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Güterhallen-Sanierung: Kosten lösen Diskussion aus

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Der Jugendtreff und die Schule der Phantasie sollen in der Güterhalle eine neue Heimat finden. Der Umbau soll im Mai 2015 beginnen. (Foto: Brenninger)

Traunstein. Es war eine äußerst knappe Entscheidung: Mit 14:10 Stimmen sprach sich der Traunsteiner Stadtrat gestern dafür aus, in die nächste Bearbeitungsstufe in Sachen Güterhalle einzusteigen. Geplant ist, dass dort unter anderem der Jugendtreff und die Schule der Phantasie eine neue Heimat finden. Zumindest beim Standort sind sich die Fraktionen einig. Streitpunkt sind allerdings nach wie vor die Kosten; das wurde auch gestern wieder mehr als deutlich.


Die Stadt hat das Areal vor längerer Zeit gekauft. Nun wurde die Vorentwurfsplanung zum Umbau vorgestellt. Der Stadtrat hatte drei Varianten für die Neugestaltung zur Auswahl. Das Gremium entschied sich für den dritten Ansatz. Dieser sieht unter anderem vor, dass der Jugendtreff 471 Quadratmeter und die Schule der Phantasie 148 Quadratmeter Nutzfläche haben werden. 612 Quadratmeter sind noch ohne Nutzung. Bei diesen Flächen ist angedacht, diese zu vermieten.

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Die Kosten liegen bei dieser Variante bei rund 3,76 Millionen Euro – was eine heftige Diskussion im Stadtrat auslöste. Oberbürgermeister Manfred Kösterke betonte, dass es sich dabei um die Kosten für eine Gesamtsanierung handelt – und eben nicht mehr nur um die Kosten für den Jugendtreff, die anfangs immer genannt wurden.

Wolfgang Osenstätter, Fraktionssprecher der CSU, brachte jedoch erneut seine Bedenken vor. »Ich habe Respekt vor dieser Aufgabe«, betonte er. Schließlich sei am Anfang der Planungen von anderen Summen gesprochen worden. Für 430 000 Euro könne man sagen, man baue einen Jugendtreff. »Aber nun bin ich etwas erschrocken über das Ganze – von der Bausumme her.«

Sein Parteikollege Ernst Harrecker pflichtete ihm bei: »Ich habe Bauchweh bei dem Projekt. Für mich sind das alles Steuergelder. 3,7 Millionen Euro in ein altes Gebäude reinzustecken, ist für mich der Wahnsinn.« Natürlich brauche man Räume für den Jugendtreff und die Schule der Phantasie, betonte Harrecker, aber er gab zu bedenken, dass man für diese Kosten auch ein neues Gebäude hinstellen könne. Daher stellte er einen Antrag, das Projekt zurückzustellen und neu zu beraten – mit dem Zusatz, dass man einen Neubau nicht abgeneigt wäre. Kösterke erwiderte, dass sich die Kostenschätzungen des Architekten bereits auf Neubaukosten beziehen. »Sie würden sich also nicht um einen Deut anders darstellen wie hier.«

Einen Antrag brachte auch Wilfried Schott (Bündnis 90/Die Grünen) ein. »Aus energetischer Sicht und Nutzungssicht halte ich die Variante 3 für optimal«, betonte er. Dennoch habe auch er wegen der Kosten Bedenken. Er würde es bevorzugen, wenn man parallel fahren könnte. »Also die dritte Variante weiterentwickeln und auch über eine Neubauvariante nachdenken.« Kritik kam zudem von Simon Steiner (Traunsteiner Liste). »Grundsätzlich haben wir nichts dagegen, aber diese Kosten von 3,7 Millionen Euro sind in der Verhältnismäßigkeit zu hoch.« Steiner plädierte dafür, den Antrag Harreckers zu unterstützen. »Klappt das nicht, können wir immer noch auf diese Variante gehen. Wir verspielen uns da nichts.«

Konrad Obermaier (SPD) hob hervor, dass man für die Restflächen Mieteinnahmen bekomme. Zudem, fügte er hinzu, werde ein Großteil der Baukosten vom Staat gefördert. Darauf ging auch die Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) ein. »Wenn wir die Fördergelder nicht beantragen, dann wird es eine andere Kommune tun«, betonte sie. Zudem stecke in dem Gebäude viel Geschichte drin. »Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese zu erhalten.«

Ursula Lay (UW) wünschte sich, »dass hier endlich etwas getan wird«. Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, dass »das Gebiet weiterentwickelt werden muss«. Ernst Haider (UW) hob hervor, dass der Standort ideal sei. »Man muss in die Zukunft schauen«, fügte Wolfgang Lenz (UW) hinzu – und konnte sich einen Seitenhieb in Richtung CSU nicht verkneifen. »Ich verstehe die Kritik nicht, die konkreten Kosten liegen schon seit 2012 vor.« Stefan Namberger (CSU) stellte klar: »Wir waren noch nie gegen den Jugendtreff – auch nicht an dieser Stelle.«

Über die Anträge von Harrecker und Schott wurde nicht mehr abgestimmt, da der Stadtrat dem Beschlussvorschlag der Verwaltung zustimmte. Die CSU und die Traunsteiner Liste lehnten diesen geschlossen ab, auch Schott stimmte dagegen. Der Zeitplan sieht nun vor, dass sich der Stadtrat im Mai erneut mit dem Thema auseinandersetzt. Der Baubeginn ist für Mai 2015 vorgesehen. Die Bauzeit wird voraussichtlich fünfzehn Monate betragen. SB