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Grundschule St. Georgen soll Inklusions-Schule werden

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Die Zeichen stehen nach Einschätzung der Traunreuter Stadtverwaltung gut, dass die Grundschule St. Georgen – Sonnenschule als Inklusions-Schule anerkannt wird. Der Hauptausschuss des Stadtrats hat dazu eine positive Empfehlung abgegeben. (Foto: Rasch)

Traunreut – Nach dem Willen des Hauptausschusses im Traunreuter Stadtrat soll die Grundschule St. Georgen - Sonnenschule als Inklusions-Schule anerkannt werden. Darauf verständigte sich das Gremium in seiner jüngsten Sitzung. Die einstimmige Empfehlung muss aber noch vom Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag abgesegnet werden. Die Zustimmung des Stadtrats ist nämlich Voraussetzung, um beim Bezirk Oberbayern einen Antrag auf Anerkennung des Schulprofils »Inklusion« einreichen zu können.


Einen großen »Run« erwartet Schulleiter Arno Rausch nicht, sollte die Schule das Profil für sonderpädagogischen Förderbedarf erhalten. »Wir haben jetzt schon zehn Schüler mit einem diagnostizierten, pädagogischen Sonderbedarf«, sagte der Schulleiter. Eine Anerkennung des Profils würde bedeuten, dass die Schule zusätzliche Lehrerstunden bekommen würde. Die Mindeststundenzahl bei einer Anerkennung liegt nach Angaben des Schulleiters bei 13 Stunden im sonderpädagogischen Bereich und zehn Stunden im Grundschulbereich.

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Rausch betonte ausdrücklich, dass es sich bei dem für St. Georgen angestrebten Schulprofil um einen pädagogischen Sonderbedarf handle und nicht wie an der Heinrich-Braun-Inklusionsschule Trostberg um einen erhöhten sonderpädagogischen Förderbedarf. »Das ist im Moment nicht mein Anliegen«, sagte der Schulleiter. Große Engpässe bei den Klassenräumen sehe er nicht, zumal die allgemeinen Schülerzahlen ohnehin rückläufig seien. Sollte die Schule das Profil erhalten, wären auch keine Umbaumaßnahmen oder Investitionen notwendig. Die Schule sei behindertengerecht ausgestattet und stehe »toll« da. Vor diesem Hintergrund nutze er auch die Gelegenheit, sich bei der Stadt zu bedanken. Die Verwaltung und der Stadtrat habe immer ein offenes Ohr für die Schule, lobte Rausch. Lobend erwähnte er auch die Kooperation mit der Wilhelm-Löhe-Förderschule Traunreut. Die Zusammenarbeit mit der Förderschule funktioniere sehr gut und auch sein das Kollegium in Sankt Georgen sei ein hervorragend eingespieltes Team.

Mit der inklusiven Schule soll dem Ziel der UN-Behindertenrechtskonvention Rechnung getragen werden, die Chancengleichheit von Menschen mit Behinderung auch im schulischen Bereich zu fördern und ihre Diskriminierung in der Gesellschaft zu unterbinden. Im Stadtgebiet von Traunreut gibt es bislang keine Inklusions-Schule. Die St.-Georgen-Sonnenschule wäre damit die erste Schule in der größten Stadt im Landkreis Traunstein, die ein solches Profil anbieten könnte. Neu einzuschulende Grundschüler, die ein Schulprofil »Inklusion« nutzen möchten, könnten somit ab dem kommenden Schuljahr 2016/2017 in Sar. Georgen unterrichtet werden.

Von der Verwaltung wird die Anerkennung des Schulprofils begrüßt und auch in Aussicht gestellt. »Ich bin davon überzeugt, dass wir die Anerkennung bekommen«, sagte Geschäftsführer Josef Maier dem Traunsteiner Tagblatt. Weiter teilte er mit, dass die Schüler aus dem Stadtgebiet Traunreut, die derzeit die Heinrich-Braun-Inklusionsschule in Trostberg besuchen, damit nicht gezwungen werden, nach St. Georgen zu wechseln. »Die Schüler können wechseln, müssen aber nicht.« Gleiches gelte für die Schüler aus Traunreut, die derzeit die Inklusions-Mittelschule in Trostberg besuchen, sollte in naher Zukunft auch die Werner-von-Siemens-Mittelschule Traunreut das Schulprofil »Inklusion« beantragen. Die Voraussetzungen durch den Einbau eines Aufzugs in der Traunreuter Mittelschule wurden dafür bereits getroffen. ga