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Günstige Müllgebühren dank guter Mülltrennung

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Die Landkreisbürger trennen fleißig ihre Wertstoffe und produzieren so relativ wenig Restmüll. Dies wurde in der Sitzung des Umweltausschusses im Landratsamt bekannt gegeben.

Traunstein. Die Bürger des Landkreises sind eifrige Sammler von Wertstoffen, schaffen Glas, Altmetall und anderes regelmäßig in die Wertstoffhöfe und produzieren relativ wenig Restmüll, der im Müllheizkraftwerk in Burgkirchen verbrannt wird. Das waren einige der Fakten, die Birgit Seeholzer vom Landratsamt in der ersten Sitzung des neuen Kreisumweltausschusses unter Leitung von Landrat Siegfried Walch präsentierte. Sie gab einen Überblick über die gesamte Abfallwirtschaft im Landkreis. Der Ausschuss nahm ihren Bericht – ebenso einen weiteren über die »Klimawoche 2014« sowie die »Klima- und Energiekonferenz« – ohne Diskussionen zur Kenntnis.


Gebühren-Haushalt mit 9,4 Millionen Euro

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Nach Worten Seeholzers existieren 36 Wertstoffhöfe, betreut von gut 100 Mitarbeitern, in den 35 Gemeinden und Städten im Landkreis. Trotz steigender Einwohnerzahlen reduzierten sich die jährlichen Restmüllmengen stetig. 1990 lag der Wert noch bei rund 150 000 Tonnen, seit 2000 zwischen 145 000 und 140 000 Tonnen. Die Gebühren sanken ebenfalls – von 2000 noch 261 Euro jährlich für eine 120-Liter-Tonne auf mittlerweile 128 Euro. Die rund 50 000 angeschlossenen Haushalte im Landkreis bevorzugen die 120-Liter-Tonne, gefolgt von Gefäßen mit 80 und 60 Litern Volumen. In Wohnanlagen steht zumeist eine 240-Liter-Tonne.

Der Gebühren-Haushalt der Abfallwirtschaft mit rund 9,4 Millionen Euro finanziert sich laut Seeholzer zu mehr als drei Vierteln über die Restmüllgebühren. Die Erstattung aus mittlerweile zehn dualen Systemen macht pro Jahr rund eine Million Euro aus. Bei den Ausgaben fließen 3,6 Millionen Euro als Anliefergebühren dem ZAS, dem Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern, zu. Die Kosten der Müllabfuhr summieren sich zu mehr als 2,5 Millionen Euro. Eine Million Euro erstattet der Landkreis den Kommunen für deren Wertstoffhöfe.

Ausgaben von rund 60 000 Euro erforderte nach Worten der Referentin das letztjährige Hochwasser: »Der Landkreis hat die kostenlose Sperrmüllannahme in den betroffenen 22 Gemeinden organisiert. In 15 Gemeinden wurden Container aufgestellt. Zusätzlich wurde mit Recycling-Betrieben die kostenlose Annahme von Hochwassersperrmüll vereinbart.«

Eigentlich habe aller Sperrmüll über den ZAS in Burgkirchen entsorgt werden sollen. Wegen der damaligen Revision in dem hiesigen Müllkraftwerk jedoch habe man andere Wege suchen müssen. »Dankenswerterweise konnten wir einiges nach Kempten zur kostenlosen Entsorgung bringen. Unsere hiesigen Firmen haben vorher die holzigen Abfälle herausgenommen.« Landrat Siegfried Walch informierte, Kempten habe sich »solidarisch gezeigt mit der Region«: »Dafür habe ich mich beim Bayerischen Landkreistag bedankt.«

Weitere Themen beleuchtete die Referentin, darunter die im Juni 2014 neu strukturierte Grüngutverwertung. So kann diese Aufgabe erstmals auf Antrag auch an Gemeinden delegiert werden. Deutlich weniger wurden seit 2008 die über den Landkreis erfassten Mengen von Papier und Pappe – wegen der damals von vier Firmen offerierten privaten »blauen Tonnen«. Relativ stabil blieben die Altglasmengen.

Einen Rückgang beim Altmetall verursachten vor Jahren die damals noch erheblich höheren Metallpreise. Wie Seeholzer betonte, zogen manche Bürger es vor, ihren Schrott direkt bei Händlern zu verkaufen. Als die Metallpreise wieder niedriger wurden, landete wieder mehr in den Sammelcontainern.

Gut angenommen würden die Behälter für zusätzliche Kunststoffe: »Früher konnte man einen Joghurtbecher abliefern, nicht aber einen Kunststoffeimer.« Seeholzer unterstrich, die Kunststofffraktionen würden verwertet, nicht verbrannt. Die vielen von privaten Betrieben aufgestellten Altkleidercontainer zu entfernen, sei »sehr schwer«. Der Landkreis arbeite nach wie vor mit Wohlfahrtsverbänden zusammen. Aktuell seien »gute Preise für Altkleider« zu erzielen.

Müllverbrennungsanlage ist gut ausgelastet

Auch auf die Müllverbrennungsanlage des ZAS in Burgkirchen ging Seeholzer ein. Die für die südostbayerischen Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting, Mühldorf und Rosenheim sowie einige Landkreise in Niederbayern zuständige Anlage sei »gut ausgelastet« und gelte deutschlandweit als eine der besten, auch wegen ihrer effektiven Abgasreinigung.

Unter dem Motto »Umweltschutz von Anfang an« hätten 43 Schulklassen aus dem Landkreis Traunstein an den knapp 200 Führungen beim ZAS im Jahr 2012 teilgenommen. Die Buskosten hätten sich Kreis und ZAS geteilt.

Dem Ausschuss für Umweltfragen, Abfallwirtschaft und Energie mit Landrat Siegfried Walch als Vorsitzendem gehören für die CSU Hans Gnadl, Franz Helmberger, Martin Lackner, Josef Mayer, Peter Ober und Irmingard Siglreithmayer an. Für die FW/UW wirken Benno Graf und Paul Obermeier, für die SPD Dirk Reichenau und Claus Pichler. Bündnis 90/Die Grünen sind durch Hans Dandl und Alexander Reinmiedl vertreten, die Bayernpartei durch Andreas Holzner sowie die ÖDP durch Ute Künkele. kd