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Guter Renkenbestand am Chiemsee

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Chiemsee. Der Renkenbestand im Chiemsee ist sehr gut. Sorgen bereitet den 16 Berufsfischern aber, dass die Renken schlecht wachsen. Beim traditionellen Fischerjahrtag bezeichnete Vorsitzender Thomas Lex, die Bilanz des vergangenen Fangjahres mit einem Gesamtumfang von 116 744 Kilogramm als sehr erfreulich. Die Renken haben mit 88 000 Kilogramm drei Viertel des Gesamtfanges ausgemacht.


Die Fischer, so Lex, hatten gehofft, dass der Nährstoffeintrag durch das Junihochwasser letzten Jahres das Wachstum der Renken beschleunigen würde. Leider, so der Vorsitzende, war das nicht so. Vom Renkenfang in diesem Jahr hätten sich die Berufsfischer mehr erwartet.

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»Wir haben Angst, dass auch bei uns Bodenseeverhältnisse aufkommen, fuhr der Vorsitzende fort. »Wir können nur hoffen, dass es nicht auch bei uns am Chiemsee soweit kommt«. Ob die geringe Nährstoffzufuhr oder eine ungünstige Nährstoffzusammensetzung schuld sind, wisse man nicht.

Wichtige Aufgabe sei es, den Fischbestand zu stärken und die verschiedenen Arten in einem vernünftigen Gleichgewicht zu halten. So habe die Genossenschaft im vergangenen Jahr Fische im Wert von 380 000 Euro selbst erbrütet und zusammen mit den Ausgaben für die angekauften Jungfische seien Fische für einen Betrag von 420 000 Euro in den Chiemsee entlassen worden.

Die Genossenschaft, so Lex, habe außerdem 50 000 Euro für die Sanierung der Brutanstalt in Prien-Harras investiert. Dies sei gut angelegtes Geld gewesen, da Brutanstalten die Voraussetzung für einen einigermaßen guten Fang seien.

Lex sprach das letztjährige Hochwasser an, das besonders im Mündungsgebiet der Tiroler Ache und Prien für die Fischerei sehr negative Folgen hinterlassen habe. So habe das Hochwasser besonders in der Hirschauer Bucht enorme Mengen von Holz angeschwemmt und die Verlandung beschleunigt. Es sei abzusehen, dass dieses wertvolle Gebiet bald für die Fischerei verloren sei. Der Vorsitzende sprach den »Runden Tisch »in Grabenstätt dazu an, »50 Leute haben recht gescheit dahergeredet, herausgekommen ist nichts« – also keine Zukunft der Hirschauer Bucht, erklärte Lex.

»Die Kormorane züchten auch wieder ganz fleißig«, erklärte er weiter. Vor zwei Jahren seien es noch 77 Brutpaare und im vergangenen 111 gewesen. Lex bezeichnete diese steigende Tendenz als bedenklich. Die Vögel würden immer dreister und würden die Renken aus den Netzen reißen, während man die Netze herauszieht.

Lex sprach auch das versprochene neue Mähkonzept des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein an. Es sei anscheinend »eine schwierige Geburt«, so der Vorsitzende. Die Genossenschaft wolle auf jeden Fall gehört werden.

In der Diskussion sprach Heinz Wallner den neuen Gebietsbetreuer für den Chiemsee Dirk Alfermann an. Dieser, als Schnittstelle für die verschiedenen Interessengruppen gedacht, solle sich doch nicht nur bei den Bürgerinitiativen, sondern auch bei der Genossenschaft vorstellen, so Wallner.

Der Fischerjahrtag hatte traditionsgemäß mit einem Gottesdienst zu Ehren der gefallenen Fischersöhne im Münster begonnen. Ein Kirchenzug mit Kurat Konrad Kronast führte zum Kriegerdenkmal unter den Linden. Vorsitzender Lex legte einen Kranz nieder. Mit den Klängen der Musikkapelle Prien ging es zur Fischerversammlung ins Hotel Linde. th

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