noch Spekulation und hänge wesentlich vom Ergebnis des Architekten-Gutachtens ab. Aber, so stellte Bürgermeister Josef Heigenhauser bei der Jahreshauptversammlung des Verkehrsvereins und bei der jüngsten Gemeinderatssitzung fest: »Wir müssen beim Hallenbad jetzt handeln. So oder so: Reit im Winkl wird auch weiterhin ein Hallenbad anbieten können.« ost

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