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Gut aufgestellte Jagdmannschaft in Erlstätt

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Foto: dpa/Patrick Pleul/Symbolbild

Grabenstätt – Gut besucht, aufschlussreich und harmonisch war die Jagdversammlung der Jagdgenossenschaft Erlstätt im Gasthof Fliegl in Erlstätt.


In seinem Vorstandsbericht verwies der neue Jagdvorsteher Christian Bertl auf zwei große Investitionen. Die Reparaturen am Traktoranhänger beliefen sich demnach auf rund 1351 Euro und das neue Radlager und die neuen Bremsen am Autoanhänger kosteten rund 800 Euro. Ohne die 47 geleisteten Arbeitsstunden in Eigenleistung wäre es noch deutlich teurer geworden, würdigte Bertl die Jagdgenossen.

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Kassier Hans Lechner vermeldete einen positiven Kassenstand, obwohl die Ausgaben in Höhe von rund 3970 Euro fast doppelt so hoch waren wie die Einnahmen (2000 Euro). »Wir haben hohe Ausgaben gehabt, aber ich denke, dass wir das jetzt wieder anders hinkriegen«, gab sich Bertl zuversichtlich, auch weil »die beiden Anhänger für die nächsten fünf bis zehn Jahre wieder fit sind«. Einstimmig beschloss man, dass die Jagdgenossen für die Benutzung des Traktoranhängers und Autoanhängers fünf Euro pro Tag zu entrichten haben. Der Klauenstand bleibt gebührenfrei.

Mit 121 erlegten Rehen sei man um ein Tier über der Abschussvorgabe, betonte Jagdpächter Wolfgang Schwögler. Des Weiteren habe man 25 Krähen, vier Hasen, acht Füchse, vier Dachse und sechs Enten geschossen. Bei Wildunfällen sollten sich Autobesitzer zur Sicherheit auch an die Polizei wenden, da nicht alle Versicherungen die Wildschadensbestätigung des Jagdpächters anerkennen, riet Schwögler.

Wildschweine sofort nach Sichtung melden

Auch wenn es in der Jagd Erlstätt bisher keine Wildschweine gebe, könnten Tiere aus anderen Jagden einwandern, sagte Bertl dann weiter. Neben den Schäden, die das Schwarzwild auf den Wiesen, Feldern und in Wäldern anrichte, könnte die für Hausschweine gefährliche afrikanische Schweinepest zum Problem werden. »Wer Wildschweine bemerkt, soll dies umgehend nach Sichtung melden, damit die Jäger tätig werden können«, appellierte Bertl.

Personelle Veränderungen gab es bei den Jägern und Mitgehern. So hat Hubert Dechant seine Jagdtätigkeit in Erlstätt niedergelegt. Neue Mitgeher sind Peter Lapper aus Übersee (bei Jagdpächter Wolfgang Schwögler) und Konrad Anner aus Grabenstätt (bei Jagdpächter Siegfried Kleinert). »Mit unseren fünf Mitgehern haben wir eine gut aufgestellte Jagdmannschaft beisammen«, lobte Bertl.

Er verwies auch auf eine amtliche Waldbegehung im März letzten Jahres mit Jägern, Vorstandschaft, Jagdbehörde und Jagdbeirat nach Aufforderung der Unteren Jagdbehörde. »Hierbei kam es zwischen den Jägern, mir und der Behörde zu kontroversen Gesprächen über die Lage im Wald«, räumte Bertl ein. Nach der jährlichen Waldbegehung im April mit etwa 30 Jagdgenossen bei Kraimoos und Innerlohen habe Förster Wolfgang Madl angemahnt, den erhöhten Abschuss beizubehalten. Zur Kontrolle hat die Jagdgenossenschaft zwei Kameras gekauft. Die 300 Euro teuren Geräte seien robust und schon bei jeder Witterung eingesetzt worden, so Bertl. Bei Bernhard Poller seien noch 950 Wildverbiss-Schutzmanschetten und dank Jäger Florian Krammer könne man nun auch auf handliche und aktuelle Begehungskarten zurückgreifen.

Jagdkataster wird jedes Jahr aktualisiert

Bei den Grenzbegehungen mit den Jagden Wolkersdorf, Vachendorf und Haslach habe es mit Ausnahme der Jagdgrenze zu Vachendorf in der Kiesgrube von Langenspach keinerlei Unstimmigkeiten gegeben, so Bertl. Die Untere Jagdbehörde werde die Jagdgrenze zu Vachendorf nochmals genau prüfen und den Jagdkataster gegebenenfalls berichtigen. Der Jagdkataster könne seit 2017 jedes Jahr neu für 50 Euro aktualisiert angefordert werden. Bertl zufolge werde man in den kommenden Jahren womöglich auf den EDV-Jagdkataster umstellen. Dieser koste allerdings rund 180 Euro plus jährliche Nutzungsgebühr von etwa 90 Euro. Wer sich von den jüngeren Jagdgenossen für die Jägerei interessiere, könne sich bei Jagdpächter Schwögler melden, denn »wir wollen für die Zukunft gerne Jäger aus den eigenen Reihen gewinnen«, warb Bertl.

An die Landwirte gerichtet appellierte er, bei der Gülleausbringung einen gewissen Abstand zu den Wäldern einzuhalten, damit die Rehe die Früchte der dortigen Laubbäume fressen können. Zudem wäre es hilfreich, im Herbst nicht das letzte Gras an den Waldrändern abzumähen. Im März oder April gibt es eine Waldbegehung und nach einem Jahr Pause auch wieder einen Jagdausflug. Die Verlegung der Jagdversammlung von November in den Januar erklärte Bertl damit, »dass die Jäger einen hohen Abschuss zu bewältigen haben und jetzt mehr Zeit dafür haben«. Dies werde man auch so beibehalten. mmü