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Haben die Schirme am Traunreuter Rathausplatz noch eine Zukunft?

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Der Rathausplatz in Traunreut
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Foto: Rasch

Traunreut – Funktion und Ästhetik bei der Umgestaltung des Traunreuter Rathausplatzes auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, darüber hat sich die Lenkungsgruppe in ihrer jüngsten Sitzung unterhalten. Vieles ist möglich, um auf den vor rund zehn Jahren im Rahmen der Städtebauförderung komplett umgestalteten Platz eine seitens der Bevölkerung und des Stadtrats geforderte Schönheitskorrektur vorzunehmen. Um eine Überplanung in die Wege zu leiten, musste zunächst sichergestellt werden, dass die Stadt keine Fördermittel zurückzahlen muss.


Die Regierung von Oberbayern hat dazu der Stadt mitgeteilt, dass einige Veränderungen durchaus denkbar und auch nicht förderschädlich wären, wenn diese ausreichend begründet würden. Als zwingend erforderlich hält die Regierung eine Abstimmung mit dem Entwurfsverfasser der damaligen Rathausplatzumgestaltung, Architekt Fritz Hubert. Diese Forderung unterstrich auch die Traunreuter Stadtplanerin, Professor Anne Beer. Es gebiete sich der Respekt, den Entwurfsverfasser mit einzubeziehen, sagte Beer. Sie wolle den Vorstellungen und Ideen nicht vorgreifen.

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Es sei laut Beer jedoch vieles vorstellbar, wie etwa ein farbiger Belag der Platzoberfläche, die im südlichen Bereich verändert werden soll. Anstatt der vorhandenen, sogenannten wassergebundenen Oberfläche, soll der südliche Bereich gepflastert werden, um eine bessere Begehbarkeit und einfachere Reinigung zu ermöglichen, verbunden mit niedrigeren Unterhaltskosten.

Bäume brauchen Fläche, um sich zu entwickeln

Johannes Danner (Bürgerliste), der eine Überplanung grundsätzlich in Frage stellt, befürchtet jedoch, dass der Platz durch eine Pflasterung ein zu massives Erscheinungsbild verursachen könnte. Er befürchtet auch, dass die Fläche für die geplanten Eichen, die im südlichen Bereich im Rahmen des Projekts »Eichenpflanzung zu Ehren von Joseph Beuys« gepflanzt werden sollen, nicht ausreichen werde. Die Bäume bräuchten schließlich eine entsprechende Fläche, um sich entwickeln zu können, so Danner.

Martin Czepan (Grüne) könnte sich im Bereich der Bäume Rasenpflastersteine vorstellen. Für ihn stellt sich auch die Grundsatzfrage der Funktion des Platzes: »Was brauch ich für das Stadtfest oder den Stadtlauf?« Aus Hygienegründen sei für ihn die Auswechslung der jetzt gebundenen Schotterfläche auch ein wichtiges Argument gegenüber der seitens der Regierung geforderten Begründung.

Vor dem Hintergrund einer größeren Gestaltungsfreiheit und Flexibilität wurde auch darüber debattiert, die jetzt fest montierten Ruhebänke so zu fixieren, dass sie jederzeit anlassbezogen abmontiert werden könnten. Umstritten waren auch die fünf Funktionsschirme. »Ich frage mich, welche Funktion die Schirme überhaupt haben. Die sind nur hässlich und spenden keinen Schatten«, sagte Werner Heuberer von der Lenkungsgruppe. »Ich würde die Dinger voll beseitigen. Keine Ahnung, wer die entworfen hat.« Die Stadtverwaltung spricht sich aber dafür aus, die Schirme, die nachts beleuchtet sind, zu lassen.

Nach Angaben von Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann müsste im Falle einer Beseitigung der Schirme, die dafür erhaltene Förderung zurückbezahlt werden. Würde man die Schirme abbauen, bräuchte man Ersatz-Lichtquellen für die Nacht, sagte Bürgermeister Klaus Ritter. Auf den Hinweis, dass die Schirme eine Reinigung vertragen könnten, erklärte Ritter, dass die Schirme in regelmäßigen Abstand gereinigt worden seien. Aufgrund der Debatte um eine Umgestaltung des Platzes habe er veranlasst, die Reinigung der Schirme vorerst hinauszuschieben.

Für mehr Funktionalität des Platzes sprach sich Eduard Schlögl von der Lenkungsgruppe aus. Man sollte den kleinen Platz nicht kaputtmachen. »Ich würde auch keine Bäume pflanzen.« Als Ersatz für die Funktionsschirme schlug er vor, diese durch mobile Lauben (Pavillon) zu ersetzen.

Anregungen in der weiteren Planung berücksichtigen

Um auch die Fahrradfahrer zu berücksichtigen, schlägt die Verwaltung vor, im Norden des Platzes, an der Ecke zur Zufahrt in die Marienstraße zusätzliche Fahrradständer aufzustellen. Außerdem solle es eine E-Bike-Ladestation und Flächen für Motorräder geben. Entlang der Marienstraße würden dann aber die Autoparkplätze entfallen. Die Anregungen und Ideen sollen jetzt in der weiteren Planung berücksichtigt werden. Die Maßnahmen müssen aber auch noch mit der Regierung von Oberbayern auf ihre Förderfähigkeit abgeklärt werden. ga