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Gut für Boden, Tiere und Wasser

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Johann Überacker vom Fachzentrum Agrarökologie am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen informierte die Landwirte auf einer Demonstrationsanlage in Anning über die Bodenfruchtbarkeit durch Zwischenanbau. (Foto: Rasch)

Traunreut. Wie sich Zwischenfruchtmischungen auf den Boden, Wild und Wasser auswirken, darüber informierten Vertreter des Fachzentrums für Agrarökologie am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Pfaffenhofen in Zusammenarbeit mit dem Maschinen- und Betriebshilfsring Traunstein auf einer Demonstrationsanlage der Landwirte Markus Maier und Hans Uhrmann in Anning vor rund 30 Landwirten.


Im Herbst würden Pflanzen Nährstoffe aufnehmen

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Johann Überacker, Wasserberater des Fachzentrums Agrarökologie, stellte vor und erläuterte die Zusammenhänge und Auswirkungen auf Umwelt und Natur. Wie Überacker sagte, werden Zwischenfrüchte in der Regel im August nach der Getreideernte angebaut und bleiben auf dem Feld stehen bis im Frühjahr der Mais ausgesät werde. Als Pflanzenarten würden sich zum Beispiel Sonnenblumen, Phacelia (auch Bienenfreund genannt), Alexandrinerklee, Wicken, Buchweizen, Senf und andere Arten eignen.

Bereits im Herbst würden diese Pflanzen Nährstoffe aufnehmen und somit deren Eintrag in das Grundwasser verhindern. Durch den bedeckten Boden würden gleichzeitig die Wurzelbildung, die Bodengare und das Bodenleben gefördert. Sofern die Zwischenfrucht nicht untergepflügt werde, biete sie im Winter dem Wild Äsungsflächen und Deckung. Dies könne wiederum die jungen Bäume im Wald vor Verbiss schützen. Auch Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und Insekten würden von den Mischungen profitieren. Max Stadler vom Agrarökologischen Fachzentrum erläuterte den Bodenaufbau, das Bodengefüge und den positiven Beitrag von Zwischenfrüchten auf das Bodenleben, die Humusbildung und die Bodenstruktur. Die Mischung aus Tief- und Flachwurzlern erschließe die ganze Ackerkrume und auch den Unterboden, der durch eine normale Bodenbearbeitung nicht erreicht werden könne. Nach dem Einsatz schwerer Maschinen sei eine Lockerung des Unterbodens durch Pflanzenwurzeln sehr willkommen, betonte Stadler. Eine generelle mechanische Lockerung des Unterbodens mit Maschinen sieht er jedoch sehr kritisch: »Die Natur kann dies in der Regel besser.« Eine wichtige Rolle spielen dabei die Regenwürmer. So sei beispielsweise der Tauwurm, der Röhren bis in ein Meter Tiefe grabe, für die Durchwurzelung, Durchlüftung und Wasseraufnahmefähigkeit der Böden von zentraler Bedeutung. Nur wenn Luft im Boden sei, könne der Boden auch Wasser aufnehmen. Zwischenfrüchte und Ernterückstände, also ein reichhaltiges Nahrungsangebot auf der Bodenoberfläche, würden den Tauwurm ganz besonders fördern.

Thema beschäftigt die Landwirte sehr

Wie anhand der vielen Fragen zu erkennen war, beschäftigt das Thema Boden mit all seinen Problemen die Landwirte sehr. Auch Fragen zur Gülleausbringung und Maissaat wurden beantwortet. Anhand von Schlämmanalysen, die die Auswirkung des Bodenlebens sichtbar machen, wurde die Bedeutung eines fruchtbaren Bodens nochmals unterstrichen. Ziel dieser Demonstrationsanlagen, die über ganz Oberbayern verteilt sind, ist es, den umweltgerechten Maisanbau durch mehr Mulchsaat zu fördern. Wie Hans Uhrmann dem Traunsteiner Tagblatt sagte, sei die Bodenbelebung eine sehr sinnvolle Sache, jedoch verhältnismäßig aufwändig. Aber: »Es kommt was zurück.« Die Landwirte und Vertreter des Fachzentrums verständigten sich darauf, im Frühjahr nochmal die Mulchsaat zu besichtigen und aktuelle Fragen auch zum Bodendruck zu erläutern. ga