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Grundstein für das »Haus der Begegnung« gelegt

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Bei der Grundsteinlegung wurde kräftig angepackt. Unser Bild zeigt (von links) Pfarrer Ludwig Westermeier, Diplomingenieur Stefan Mayer, Bauleiter Thomas Standl, Bürgermeister Hans-Jörg Birner und Roman Dienersberger von der Regierung von Oberbayern. (Foto: Sojer)

Kirchanschöring – Dieser Tag wird den Kirchanschöringern noch lange in Erinnerung bleiben. Bei einem kleinen Festakt wurden der Grundstein für das Projekt »Haus der Begegnung« am Georg-Rinser-Weg gelegt und eine Zeitkapsel versenkt.


15 Jahre lang gab es ein ständiges Auf und Ab, unzählige Bürger haben sich in Arbeitskreisen und Projektgruppen für das Projekt eingesetzt, das schließlich in die Gründung des Vereins »Haus der Begegnung« mündete. Viel Lob gab es von Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner: »Alle Beteiligten verfolgten das große Ziel mit einem immensen Stehvermögen«. Die Baufläche in dieser Lage und Qualität verdanke man der örtlichen Kirche. Nicht nur die Idee wurde positiv begleitet, sondern mit deren Hilfe konnte die Gemeinde einen Erbpachtvertrag mit günstigen Konditionen auf Basis einer sozialen Nutzung der Fläche aushandeln.

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Die Gemeinde hatte sich sehr intensiv mit dem Projekt auseinandergesetzt, dennoch war spezieller Sachverstand nötig, um die vielen Ideen in ein umsetzbares Konzept und konkrete Planung zu verwirklichen. Dazu konsultierte die Gemeinde Diplomingenieur Stefan Mayer und sein Team der CaraVita GmbH, die das Projekt im letzten Teil begleiteten. »Mit dem Projekt 'Haus der Begegnung' wird eine moderne, soziale Mitte geschaffen und die Menschen können im gewohnten Umfeld ihren Lebensabend verbringen«, sagte Stefan Mayer.

Neben all den technischen und konzeptionellen Überlegungen war auch das Einbinden des Projekts in die kommunale Struktur von großer Wichtigkeit. Gemeinsam mit Rechtsanwalt Dr. Stefan Detig wurden die Vorbereitungen für das Kommunalunternehmen »Wohnbaugesellschaft Kirchanschöring« getroffen und mit allen zuständigen Stellen abgestimmt. Eine Satzung und ein Betrauungsakt wurden erarbeitet und im Gemeinderat bei einer Sondersitzung einstimmig verabschiedet. Am 28.   Januar 2016 sei der finale Beschluss zur Umsetzung des Projekts »Haus der Begegnung« gefasst worden mit der Freigabe von 1,2 Millionen Euro und der Installation der Wohnbaugesellschaft, so Bürgermeister Birner.

Bis die Kommune wusste, welche Förderwege und Fördermöglichkeiten es gäbe, waren zeitaufwändige Recherchen und viele Gespräche notwendig. Birner erinnerte an den gescheiterten Förderantrag im Jahr 2009 beim Deutschen Hilfswerk. »Die Enttäuschung war sehr groß – so etwas sollte uns nicht noch einmal passieren«, sagte Birner. Die Gemeinde gab nicht auf und suchte weiter nach Lösungen. Nach unzähligen Gesprächen mit verschiedenen Institutionen kam es dann zu einem Termin, der zum Wendepunkt führte. Mit den Förderpartnern – der Wormland-Stiftung, der bayerischen Landesstiftung, dem Amt für Ländliche Entwicklung im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts »Leben und Wirtschaften in Kirchanschöring« und im besonderen Ausmaß der Regierung von Oberbayern – waren die Planung und Finanzierung gesichert. Schließlich wurde das Bauvorhaben vom Landratsamt in Traunstein genehmigt.

Seit 2016 wird das Projekt »Haus der Begegnung« von der Wohnraumförderung Bayern begleitet. Von den rund 4 Millionen Euro kommen 2,5 Millionen Euro aus der Wohnraumförderung. Davon sind 700 000 Euro Zuschüsse und der Rest sind zinsgünstige Darlehen. Roman Dienersberger von der Regierung von Oberbayern sagte: »Mit diesen Fördermitteln können die Mieten für Einkommensschwache bis zu vier Euro pro Quadratmeter abgesenkt werden.« Bezahlbaren Wohnraum für Senioren zu schaffen, kombiniert mit Gemeinschaftseinrichtungen sei ein sehr schöner und zukunftsorientierter Ansatz.

Pfarrer Ludwig Westermeier sagte: »Es wird ein Haus sein, das selbst Botschaft sein will. Die Botschaft, dass es ein offenes Haus ist und zur Gemeinschaft einlädt, Hilfe anbietet, Zweifel zulässt und Antworten findet. Es wird ein Haus sein, in dem auch Gott wohnen soll, in den Herzen der Menschen, die hier leben.« Anschließend segnete der Pfarrer die Zeitkapsel, in der sich unter anderem ein Fünf-Euro-Schein sowie das Konzept des Hauses, alle Förderbescheide und der Finanzierungsplan befanden, bevor diese auf dem Grundstück vergraben wurde. soj

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