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Grundstein für die neue städtische Kinderkrippe gelegt

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Sie legten gestern den Grundstein für die neue städtische Kinderkrippe an der Vonfichtstraße auf dem Gelände des Studienseminars (von links): Oberbürgermeister Manfred Kösterke, Christa Fuchs, Stadtratsreferentin für Kindergärten und Grundschulen, Anja Preuster als Vertreterin des Mütterzentrums Traunstein, der Leiter des Studienseminars, Direktor Markus Moderegger, und Architekt Andreas Leonhard. (Foto: Buthke)

Traunstein. »Vor 30, 35 Jahren habe ich als kleiner Bub schon einmal genau an dieser Stelle gestanden beim Ministranten-Fußball. Umso mehr freut es mich, dass ich jetzt mit meinem Architekturbüro wieder zu sportlichen Höchstleistungen angetrieben werde«, sagte Planer Andreas Leonhard bei der gestrigen Grundsteinlegung für die neue städtische Kinderkrippe an der Vonfichtstraße auf dem Gelände des Erzbischöflichen Studienseminars.


Leonhard schwärmte regelrecht von dem großartigen Team, mit dem er hier spielen dürfe, und nannte es beeindruckend, wie entschlossen die Stadt Traunstein dieses Projekt durchziehe. Angefangen vom Stadtrat über die Verantwortlichen in der Verwaltung bis zu den Mitarbeitern der beteiligten Firmen »ziehen hier wirklich alle an einem Strang«. Die Stadt Traunstein baue hier in zweierlei Hinsicht für die Zukunft, zum einen für die Kinder, die ja die Zukunft der Stadt seien, zum anderen entstehe hier ein Niedrigenergiebau, wenn nicht gar ein Plus-Energie-Haus, das mehr Energie erzeuge, als es verbrauche.

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Klappt alles wie vorgesehen, geht die neue Krippe zum Jahresende in Betrieb mit vier Gruppen und dann bis zu 52 Kindern. Die Erzdiözese München-Freising hat dazu der Stadt Traunstein einen 2600 Quadratmeter großen Teil des Anwesens des Studienseminars St. Michael gegen Erbbaurecht zur Verfügung gestellt. Das knapp 40 Meter lange, zweigeschossige Gebäude wird dabei in ökologischer Holzbauweise gebaut und erfüllt den Niedrigstenergiestandard. Zu jedem Gruppenraum kommen ein eigenes Bad und eine separate Ruhezone. »Im Außenbereich wird eine ruhige, geschützte Gartenanlage für die Kinder geschaffen – mit ausreichend Platz zum Spielen und Toben«, sagte Oberbürgermeister Manfred Kösterke.

Die Kosten werden auf rund 2,7 Millionen Euro geschätzt, wovon der Freistaat Bayern rund 1,3 Millionen Euro übernimmt. Die Trägerschaft übernimmt der Verein Mütterzentrum Traunstein. Langfristig soll auch das Mütterzentrum auf diesem Grundstück neu gebaut werden, sagte Vereinsvorsitzende Anja Preuster am Rande der Grundsteinlegung.

Die Kommunen in Bayern hätten dem Familienministerium zufolge den 100 000. Krippenplatz in Bayern geschaffen, so Kösterke. Das sei zwar sicher ein Erfolg, aber nicht genug. Schließlich würden jedes Jahr 100 000 Kinder in Bayern geboren, und bereits ab August habe jedes Kind zwischen einem und drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz. Dem entsprechend laufe der Ausbau auch in Traunstein auf Hochtouren. Bereits im September vergangenen Jahres sei der Grundstein für die neue Krippe an der Kindergartenstraße gelegt worden. Dort stünden ab Herbst 39 Plätze für Kleinkinder zur Verfügung.

»In Zukunft wird es mit diesen beiden Einrichtungen 170 Krippenplätze geben, was – innerhalb der vergangenen fünf Jahre – nahezu einer Verdreifachung des Krippenplatzangebots entspricht«, so Kösterke. Derzeit stehen 105 Plätze für unter Dreijährige in Traunstein zur Verfügung. Damit nehme die Stadt bereits jetzt eine Spitzenposition im Landkreis ein und erfülle auch bereits die Durchschnittsvorgabe der Bundespolitik.

Auch für die Stadt Traunstein stelle der Neubau der beiden städtischen Kinderkrippen eine große finanzielle Belastung dar, »die wir aber gerne auf uns nehmen, denn diese Maßnahme ist im Interesse unserer Familien.« Mit dem Bau der beiden neuen Krippen erreicht die Stadt Traunstein eine Bedarfsdeckung von 65 Prozent – deutlich über dem bayerischen Durchschnitt von 53 Prozent.

Kösterke würdigte besonders Direktor Markus Moderegger vom Studienseminar St. Michael für die schnelle Bereitschaft zur Kooperation sowie die Erzdiözese München-Freising, die der Stadt das Grundstück in Erbbaurecht zur Verfügung gestellt habe. coho