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Güterhalle: CSU spricht von »Fass ohne Boden«

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Die einen hielten es für besser, »die alte Hütte über den Haufen zu schieben« (Stefan Namberger); andere sprechen von einem »Industriedenkmal für Traunstein« (Waltraud Wiesholler-Niederlöhner): Die Güterhalle soll für rund 4 Millionen Euro umgebaut werden. Künftig soll sie das Jugendzentrum, die Schule der Phantasie und eventuell weitere Einrichtungen beherbergen, die mit Kinder- und Jugendarbeit zu tun haben.

Traunstein. Ungeachtet der Kostenexplosion von ursprünglich 900 000 auf inzwischen fast 4 Millionen Euro hält die Stadt unbeirrt an ihren Plänen fest, die marode Güterhalle am Bahnhof umzubauen und dort unter anderem das städtische Jugendzentrum und die Schule der Phantasie unterzubringen. Weil dann immer noch ein Haufen Platz ungenutzt sein wird, beauftragte der Hauptausschuss die Verwaltung, Interessenten zu suchen, die den Raum nutzen wollen. Bevorzugt werden dabei Bewerber, die gut zum Jugendtreff und zur Schule der Phantasie passen.


Für die noch nicht belegte Fläche hätte man sogar einen potenten Mietinteressenten gehabt: Das Landratsamt sucht geeignete Räume für das Veterinäramt. Die Behörde könnte die noch nicht benötigten gut 600 Quadratmeter in der Güterhalle brauchen. Dadurch könnte die Stadt monatlich rund 6000 Euro Miete einnehmen. Allerdings bekäme sie dann für den Ausbau dieses Gebäudeteils nur einen sehr geringen Zuschuss im Rahmen der Städtebauförderung.

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Gegen die Entscheidung, das Veterinäramt nicht zu berücksichtigen und einen Mieter zu suchen, der mit Jugendarbeit zu tun hat, stimmten die drei Ausschussmitglieder der CSU – ausschließlich aus Kostengründen. Deren Antrag, eine Entscheidung zurückzustellen, war zuvor mehrheitlich abgelehnt worden.

Josef Häusler erinnerte an den ursprünglichen Kostenansatz für das Projekt Güterhalle und daran, wo man heute stehe. Wenn er dann noch daran denke, was die Sanierung der Klosterkirche kosten werde, was man für die Schulen ausgeben muss und was an Personalkosten in den Kitas auf die Stadt zukommen werde, seien das Summen, »da kann ich nicht mehr mit«. Und weiter: »Das ist ein Fass ohne Boden.«

Stefan Namberger sagte, bei den 3,85 Millionen prognostizierten Bau- und jährlich 100 000 Euro Betriebskosten werde es gewiss nicht bleiben, wie Projekte in der Vergangenheit gelehrt hätten. »Aber für 4 Millionen baue ich einen Palast«. Man sollte alles »über den Haufen schieben und die alte Hütte nicht krampfhaft halten«

Dem hielt Waltraud Wiesholer-Niederlöhner entgegen, »die alte Hütte ist eigentlich ein Industriedenkmal« und habe für die Stadt Bedeutung. Wegen der Zuschüsse aus dem Programm der Städtebauförderung werde der Umbau der Güterhalle wesentlich günstiger als ein Neubau.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke erklärte, dieses Projekt sei ein Thema, wie man die Stadt entwickeln möchte und Thomas Stadler sprach gar von einer einmaligen Chance in Bayern, was man hier entwickeln könnte.

Schließlich machte auch die Verwaltung Druck: Wenn man eine Entscheidung jetzt zurückstellt, werde ein Baubeginn im April oder Mai nächsten Jahres nicht möglich sein. -K.O.-

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