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Grundschule Nußdorf: Mehr Austausch mit Bürgern

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Nußdorf. Bei Bürgergesprächen der Bürgerliste Nußdorf in Aiging und Sondermoning wurden die Kandidaten und Erfolge der Bürgerliste präsentiert. Eine rege Diskussion gab es im Anschluss zu den Themen Verkehrsentlastung und Grundschule.


Der Kandidat der Bürgerliste, Markus Putze, referierte über das Thema Grundschule. Diese wird nach einem Beschluss des Gemeinderates aus wirtschaftlicher Erwägung neu gebaut und nicht generalsaniert (wir berichteten). So sei die nach einer Kostenschätzung 1,3 Millionen Euro teure energetische Sanierung nicht mehr als Option interessant, da sie nicht gefördert werde. Bezüglich der 4,3 Millionen Euro teuren Generalsanierung sei unbekannt, wodurch die drei Millionen Euro Mehrkosten begründet würden, kritisierte Putze. Der Neubau wäre mit Maximalkosten von 2,5 Millionen Euro förderfähig, würde in Nußdorf aber mit 4,1 Millionen Euro geschätzt. Auch hier ist nicht bekannt, woher die Mehrkosten zu den förderfähigen Kosten stammen.

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Putze wünschte sich zudem – wie auch die Ratsmehrheit – eine neue Turnhalle in vernünftiger Größe in Nußdorf. Eine zweite kleine Mehrzweckturnhalle bei der jetzigen Schule mache wenig Sinn, betonte er.

Auch bei der Diskussion war die Grundschule ein Thema. Ein Versammlungsteilnehmer wies darauf hin, dass ein Neubau rund fünf Jahre benötige. Damit seien von den 15 Jahren Bestandsschutz für die Grundschule schon ein Drittel vorbei. Das öffentliche Gebäude werde zudem auf 30 Jahre finanziert und müsse aber auf 40 Jahre abgeschrieben werden. Die Fördergelder seien auch zweckgebunden und könnten einer Prüfung durch die kommunale Aufsichtsbehörde eventuell nicht standhalten.

Mitglieder des Gemeinderats wiesen auf den Vorbehalt der Finanzierbarkeit und damit die fehlende Endgültigkeit der Entscheidung gegen die Sanierung hin. Es wurde auch der Wunsch geäußert, dass die Grundschule im Ort bleiben soll. Zudem wurde betont, dass es allen um die besten Möglichkeiten für die Kinder gehe. Die Bürgerliste wünsche sich lediglich mehr Bürgerbeteiligung, sagte Putze.

Von einem anderen Versammlungsteilnehmer wurde darauf hingewiesen, dass bereits zu Dorferneuerungszeiten Ende der 90er Jahre das Thema Grundschule schlummere. Er verstehe nicht, dass dies nun im Geheimen geschehen müsse; damals sei positiver damit umgegangen worden. Bürgerlisten-Kandidat Franz Aigner bekräftigte die Notwendigkeit des Austausches der Räte mit den Bürgern, was in Nußdorf rechtlich nicht möglich sei durch die Nichtöffentlichkeit im Gemeinderat. Die Beteiligung der Bürger werde angestrebt, sobald mehr Informationen bekannt seien, wurde gesagt.

Auf die Nachfrage eines Teilnehmers nach Verwendung der alten Schule bei einem Neubau wurde von den anwesenden Gemeinderäten auf den geringen Fortschritt der Entscheidungsfindung verwiesen.

Ein Teilnehmer wollte von den Kandidaten wissen, wie sie ihre Wünsche – etwa nach einem Spielplatz – finanzieren möchten. Die beiden Kandidaten Franz Aigner und Steffi Brunner stellten den aus ihrer Sicht für die Gemeinde relativ geringen Umfang dar. So würde etwa die Erstklassausstattung auf rund 7500 Euro pro Jahr kommen. Der Geschwisterbonus schlage mit rund 600 bis 1800 Euro pro Jahr zu Buche, so Brunner. Markus Putze ergänzte, dass durch das Abwägen und Verhindern von eventuell unnötigen Ausgaben die Gelder für die der Bürgerliste wichtiger erscheinenden Aufgaben erwirtschaftet werden sollen. Zudem sähe die Bürgerliste diese Ausgaben nicht als »Luxus«, sondern als kommunal-soziale »Pflichtausgaben«, um Nußdorf für junge Familien mit Kindern attraktiv zu machen, betonte der Vorsitzende Uwe Kleinert.

Auch die Verkehrsentlastung war ein Thema. Ein Teilnehmer kritisierte, dass die Verantwortlichen bei der Umfahrung von Traunstein die völlig ungenügende Autobahnauffahrt in Siegsdorf übersehen hätten. Der LKW-Verkehr weiche daher über Grabenstätt aus und rolle damit auch durch Chieming und Sondermoning. Die Kandidaten der Bürgerliste versprachen, in diesem Zusammenhang weiterhin Druck zu machen.