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»Gut Ding hat Weile«

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Ein großer Tag für die Feuerwehr Staudach-Egerndach: Pfarrer Heinrich Zimmermann (links) weihte das neue Einsatzfahrzeug und den Anhänger. Bürgermeister Hans Pertl und der Vorsitzende der Feuerwehr, Anton Weiß (rechts), informierten über die Neuanschaffungen. (Foto: T. Eder)

Staudach-Egerndach – Von der ersten Planung bis zur Inbetriebnahme des neuen Mehrzwecksfahrzeugs und Anhängers gingen drei Jahre ins Land. Umso glücklicher zeigte sich der Vorsitzende der Staudach-Egerndacher Feuerwehr, Anton Weiß, dass nun beide neuen Fahrzeuge geweiht und offiziell in den Dienst gestellt werden konnten. An der feierlichen Weihe beteiligten sich die Nachbarfeuerwehren mit Fahnenabordnungen. Nach dem offiziellen Teil gab es ein Kirtafest im Vereinsstadel.


»Gut Ding hat Weile«, könnte das Motto des Tages lauten, meinte Bürgermeister Hans Pertl, denn nach 34 Jahren kann nun das alte TSF ausgemustert und ersetzt werden. Trotz liebevoller Pflege durch Günter Sturm und mühevoller Ersatzteilsuche auf Oldtimermärkten konnte es nicht mehr gehalten werden. Wie der Rathauschef informierte, überlegte die Verwaltung, gleich beide Einsatzfahrzeuge, also das kleine Mehrzweckfahrzeug wie auch den 22 Jahre alten, großen Einsatzwagen LF 8 zu ersetzen. Der Gedanke, das LF 8 einzutauschen, musste aufgegeben werden, da hierfür nichts mehr zu bekommen war.

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Beide Fahrzeuge zu ersetzen, hätte die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde überstiegen. So wurde nach einem Mehrzweckfahrzeug mit Allradbetrieb gesucht. Das Problem war aber die Zuladung, denn in das Mehrzweckfahrzeug können zwar neun Einsatzkräfte, die Geräte für kleinere Einsätze, nicht aber die große Pumpe, die Spritze und Schlauchmaterial transportiert werden, so Pertl. So entschloss man sich, einen Anhänger zu kaufen. Dieser wurde nun nach langer Zeit des Wartens vor wenigen Tagen geliefert.

Feuerwehrvorsitzender Anton Weiß erklärte, dass im Herbst 2011 bei einer Feuerwehrbesichtigung erneut das TSF bemängelt wurde und sich die Wehr Gedanken über eine Neuanschaffung machen musste. Ein in Ausstattung, Motorisierung und Bestückung ähnliches Auto mit Allradantrieb gelte aber als Sonderanfertigung und sei sehr teuer. Nach Ausflügen zu Herstellern und etlichen Sitzungen habe sich eine Lösung herauskristallisiert.

»Und so steht heute, erst knapp drei Jahre später, unser neues Feuerwehrauto, ein Mannschaftstransportwagen mit Anhänger für Pumpe, Schläuche und Ausrüstung, und wir freuen uns riesig darüber«, so Weiß. Finanziert wurden Mehrzweckfahrzeug und Anhänger von der Gemeinde, die hierfür 81 000 Euro zahlte und einen Zuschuss von 12 000 Euro erhielt.

Pfarrer Heinrich Zimmermann spendete den kirchlichen Segen, wobei er die ehrenamtliche Arbeit der 35 Aktiven in den Vordergrund stellte. »Ihr erfüllt nicht nur einen vernünftigen, sozialen Dienst, setzt Freizeit, Kraft und Intelligenz ein, ihr erfüllt den Willen Gottes«, sagte Zimmermann. Wenn es brennt, sei jeder heilfroh, wenn einem geholfen werde, so der Pfarrer. Kreisbrandmeister Alfred Waschin beglückwünschte die Wehr und fügte an, dass es nach mehr als 33 Jahren nicht zu früh sei, das alte Fahrzeug zu ersetzen. Trachtenvorsitzender Nikolaus Weisser überreichte im Namen der Ortsvereine 500 Euro und dankte der Wehr auch für die Hilfeleistungen beim Gautrachtenfest.

Mit den Worten »Florian Staudach 11/1 ist einsatzbereit«, eröffnete Weiß anschließend das Kirchweihfest. Im Vereinsstadel sorgte die große Hutschn für Vergnügen. Ausgelassen schaukelten die Kinder im Stadel. Die Gäste, wie auch die Feuerwehrmänner aus der Gemeinde und den Nachbargemeinden wurden mit Brotzeiten, Kaffee und Kuchen bestens versorgt und das sommerliche Wetter trug ebenfalls zum Gelingen des Festes bei. tb