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Haderthauer warb für ihre Familienpolitik

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Für eine lebensnähere Bildungsdiskussion sprach sich die Bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer bei ihrem Auftritt im Traunreuter Festzelt vor knapp 200 Besuchern aus. (Foto: Rasch)

Traunreut. Bei ihrem Auftritt im Traunreuter Festzelt vertrat die Bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) bei der Familienpolitik konsequent und pointiert ihre Position. Die 49-Jährige sprach sich bei der vom CSU-Kreisverband organisierten politischen Kundgebung unter anderem für eine lebensnähere Bildungsdiskussion aus: »Lasst die Kinder so verschieden sein, wie wir es auch sind«, sagte sie vor den lediglich knapp 200 Besuchern.


Sie sei nicht gegen Krippenplätze aber dagegen, dass sie den Eltern aufgezwungen werden, betonte Haderthauer. Ein Kind mit zwei Monaten in die Krippe oder mit drei Jahren in den Kindergarten zu geben, sollte Entscheidung der Eltern sein, die grundsätzlich nicht zu ersetzen seien. Gleichzeitig forderte sie, den Eltern mehr Vertrauen und Zutrauen einzuräumen. Haderthauer: »Eine Krippe kann wunderbar sein, aber Eltern sollen entscheiden, was für sie am besten ist.« Es sei aber auch in Ordnung und nicht das Schlechteste, wenn sich die Eltern selber um ihre Kinder kümmern. In diesem frühkindlichen Stadium gehe es um Urvertrauen und Zeit und weniger um Wissensvermittlung.

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Gleichzeitig räumte die Ministerin ein, dass Kommunen wie Traunreut in puncto Krippenplätze ihre Hausaufgaben gemacht hätten und sich weiterhin darum bemühen. Sie habe auch allgemein feststellen dürfen, dass in der Gegend mit unglaublich viel Herz soziale Probleme aufgefangen werden. Lobend erwähnte sie die jahrzehntelange Integrationsleistung der Stadt Traunreut. Auch die aktuellen Zahlen bei der Jugendarbeitslosigkeit mit einer eins vor dem Komma, würden bestätigen, dass sich die Stadt und der Landkreis engagiert und nachhaltig einsetzen.

Ernste Töne schlug die Ministerin beim Thema Rente an. Sie schickte voraus: »Unsere eigene Rente ist nicht gesichert.« Die Höhe der Rente werde davon abhängen, wie viele Beitrags-Zahler einzahlen, wenn unsere Generation in Rente gehe. Das bedeute, wer heute Kinder bekomme, zahle den Beitrag fürs Rentensystem. Die demografische Entwicklung zeige aber ein anderes Bild. Deshalb müsste in ihren Augen bei den Kindererziehungszeiten Verbesserungen vorgenommen werden und darüber nachgedacht werden, ob die Familien, die Kinder aufziehen auch weniger in die Rente einzahlen.

Überleitend zum Ehrenamt stellte Haderthauer heraus »Wo Familie noch was wert ist, wird auch das meiste Ehrenamt aktiv und vielfältig gelebt.« Der Staat könne diese Aufgabe nicht stemmen. Besonders in Bayern werde ehrenamtlich viel geleistet, was letztendlich auch Lebensqualität schaffe. Gut möglich, so die Ministerin abschließend, dass deshalb so viele Menschen in Bayern leben wollen.

Bayern sei das Bundesland mit der niedrigsten Arbeitslosenquote und den wenigsten Hartz-IV-Empfängern, räumte der CSU-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Klaus Steiner ein. Dass Bayern so gut dastehe, sei auch mit ein Verdienst seiner Fraktionskollegin Christine Haderthauer, so Steiner.

Vor ihrer Rede trug sich die Sozialministerin auch in das Goldene Buch der Stadt Traunreut ein. Bürgermeister Franz Parzinger nutzte als Hausherr die Gelegenheit, die Ministerin auf einige Probleme in Sachen Kinderkrippen aufmerksam zu machen. Für die Kommunen, die neue Krippen bauen, sei es eine große Herausforderung, die Neubauten bis zum geforderten Termin des Verwendungsnachweises der Zuschüsse bis Ende 2013 abzuwickeln. Ferner regte Parzinger an, vor dem Hintergrund des fehlenden Krippen-Fachpersonals, die Ausbildungszeit zu optimieren und zu verkürzen. Zur Unterhaltung der politischen Kundgebung, spielte die Blaskapelle Traunwalchen auf. ga