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Günstiger Wohnraum in Traunstein als die größte Herausforderung

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Eduard Herter (Mitte) ist seit nunmehr 60 Jahren Mieter und damit das längste Mitglied der Wohnbau Haidforst. »Als wir 1954 in Haidforst einzogen, waren wir froh, ein Dach über dem Kopf zu haben. Wir hätten nicht gedacht, dass wir einmal 60 Jahre in der Genossenschaft wohnen würden«. Links Aufsichtsratsvorsitzender Hans Pagatsch und rechts Vorstandsvorsitzender Uwe Wieteck.

Traunstein. In der 68. Mitgliederversammlung der gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Haidforst im Gasthaus Sailer-Keller berichtete Vorstandsvorsitzender Uwe Wieteck, der Genossenschaftsgedanke werde gepflegt und die Vermögens- sowie die Finanzlage sei geordnet. Die Mitgliederzahl beträgt aktuell 505. Die Genossenschaft verfügt über 472 Wohnungen in 80 Gebäuden und ist somit größter Vermieter in der Stadt.


Die Bilanzsumme ist geringfügig auf über 11,1 Millionen Euro gestiegen. Wieteck gab in einen gesonderten Bericht Einblicke in die Tätigkeiten der Genossenschaft und verwies darauf, dass es zum Wohnhaus Schützenstraße / Zirnbergstraße über das weitere Vorgehen im Herbst eine gesonderte Versammlung geben wird.

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Laut dem Jahresabschluss, den Wieteck bekannt gab, stieg die Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2013 leicht auf über 11,1 Millionen Euro an. Im Jahr 2013 musste die Genossenschaft Mietrückstände und in der Folge Kosten für Räumungsklagen von rund 16 000 Euro verbuchen. Die Summe sei angefallen, da es einige krasse Fälle gegeben habe, fügte der Vorsitzende an. Die Rückstellung für die Bauinstandhaltung betrug rund 1,6 Millionen Euro. Für ihre elf Mitarbeiter bezahlt die Genossenschaft knapp eine Halbe Millionen Euro an Lohnkosten.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es 28 Wohnungswechsel. Die damit verbundenen Leerstände wurden für Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten genutzt. Im laufenden Jahr errichtete die Genossenschaft 28 zusätzliche Garagen und der Bau eines neuen Hauses mit 16 Wohnungen ist im vollen Gang. Diese Wohnanlage wird über einen Aufzug verfügen und wird frei finanziert, damit die Genossenschaft über die Belegung entscheiden könne, führte Wieteck an. Hier soll im Mai 2015 Erstbezug sein. Die Nachfrage nach günstigem Wohnraum sei ungebrochen.

Für Sanierung und Instandhaltung gab die Genossenschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr über 610 000 Euro aus. Da ein großer Teil des Wohnraums kurz nach dem Krieg entstand, seien vor der Neuvermietung meist umfangreiche Sanierungen erforderlich. Dafür wurde knapp ein die Hälfte der Gesamtsumme aufgewandt. Auch das Gebäude an der Schützen- und Zirnbergstraße entstand in den 50-er Jahren. Nach den damaligen Standards gibt es in diesem Wohnhaus innenliegende Flure sowie Durchgangszimmer. Laut Wieteck würden die Kosten für die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen auf Neubauniveau liegen, wie die ersten Einschätzungen verschiedener Fachleute erbrachten. Er fügte noch an, auch wenn die Maßnahmen durchgeführt werden würden, würde sich die Grundsubstanz nicht verändern und den heutigen energetischen Standards nicht gerecht werden. Auf Nachfrage des s unserer Zeitung meinte Wieteck, dass es bereits über das weitere Vorgehen offene Gespräche mit verschiedenen Partnern gegeben habe. Es sei dabei auch die Option angedacht worden, das Gebäude der Stadt zu übereignen. Das Gebäude befindet sich auf einem sehr kleinen Grundstück, welches an Stadtflächen angrenzt. Somit hätte er durchaus einen Sinn darin gesehen, wenn die Stadt das Gebäude übernommen hätte, meinte Wieteck. Doch habe die Stadt, wie mitgeteilt wurde, aktuell wohl kein Interesse daran. Um eine tragfähige Lösung zu finden, werde es in nächster Zeit Gespräche geben, in die die Stadt mit involviert sein werde. MP

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