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Hackschnitzel-Heizwerk war das Thema

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Foto: pixabay.com

Waging am See – Wie erwartet Thema Nummer eins der Bürgerversammlung in Tettenhausen war der geplante Bau des Heizwerkkraftwerks. Das sorgte für lebhafte Diskussionen. Bürgermeister Herbert Häusl sagte, nur ein Gerichtsbeschluss könne das Projekt noch stoppen – was der Gegner, Michael Schittenhelm, mit den Worten »den wird es auch geben« kommentierte.


Noch fehlt aber die Genehmigung des Landratsamtes für den Neubau. »Sobald sie eingeht, kann es losgehen«, betonte Häusl, nachdem Dr. Hubert Lindenkamp zum Ausdruck gebracht hatte, dass er hoffe, »dass das Heizwerk bald kommt«. Es interessiere nämlich alle, »wann das Ding endlich steht«.

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»Vor dem Winter einweihen«

»Ich bin mir sicher, dass wir das neue Heizwerk schon vor dem kommenden Winter einweihen können«, sagte Häusl. Ob die ausführenden Firmen allerdings ihre Angebote bis zum Baubeginn halten könnten, sei ungewiss. Schon jetzt seien Kosten und Zinsen durch Verzögerungen entstanden.

Michael Schittenhelm hielt dagegen, dass er nicht für eventuelle Zinsen verantwortlich sei; und schon gar nicht dafür, dass die Bauern auf ihren Hackschnitzeln sitzen bleiben. »Solange ich aber etwas gegen das neue Heizwerk unternehmen kann, werde ich das auch tun.«

Klaus Obermayer hoffte, dass die neue Anlage effizient und zukunftssicher geführt werde, sodass man sie in zehn Jahren nicht schon wieder umbauen müsse.

Im Verlauf der Bürgerversammlung beim Boadwirt in Tettenhausen monierte Dr. Lindenkamp, dass die Gemeinde einstimmig beschlossen habe, den Bebauungsplan »Tettenhausen – Am Sandberg« zu ändern. Damit werde das Areal von einem allgemeinen Wohngebiet in ein Mischgebiet umgewandelt. Gewerbe werde dadurch zulässig. Dies führe in der Straße »Am Sandberg«, in der er wohnt, zu noch größeren Beeinträchtigungen. Außerdem gefährde das die Kinder auf ihrem Schulweg und führe zu einer Wertminderung der anliegenden Grundstücke, betonte Lindenkamp.

Das Gemeindeoberhaupt beschwichtigte: »Noch ist nichts beschlossen«. Das Verfahren, zu dem sich auch die Bürger noch äußern könnten, sei lediglich eingeleitet worden, weil ein dort ansässiges Unternehmen die Baugrenzen auf seinem Grundstück erweitern wolle, sagte Häusl.

Willi Obermayer, der die Pflegesituation im örtlichen Altenpflegeheim ansprach, bedankte sich im Namen aller, dass die Bewohner des Hauses »dort immer sehr gut behandelt werden«. Die Besucher der Versammlung schlossen sich Obermayers Lob mit einem kräftigen Applaus an. Bürgermeister Häusl bedankte sich für den Wortbeitrag und bestätigte, dass die Einrichtung in die Schlagzeilen geraten sei (wir berichteten), »die besonders im Internet sehr unangenehm waren«. Er habe sich aber sofort erfolgreich dagegen gewehrt und dafür gesorgt, dass der Beitrag umgehend gelöscht wurde, betonte Häusl.

Als eher aussichtslos bezeichnete der Bürgermeister den Bau einer Steinmauer im See. Hans-Peter Knezovic hatte zuvor angeregt, eine Mauer im Nichtschwimmerbereich zu errichten, um das Seerosenfeld zu schützen. Wie er sagte, werden die Seerosen durch den dort eingebrachten Sand, den die Strömung ins Seerosenfeld treibt, immer weniger.

Knezovic meinte dann humorvoll – nachdem Häusl dem Vorschlag eine Absage erteilt hatte – dass, wenn der Bürgermeister die Mauer im See schon nicht hinkriege, solle er sich wenigstens um die Kneippanlage kümmern.

Wann kommt das schnelle Internet?

Klaus Obermayer wollte wissen, wann die Bewohner der Weinbergstraße und der St. Florianstraße mit dem schnellen Internet rechnen dürfen. »Ihr seid beim bisherigen Breitbandausbau mit dabei«, betonte Häusl. Nach Aussagen des dafür Verantwortlichen bei der Telekom könnten die Anwohner mit dem Ausbau noch in diesem Jahr rechnen.

Ein anderer Besucher, der in einem schon ausgebauten Gebiet wohnt, zeigte sich ganz begeistert: »Es ist für mich ein großer Gewinn, dass das Breitband jetzt so gut läuft.«

In seinem Rechenschaftsbericht war der Bürgermeister auf die Breitbanderschließung eingegangen. Der Förderbescheid mit einem Volumen von rund 620 000 Euro liege vor, die gesamten Investitionskosten beliefen sich auf rund 835 000 Euro. »Die Planungsarbeiten für die Festlegung der Leitungsstraßen sind bereits in vollem Gange, der Beginn der Bauarbeiten ist für dieses Frühjahr vorgesehen.« Die Betroffenen sollten bitte darauf achten, dass sie erst ihren Vertrag mit der Telekom umstellen müssten, »um in den Genuss der schnellen Übertragungsgeschwindigkeit zu kommen«, betonte Häusl.

Außerdem ging es in der Versammlung um das am östlichen Ortsrand von Tettenhausen liegende Baugebiet, in dem 13 neue Wohnhäuser entstehen sollen. Sobald sich die Marktgemeinde mit dem Grundstückseigentümer einig sei, könne sie das Bauplanungsverfahren für diesen Teilbereich Tettenhausens weiterführen. »Wir haben es mit einem Landschaftsschutzgebiet zu tun, das sensibel ist«, sagte Häusl. Er vermutet, dass einige Behörden wohl nicht begeistert seien, wenn dort Häuser gebaut würden. Die Gemeinde unternehme alles, was überhaupt möglich sei.

Ein Redner wollte wissen, warum sich die Sache so verzögert habe. Sabine Kraller vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft verwies dann auf die dort grasenden Ponys. »Der Ponyhalter will seine Tiere da lassen.« Daher könne sie sich zeitlich nicht festlegen, wann es zum Abschluss des Planverfahrens kommt. Häusl fügte an, dass er nochmals Gespräche führen wolle.

»Bayerns beste Bioprodukte«

Im Rahmen des Berichtes zur Arbeit der Ökomodellregion erinnerte das Gemeindeoberhaupt an diesem Abend auch an die Erfolge beim Wettbewerb »Bayerns beste Bioprodukte« des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Dabei wurde das Bioflaschenbrot von Jessica Linner aus Tettenhausen mit Bronze prämiert.

Als Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Tettenhausen ergriff Ludwig Patz die Gunst der Stunde und informierte ausführlichst über das bevorstehende Jubiläum im kommenden Mai. Demnächst hält die Freiwillige Feuerwehr Tettenhausen ihre Jahreshauptversammlung, in der das Jubiläumsfest nochmals Thema sein wird. ca