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»Gutes Geld für gute Arbeit!«

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Mit der Kundgebung wollten die Mitarbeiter der Firma Alzmetall ein Zeichen setzen. (Foto: Mix)

Altenmarkt. Es brodelt gewaltig in der Firma Alzmetall in Altenmarkt. Am Mittwochnachmittag versammelten sich rund 150 Mitarbeiter nach Ende ihrer Arbeitszeit vor der Firma, um deutlich zu machen, wie wichtig ihnen ein neuer Tarifvertrag ist.


Die IG Metall Rosenheim war an diesem Nachmittag zu Verhandlungen mit der Geschäftsleitung nach Altenmarkt gekommen. Das Gespräch wurde jedoch vonseiten der Geschäftsleitung aufgrund der Kundgebung abgesagt.

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Betriebsratsvorsitzender Hans Kremsreiter erläuterte im Gespräch mit der Heimatzeitung, worum es den Beschäftigten geht. Vor zehn Jahren wurde in der Firma ein Sanierungstarifvertrag mit großen Einschnitten für die Belegschaft eingeführt, dem man damals zugestimmt habe, um der Firma in einer schlechten Zeit zu helfen. »Jetzt geht es uns aber wieder gut und wir wollen nun einen vernünftigen Flächentarifvertrag, wie er üblich ist«, so die Forderung des Betriebsrates.

Die Zugeständnisse hätten den Mitarbeitern im Endeffekt in den letzten zehn Jahren Einkommenseinbußen von rund zehn Prozent eingebracht. Zwei Verhandlungsrunden zwischen IG Metall und Geschäftsleitung habe es in letzter Zeit schon gegeben, jedoch ohne Erfolg.

Christian Naß von der IG Metall Rosenheim, der zum Gespräch ins Büro des Geschäftsführers gekommen war, überbrachte den Mitarbeitern vor den Firmentoren die Botschaft, dass es keine weiteren Verhandlungen geben werde, wenn sich die Versammlung nicht augenblicklich auflöste. »Die Geschäftsleitung sieht in dieser Aktion eine Provokation«, so seine Nachricht.

Im Gegenzug für die Beendigung der Kundgebung sollte eine baldmögliche Betriebsversammlung einberufen werden, um die Sachlage zu erörtern. Die Mitarbeiter auf der Straße wollten jedoch nicht nachgeben und meinten: »Wir sind gekommen, um zu bleiben. Wir wollen, dass endlich was geschieht.«

Mehrmals wurde betont, dass es sich nicht um einen Warnstreik handele und die Teilnehmer an der Kundgebung sich bereits in ihrer Freizeit befänden mit dem Recht auf Versammlung. Klein beigeben wollten sie auf keinen Fall. Die Geschäftsleitung kam nicht heraus, um das direkte Gespräch mit den Mitarbeitern zu suchen. Die Fronten scheinen im Moment sehr verhärtet.

Die IG Metall-Beauftragten und der Betriebsrat kündigten an, dass bei fehlender Verhandlungsbereitschaft vonseiten der Geschäftsleitung Aktionen wie die am Mittwoch künftig öfter anberaumt würden. – Auf den Transparenten war unter anderem zu lesen: »Gute Zukunft für alle«, »Gutes Geld für gute Arbeit«, »uns reicht’s« oder »volles Urlaubs- und Weihnachtsgeld«. mix

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