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Hagelkörner türmten sich bis zu einem halben Meter

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Um die Ortsdurchfahrt von Obing wieder befahrbar zu machen, musste ein Lader eingesetzt werden. (Foto: Karpf)

Obing. Eine Gewitterfront mit Hagel, Starkregen, heftigen Böen und Sturm, die am Sonntagabend über den nördlichen Landkreis Traunstein hinweg zog, hat besonders in der Gemeinde Obing zu einem Großeinsatz der Feuerwehren geführt. Darüber hinaus hatten vor allem die Floriansjünger in den Gemeinden Pittenhart und Kienberg alle Hände voll zu tun. Zwischen 18 und 22 Uhr waren mehr als 30 Einsätze zu bewältigen. Über 100 Floriansjünger waren im Einsatz, um Keller auszupumpen, überflutete oder von ausgeschwemmtem Kies und Erdreich verschmutzte Straßen wieder befahrbar zu machen und Gebäude zu sichern, die vom Hagel schwer beschädigt wurden.


Kurz vor 18 Uhr zog die Gewitterfront mit Starkregen und Hagel von Südwesten über Obing und weiter in Richtung Kienberg. Der Hagel, dessen Körner bis zu fünf Zentimeter Durchmesser hatten, ließ Fenster bersten, zerstörte Gartenhäuschen, beschädigte zahlreiche Autos und türmte sich bis zu 50 Zentimeter hoch auf Straßen, Wegen und in Gärten.

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Die ersten Alarmierungen durch die Integrierte Leitstelle Traunstein erfolgten, weil der kräftige Hagelschauer an einigen Gebäuden in Frabertsham und Obing Dachfenster durchschlug. Die Feuerwehr rückte aus, um die Dächer mit Spanplatten abzudichten und zu sichern. Die Bundesstraße 304 in der Ortsdurchfahrt Obing war bis zu einem halben Meter hoch überschwemmt und von Hagelhaufen überzogen. Um die Straße wieder befahrbar zu machen, musste ein Lader eingesetzt werden. Für rund eine Stunde war die Ortsdurchfahrt komplett gesperrt. Die Feuerwehr leitete den Verkehr um. Erst nachdem die Gullys wieder frei waren und das Wasser abgeflossen war, konnte die Bundesstraße wieder freigegeben werden.

Besonders schwer getroffen hat es die Siedlung »Kohlstatt« am westlichen Ortsrand von Obing. Dort waren rund ein Dutzend Keller bis zu 75 Zentimeter hoch überschwemmt. Auch auf der Straße türmte sich der Hagel. Die Feuerwehr musste stellenweise Sandsackbarrieren errichten, um die Gebäude zu schützen. Um alle Hilfeansuchen schnell abarbeiten zu können, wurde die Feuerwehr Obing von den zusätzlich alarmierten Wehren aus Albertaich, Seeon und Emertsham unterstützt. Auch in Pittenhart waren Straßen zeitweise unpassierbar und zahlreiche Keller überschwemmt. Ebenso in Kienberg, wo die Floriansjünger hauptsächlich damit gefordert waren, Wasser aus den überschwemmten Betriebsräumen einer Schreinerei abzupumpen.

Unterstützt wurden sie dabei von den Feuerwehrkameraden aus Rabenden. Überflutet und durch ausgeschwemmtes Erdreich, Kies und Laub verschmutzt war die Staatsstraße 2091 zwischen Trostberg und Emertsham. Am Schwarzer Berg bei Diesenham und im weiteren Verlauf bis Emertsham war die Feuerwehr Oberfeldkirchen über zwei Stunden mit Reinigungsarbeiten beschäftigt. Erst nach 22 Uhr waren die Einsätze weitgehend beendet, alle Notrufe abgearbeitet und die Feuerwehren konnten wieder zu den Gerätehäusern zurückkehren. pv