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Güterterminal: Pläne vorerst auf dem Abstellgleis

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Die Pläne für ein Güterterminal im Raum Traunstein/Teisendorf sind fürs Erste vom Tisch. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat die Prüfung der Unterlagen für einen Standort in der Region eingestellt. »Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es nicht möglich, in dem betrachteten Raum eine Finanzierungsentscheidung zu treffen«, heißt es in einer Information der Bundesbehörde. Und weiter: »Eine Förderung erscheint nur dann möglich, wenn für einen in der Region mit allen Beteiligten abgestimmten, geeigneten Standort ein tragfähiges Konzept entwickelt wird.« Die Wirtschaftsförderung (Wifö) im Landkreis Traunstein hatte eine Standortanfrage beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht.


Das Schreiben der Eisenbahn-Bundesamts landete am Mittwoch auf dem Schreibtisch von Harald Schwarzbach, dem Geschäftsführer der Wifö. Er hatte auf Wunsch der Wirtschaft nach möglichen Standorten für ein Güterterminal gesucht und war in der Gemeinde Nußdorf bei Weiderting und in der Gemeinde Surberg bei Hufschlag auch fündig geworden. Als weiterer möglicher Standort war Hörafing bei Teisendorf im Gespräch. Schwarzbach machte gestern im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt keinen Hehl daraus, dass er gerne ein Güterterminal im Landkreis Traunstein sehen würde. »Es war immer schon ein Wunsch der Wirtschaft, dass sich da etwas tut«, so Schwarzbach. Darum sehe er auch die bisherigen Bemühungen der Wirtschaftsförderung, eine Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene voranzubringen, als grundsätzlich richtig an.

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Wirtschaftsförderer Harald Schwarzbach und Landrat Hermann Steinmaßl wiesen darum auch noch einmal explizit darauf hin, dass die Güterterminal-Pläne nicht endgültig vom Tisch sind. »Das ist ja keine generelle Abfuhr«, so Steinmaßl. Und Harald Schwarzbach hob hervor, dass das Eisenbahn-Bundesamt die beiden anvisierten Standorte im Landkreis Traunstein von der »schienen- und straßenseitigen Anbindung« her gut bewertet habe. Letztlich hätten sich aber natur- und wasserrechtliche Belange nicht abschließend klären lassen.

Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer reagierte gestern noch verhalten auf die Nachricht vom Untersuchungsstopp; er selber sei von offizieller Stelle noch nicht informiert worden und habe die Nachricht von Pressevertretern erfahren. »Aber wenn es so ist, dann ist es so, wie wir uns das gewünscht haben.« Er glaubt, dass sich damit auch der Widerstand seiner Gemeinde ausgezahlt habe. »Wir hatten dem Eisenbahn-Bundesamt mitgeteilt, dass wir als Gemeinde einem Güterterminal niemals zustimmen werden.«

Landrat Steinmaßl stellte gestern noch einmal fest, dass nie angedacht gewesen sei, selbst in ein Güterterminal zu investieren oder es gar zu betreiben. »Das gehört nicht zu den Aufgaben einer Wirtschaftsförderung«, so der Landkreischef. Für die Realisierung der Pläne hätte es einen Investor gebraucht. san