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Grundschule Taching bekommt eine Mittagsbetreuung

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Taching am See. Die Einführung einer Mittagsbetreuung für die Grundschule Taching beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Schulleiter Joachim Müller berichtete dazu über eine Elternbefragung, aus der sich ein Bedarf für eine Mittagsbetreuung für 15 Kinder ergebe. Nachdem die Mittagsbetreuung in Waging voll ausgebucht sei und deshalb nicht mehr für die Tachinger Schüler angeboten werden könne, hätten die Eltern ihre Wünsche geäußert. Bei der Bedarfsabfrage haben sich unterschiedliche Betreuungstage mit unterschiedlichen Betreuungszeiten ergeben. Einige Eltern hätten erklärt, dass nur eine Anmeldung des Kindes bis 15.30 Uhr infrage komme.


Bürgermeisterin Ursula Haas schlug vor, in Anlehnung an die Eigenbeteiligung in Waging einen Elternbeitrag von monatlich 25 Euro für die kurze Gruppe bis 14 Uhr anzusetzen, die für elf Monate pro Jahr erhoben werde. Voraussetzung ist, dass die Eltern eine ganzjährige, vertragliche Verpflichtung eingehen, damit die Kinderzahl nicht unter zehn im ersten Jahr und zwölf im zweiten Jahr absinkt und die Gemeinde dadurch die Förderung für die Mittagsbetreuung verlieren würde. Ein Mittagessen würde bis 14 Uhr nicht gestellt.

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Zwei Kinder können sich einen Platz teilen

Die Kinder müssen an allen fünf Tagen in der Woche die Einrichtung nutzen, es bestehe jedoch die Möglichkeit, dass sich zwei Kinder einen Betreuungsplatz teilen. Für die Betreuung könnten nur qualifizierte Kräfte eingesetzt werden, bis 14 Uhr würde eine qualifizierte Erziehungsperson ausreichen, zum Beispiel auch eine Mutter mit pädagogischen Fähigkeiten, bei einer Betreuung bis 15.30 Uhr dürfe diese Aufgabe nur auf ausgebildete Erzieher übertragen werden. Ferner müsse der Elternbeirat zustimmen.

Bei Erfüllung der genannten Voraussetzungen würde die Gemeinde bei Einführung einer Mittagsbetreuung bis 14 Uhr jährlich einen Zuschuss von 3300 Euro erhalten. Die nicht bezuschussten Kosten seien von der Gemeinde zu tragen.

Die Gemeinde müsste eine Benutzungsordnung erlassen und Räume zur Verfügung stellen, die eine kindgerechte, spielerische Betreuung ermöglichen und ungestörtes Erledigen von Hausaufgaben gewährleisten. Hierfür könnte der Raum rechts vom Turnhalleneingang genutzt werden. Es wäre zweckmäßig, das Personal auf zwei Kräfte auszulegen mit Blick auf den möglichen krankheitsbedingten Ausfall.

Weiter gab Haas bekannt, dass Müller ab dem nächsten Schuljahr Rektor der Waginger Grundschule werde. Müller sagte dazu, er habe lange überlegt, ob er sich in Waging bewerben solle, letztendlich habe er sich aber dann aufgrund der guten Perspektive dafür entschieden und den Zuschlag bekommen. Der Abschied von der Tachinger Grundschule werde ihm schwer fallen. Die Schülerzahlen seien zwar zunächst sehr positiv – im nächsten Jahr werden rund 30 Erstklässler eingeschult – in den nächsten Jahren gehe es aber deutlich bergab. In den nächsten Jahren kämen mit der Inklusion von behinderten Kindern oder Integration von Flüchtlingskindern neue Herausforderungen auch auf die Grundschule in Taching zu.

Zur Mittagsbetreuung berichtete er, dass das Drängen der Eltern mittlerweile immer stärker geworden sei. Zum allgemeinen Schulbetrieb berichtete Müller, die Wände der Grundschule seien neu gestrichen worden und ab dem neuen Schuljahr müssten die Vorgaben des neuen Lehrplans umgesetzt werden. Die Zuteilung von Lehrerstunden erweise sich aufgrund der geringen Schülerzahlen als schwierig, man werde in der Zukunft jahrgangsübergreifende Klassen akzeptieren müssen.

Bürgermeisterin Haas fügte an, dass das Schulamt den Grundschulstandort Taching möglichst lange halten wolle und die Schulleiterstelle deshalb möglichst bald wieder nachbesetzt werden solle. Der Anspruch der Tettenhausener Schüler auf eine Mittagsbetreuung sei verständlich, man solle das als Chance sehen, das Angebot in der Tachinger Grundschule zu verbessern.

Schulbusse werden nicht eingesetzt

In der Diskussion beantwortete sie verschiedene Fragen zur Mittagsbetreuung. Die Beförderung der Kinder sei Sache der Eltern, Schulbusse müssten nicht eingesetzt werden. Die Eltern, die einen Bedarf bis 15.30 Uhr angemeldet haben, hätten gleichzeitig angegeben, dass für sie eine Betreuung bis 14 Uhr nicht infrage komme. Die Gebühr von 25 Euro sei in Anlehnung an Waging vorgeschlagen worden, weil dort bisher einige Kinder aus der Grundschule Taching die Mittagsbetreuung besucht hatten. Eine Schulpflicht gebe es bei der Mittagsbetreuung nicht, aufgrund der genannten Gründe müssten die Eltern jedoch für das ganze Schuljahr die Kosten tragen.

Zum Abschluss legte der Gemeinderat einstimmig fest, falls für die Mittagsbetreuung bis 14 Uhr im ersten Jahr neun Kinder und ab dem zweiten Jahr zwölf Kinder an fünf Tagen erreicht würden, eine Mittagsbetreuung ab dem nächsten Schuljahr einzuführen. Die Betreuung solle von zwei 450-Euro-Kräften an jeweils unterschiedlichen Tagen geteilt werden, damit bei Krankheit eine gegenseitige Vertretung da sei. Weiter wurde beschlossen, dass die Bürgermeisterin ermächtigt wird, hierfür das notwendige Personal einzustellen. fr