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Hallenbad in Inzell muss saniert werden

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Das Inzeller Hallenbad müsste dringend saniert werden. Vor allem das Dach und die große Fensterfront sind Energiefresser.

Inzell. Das Inzeller Hallenbad muss dringend saniert werden – auch im Hinblick darauf, Energie einzusparen. Der Gemeinderat beschäftigte sich schon in seiner Oktober-Sitzung mit diesem Thema. In der Zwischenzeit wurde seitens der Gemeindeverwaltung nun geklärt, welche Zuschussmöglichkeiten es gibt und welche Mittel im Haushalt noch vorhanden sind. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ging es nun um das weitere Vorgehen.


Bei einer Komplettuntersuchung gibt es eine überschlägige Investitionskostenschätzung für einen Eins-zu-eins-Austausch, eine Bestandsaufnahme der bestehenden Heizungs- und Lüftungstechnik und Bewertung der technischen Restlebensdauer der Komponenten sowie der energetischen Qualität der Gebäudehülle. Darüberhinaus erfolgt eine Berechnung möglicher Energiekosteneinsparungen durch Austausch der Fenster, Fassadenoptimierung und Dämmung und die Erstellung eines Konzepts zur effizienten Energieversorgung auf der Basis einer Lebenszyklusbetrachtung, die Aufschluss geben kann über den weiteren Betrieb des Bades.

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Hans Egger (Fraktion Bürger für Inzell) warf ein, dass bereits früher Studien in Auftrag gegeben wurden und diese in einigen Punkten sicher auch zu verwenden seien. »Das Flachdach ist nach wie vor das Gleiche und auch die große Fensterfront hat sich nicht geändert. Was wir von früher wissen, kann doch in das neue Gutachten mit einfließen und die Kosten werden somit erheblich gemindert«, so Egger.

Zudem gab er den Anstoß, alte Untersuchungen den Gemeinderäten zugänglich zu machen, sodass sich jeder selbst genauer informieren kann. Peter Spannring warb darum, sich mit der Vergabe des Auftrages Zeit zu lassen, um etwaige Zuschüsse zu prüfen. Bürgermeister Martin Hobmaier begrüßte dies. Abschließend wurde von den Gemeinderäten der Beschluss gefasst, ein neues Angebot auf Basis älterer Studien erstellen zu lassen.

Ein weiterer Punkt war die Vergabe von Energieberatungsscheinen für Bauwillige. Damit die globalen Klimaschutzziele erreicht werden können, ist eines der wichtigsten Handlungsfelder die Energieeinsparung. Deshalb ist gerade bei Neu- und Umbauten eine energiesparende Bauweise sehr wichtig. Ein kommunaler Beitrag könnte hierzu die Unterstützung bei der Energieberatung in der Planungsphase sein. Deshalb stellte die Gemeinde jedem Bauwilligen, der von der Gemeinde ein Grundstück erwirbt, mit der Verkaufsurkunde einen Beratungsgutschein über zum Beispiel 150 Euro in Aussicht, der bei einem zertifizierten Energieberater eingelöst werden kann.

Dies könnte auch auf alle Bauwilligen ausgedehnt werden, wenn diese rechtzeitig vor Einreichung des Bauantrages einen Antrag auf die Energieberatung stellen. Peter Spannring (Fraktion Bürger für Inzell) sprach sich für einen solchen Beitrag aus und nannte als positives Beispiel die Stadt Traunstein, die dies auch praktiziert.

Markus Maier (CSU) stimmte dem zu, stellte jedoch die angemessene Frage, ob es das wert sei. Siegi Walch (CSU) merkte an, dass es grundsätzlich nicht Aufgabe und Pflicht der Gemeinde sei, jedoch die Idee grundsätzlich gut sei, Energie einzusparen und bei Altbauten kann man zunächst die Bereitschaft wecken, zu investieren. Peter Fegg (CSU) bot an, eine Gesamtinformation anzubieten, die von der Gemeinde organisiert wird.

Bernhard Jung (CSU) sieht die 150 Euro als einen Tropfen auf den heißen Stein. »Bei einer Bausumme von 200 000 bis 300 000 Euro kommt es auf solch einen Betrag auch nicht mehr an, und wenn sich ein Bauherr einen ordentlichen Architekten aussucht, geht man sowieso von einer energiegerechten Bauweise aus«, betonte Jung. Georg Kamml sieht diesen Energiezuschuss falsch eingesetzt und würde den Betrag lieber für den Kindergarten oder soziale Zwecke verwenden. Es wurde nicht abgestimmt, ob ein Zuschuss gewährt werden soll. hw