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Grundlegende Sanierung des Freizeitbeckens

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Traunreut. Im Herbst vergangenen Jahres hatte sich der Stadtrat für eine grundlegende Sanierung des Nichtschwimmerbeckens im Franz-Haberlander-Freibad Traunreut ausgesprochen. Gleichzeitig wurde ein Büro beauftragt, über den Winter eine wirtschaftliche Lösung auszuarbeiten. Die Konzeptstudie, die in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro für Wasseraufbereitung von einem Münchner Architektenbüro erstellt wurde, liegt jetzt vor und wurde im Bauausschuss ausführlich erläutert.


Schäden an den Fliesen

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Wie Architekt Norbert Schöfer eingangs erklärte, sei die Lebensdauer des Keramik-Beckens trotz guter Pflege nach über 30 Jahren zu Ende. Wie berichtet, sind in den vergangenen Jahren vermehrt Schäden an den Fliesen des Beckens in Form von Belags-Ablösungen und Rissen aufgetreten. Die schadhaften Stellen, bei denen Unmengen von Wasser im Boden versickerten, mussten immer wieder notdürftig abgedichtet werden. Ausgehend von diesen Schadensbildern sei eine grundlegende Sanierung des Nichtschwimmerbeckens aus wirtschaftlicher und nutzungstechnischer Sicht erforderlich, sagte Schöfer.

Bei den Untersuchungen habe sich auch herausgestellt, dass die Wassertiefe des Beckens, die sich maximal bei 1,13 Meter bewege, nicht der Regel entspreche. Deshalb schlug er vor, bei einer Sanierung den Beckenkopf um 45 Zentimeter auf 1,32 Meter zu erhöhen. Diese Beckenkopferhöhung hätte unter anderem den Vorteil, dass weniger Laub oder ähnliches ins Becken geweht werde. Außerdem böte die erhöhte Position für die Badegäste eine Sitzmöglichkeit. Bei einer Beckenkopferhöhung müsste allerdings der Auslauf an der Wasserrutsche angepasst werden. Dabei könnte gleichzeitig der Strömungskanal in hydraulisch optimierter Form neu erstellt werden.

Zur Badewassertechnik führte Schöfer unter anderem aus, dass der Technikkeller in einem erstaunlich guten Zustand sei. Dieser könnte auf alle Fälle erhalten bleiben, ebenso die Rohrwasserleitungen. Die Filterbehälter seien zwar nicht mehr normgerecht, aber solange die gemessenen Wasserwerte noch in Ordnung seien, müsste kein Austausch vorgenommen werden. Ebenso wiederverwendet werden könnte die erst vor einigen Jahren erneuerte Reinwasserleitung vom Technikraum zum Becken.

Vier Varianten stehen zur Auswahl

Was die Auskleidung des Beckens betrifft, stehen vier Varianten zur Auswahl: Eine Edelstahlauskleidung, eine Folienauskleidung mit Edelstahlbeckenkopf, eine keramische Auskleidung (Fliesen) oder ein »Naturbecken« mit biologischer Wasseraufbereitung. Die geschätzten Kosten der jeweiligen Varianten beinhalten auch die Attraktionsausstattung. Ein »Naturbecken« – mit 1,88 Millionen Euro die teuerste Variante – wäre zwar biologisch sinnvoll, hätte aber den Nachteil, dass wegen eines hohen Bakterien- oder Krankheitserregergehalts im Badewasser ein wesentlich höheres Risiko bestehe als bei Becken mit konventioneller Wasseraufbereitung, da kein Chlor zur Desinfektion verwendet werde. Durch den Algenbewuchs am Beckenkörper sei auch der Reinigungsaufwand um ein vielfaches höher, so Schöfer. Zudem wäre zur Wasseraufbereitung eine komplett neue Badewassertechnik notwendig.

Eine keramische Auskleidung bei richtiger Produkt- und Systemwahl hätte den Vorteil einer langen Lebensdauer und könnte hochwertig gestaltet werden. Bei richtiger Pflege gehe man von einer Lebensdauer zwischen 25 und 30 Jahren aus. Nachteilig wirke sich durch den Schicht- und Systembau eine längere Bauzeit aus, die wiederum stark witterungs- und temperaturabhängig sei. Diese Variante wäre mit 1,08 Millionen Euro die günstigste Lösung.

Kosten von 1,3 Millionen Euro

Bei einer Folienauskleidung mit Edelstahlbeckenkopf würden sich die Kosten bei 1,3 Millionen Euro bewegen. Durch die fugenlose und homogene Oberfläche wäre hier der Reinigungs- und Wartungsaufwand relativ gering. Nachteilig sei die Lebensdauer der Folienauskleidung, die nach 15 bis 20 Jahren ausgetauscht werden müsste. Bei einer Edelstahlauskleidung geht man bei entsprechender Pflege in der Regel von einer Lebensdauer von 35 Jahren und länger aus. Auch hier sei der Reinigungs- und Wartungsaufwand sehr gering.

Durch den hohen Vorfertigungsgrat seien kurze Montagezeiten möglich und der Werkstoff sei durch eine hohe Elastizität weitestgehend frostunempfindlich. Mit 1,4 Millionen Euro seien die Investitionskosten ähnlich relativ hoch wie bei einem Folienbecken mit Edelstahlbeckenkopf. Um die Haltbarkeit des Beckens sicherzustellen, seien dabei auch die Pflege- und Nutzungshinweise zwingend zu beachten. Auch bei der Farbgestaltung sei man eingeschränkt, was jedoch im Außenbereich durch die lebendigen, natürlichen Lichtverhältnisse unkritisch zu sehen sei.

Auf eine konkrete Variante legte sich das Gremium noch nicht fest. Bürgermeister Franz Parzinger stellte sowohl eine Edelstahl- als auch eine Keramik-Variante zur Disposition und wies darauf hin, dass die Unterhaltskosten bei einer Edelstahlvariante wesentlich geringer wären. Vor einer Entscheidung will sich das Gremium ein Bild von einem Edelstahlbecken im Erlebnisbad »Prienavera« machen.

Nach Angaben des Architekten, der die Studie auch dem Stadtrat in seiner Sitzung kommende Woche vorstellen soll, könnte die Sanierung zwischen September 2014 und Juni 2015 durchgeführt werden. ga