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»Gschlamper-Toni« hat wieder eine Heimstatt

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Pastoralreferent Robert Hintereder segnete die renovierte Antoniuskapelle. (Foto: Buthke)

Traunstein – Mit viel Aufwand und Eigenleistung hat Udo Henning, Wirt und Inhaber des Cafés Festung, die auf seinem Anwesen befindliche Antoniuskapelle renoviert. Jetzt segnete Pastoralreferent Robert Hindereder die Kapelle des »Gschlamper Toni«, wie der heilige Antonius von Padua im Volksmund genannt wird, weil er bei der Suche von verlorenen Gegenständen angerufen wird. Die »Kirmer-Dirndln« gestalteten die Andacht musikalisch.


Hintereder meinte, Kapellen seien notwendig, um unseren Alltag zu unterbrechen, denn sie seien besondere Orte zum Verweilen. Zusammen mit der Augenkapelle in Empfing und der Kapelle am Klobenstein bilde die Antoniuskapelle einen kleinen Pilgerweg entlang der Traun.

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Der Vorsitzende des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein, Hans Helmberger, erinnerte daran, dass der Förderverein Alt-Traunstein in den 1980er Jahren das damals noch in der ziemlich maroden Kapelle befindliche Bild des heiligen Antonius' renovieren hat lassen. Das passierte damals in Zusammenarbeit mit Franz Inselkammer, dem Inhaber der Brauerei Aying, sowie dem Vorbesitzer des Anwesens. Sie sorgten auch dafür, dass das Bild als Dauerleihgabe im Stadtmuseum seinen Platz fand.

»Mit der heutigen Aktion wollten wir keineswegs in die Kompetenzen des Fördervereins Alt-Traunstein eingreifen«, sagte Helmberger. »Aber nachdem uns die edle Spende eines Mitglieds, das den heiligen Antonius sehr verehrt, zugegangen war, sahen wir es als unsere Pflicht an, uns um die Ausgestaltung der Kapelle zu kümmern.«

Der Traunsteiner Künstler Rolf Wassermann hat mit der Genehmigung von Inselkammer das Anbetungsbild mit viel Liebe und Aufwand kopiert, den Rahmen gefertigt und es an seinem vorgesehenen Platz befestigt. Das etwa im 18. Jahrhundert von einem unbekannten Maler geschaffene Bild mit dem heiligen Antonius inmitten der heiligen Familie stellt ein einzigartiges Motiv dar.

Den heiligen Antonius erkennt man zentral im Bild im Franziskanerhabit mit den am Boden liegenden Lilien. Links davon ist eine weitere Person zu sehen. »Es könnte sich um den namentlich nicht bekannten Maler oder den Stifter der Kapelle handeln«, mutmaßte der Vorsitzende des Historischen Vereins.

Eine vermutlich aus dem 18. Jahrhundert stammende Antoniusfigur, die von einem Mitglied, das ungenannt bleiben will, deponiert wird, soll ebenfalls ihren Platz in der Kapelle finden. Einige Besucher der Einweihungsfeier regten zudem an, in der Kapelle noch einen Opferstock aufzustellen.

Oberbürgermeister Christian Kegel zeigte sich überwältigt von der großen Zahl der Teilnehmer. Die Kapelle gehöre zu den Kleinodien der Stadt. Sein Dank galt Udo Henning, der die Antoniuskapelle mit Mut und den entsprechenden Mitteln sowie in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege wieder zu neuem Leben erweckt habe. Dabei sei ihm der Förderverein »Alt-Traunstein« zur Seite gestanden.

Die Antoniuskapelle unterhalb der früheren Traunsteiner Veste sei erstmals bildlich 1701 in Erscheinung getreten. Schriftlich sei sie zum ersten Mal 1710 erwähnt worden. »Damit ist sie nach der Salinenkapelle die zweitälteste Kapelle in Traunstein«, stellte Kegel fest. Dies sei ein wunderbarer Anlass, sie wieder einzuweihen. Bjr

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