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Grundstück »hoffnungslos überbaut«

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Anstelle dieses Anwesens an der Chiemseestraße sollten nach der vorliegenden Planung die beiden Mehrfamilienhäuser gebaut werden. (Foto: Hauser)

Reit im Winkl – Nachdem die Bauanträge einer Invest GmbH auf Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern mit jeweils zwei Wohneinheiten an der Chiemseestraße im Ortsteil Entfelden bisher in zwei Sitzungen im Januar und im Oktober dieses Jahres abgelehnt worden waren, fanden sie auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung trotz mehrmals vorgenommener Änderungen keine Zustimmung.


Nach Auskunft der Unteren Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt Traunstein soll das Grundstück im Gegensatz zu den ursprünglichen Planungen nun nicht mehr geteilt werden. Eine Abweichung von den Bestimmungen der gemeindlichen Baugestaltungssatzung liegt in Bezug auf die Außentreppen vor, die ursprünglich an jedem der beiden Häuser geplant waren. Nun sollte nur noch am nördlichen Anwesen eine Außentreppe errichtet werden.

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Auch hinsichtlich der vorgesehenen Neigung der Eingangsüberdachungen ist eine Abweichung von der Baugestaltungssatzung notwendig. Die Gemeindeverwaltung hatte hier vorgeschlagen, die laut Satzung ausnahmsweise zulässige Neigung von mindestens zwölf Grad zu fordern.

Weiter waren im ursprünglichen Eingabeplan massive Abgrabungen für das nördliche Anwesen geplant. Dies widerspricht ebenfalls den Bestimmungen der Baugestaltungssatzung, wonach in der Regel die natürliche Geländeoberfläche nicht geändert werden darf. In der nun eingegangenen Planung sind wieder Abgrabungen dargestellt, jedoch im Vergleich um einen halben Meter weniger.

Statt der benötigten acht Stellplätze waren bisher nur sechs im Plan nachgewiesen, in den nun eingebrachten Austauschplänen werden die notwendigen acht Stellplätze nachgewiesen. Weiter hält sich nun im Gegensatz zu den vorhergehenden Planungen der südliche Baukörper an die in dem Bereich fiktive Baulinie.

Zu dem in Auftrag gegebenen Schallschutzgutachten liegen der Verwaltung keine neuen Erkenntnisse vor. Der Sachbearbeiter des Bauamtes beim Landratsamt hatte lediglich mitgeteilt, dass das Gutachten nun wohl vorliege, aber noch mit dem Sachgebiet Immissionsschutz besprochen werden müsse. Rechtliche Konsequenzen aus dem Gutachten müsste aber die Untere Bauaufsichtsbehörde ziehen.

Ein weiterer Kritikpunkt war die erhöhte Grundflächenzahl (GRZ), die das Maß der maximal überbaubaren Fläche festlegt. Die ursprüngliche Planung ergab eine GRZ von 0,29, die neuerliche von etwa 0,28. Die Gemeindeverwaltung hatte damals darauf hingewiesen, dass diese höchstens 0,20 bis 0,22 betragen sollte, um ein Einfügen zu gewährleisten. Sie hatte diesbezüglich mehrmals telefonischen Kontakt mit dem zuständigen Sachbearbeiter beim Landratsamt. Dieser teilt nicht die Auffassung des Gemeinderats, dass die Bebauung zu dicht werden würde. Seiner Meinung nach wäre diesbezüglich das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

Georg Speicher vertrat aber die Meinung, dass das betreffende Grundstück gemäß der vorliegenden Planung nach wie vor »hoffnungslos überbaut« wäre. Auch für die Schneeablagerung wäre demnach viel zu wenig Platz vorhanden. Im Übrigen bezeichnete er die Darstellung von acht Stellplätzen als nicht schlüssig. Er sei weiterhin massiv gegen das Vorhaben. Der gesamte Gemeinderat war ebenfalls dieser Meinung und lehnte die Bauanträge erneut einstimmig ab. sh