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Grünes Licht für zahlreiche Bauvorhaben

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Das Rathaus an der Salzburger Straße benötigt einen Aufzug. Gehbehinderte gelangen wegen der Treppen nicht ohne Weiteres in das Gebäude. Foto: Caruso

Waging am See – Viele Bauvorhaben genehmigte der Waginger der Bau- und Werkausschuss, nachdem die Änderung des Bebauungsplans »Tettenhausen – Am Sandberg« nicht mehr auf der Tagesordnung stand.


Nachdem Bürgermeister Herbert Häusl die Änderung des Bebauungsplans »Tettenhausen – Am Sandberg« von der Tagesordnung genommen hatte, beschäftigte sich der Bau- und Werkausschuss mit zahlreichen Bauvorhaben, die allesamt das gemeindliche Einvernehmen erhielten. Damit können aber noch nicht überall automatisch die Baumaschinen anrücken, weil das eine oder andere Vorhaben auch noch die Zustimmung der Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt Traunstein benötigt.

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Das gemeindliche Einvernehmen ist aber Voraussetzung, damit das Landratsamt den Antrag zum Bau eines Austragshauses mit Garage in Jakobspoint bei Tettenhausen endgültig entscheiden kann. Denn der Ortsteil Jakobspoint befindet sich im baurechtlichen Außenbereich. Eine Genehmigung für ein sonstiges Wohnhaus scheide dort aus, da befürchtet werde, dass das Vorhaben zu einer unerwünschten Verfestigung einer Splittersiedlung führe, die öffentliche Belange beeinträchtige, erläuterte die örtliche Bauamtsleiterin Sabine Kraller die Situation. »Somit kommt eine Genehmigung nur im Rahmen eines landwirtschaftlichen Betriebs in Betracht.«

Weg könnte trotz Privilegierung steinig werden

Die Antragstellerin, die per Vorbescheid geklärt haben wollte, ob der Neubau des neuen Austragshauses überhaupt eine Chance hat und rechtlich zulässig ist, sagte, dass es sich bei ihrem Anwesen, das als zweites Standbein auch Feriengäste beherbergt, um einen landwirtschaftlich genutzten Biobetrieb mit Tierhaltung handle, der vielleicht auch in der nächsten Generation weitergeführt werde. Zudem stünde auf dem Areal schon ein altes Zuhaus, das während des Zweiten Weltkriegs entstanden ist und heute als Ferienhaus dient. Überdies gebe es auch noch ein altes, unbewohntes Bauernhaus. »Trotz Privilegierung könnte der Weg lang und steinig werden, bis das neue Haus Wirklichkeit wird«, betonte Bürgermeister Herbert Häusl. Ein erster Schritt ist in jedem Fall getan: Der Bau- und Werkausschuss gab einstimmig grünes Licht.

Ebenfalls im baurechtlichen Außenbereich liegt das Grundstück eines Landwirts, der in der Nähe von Forst (Nirnharting) seine landwirtschaftlich genutzte Maschinen- und Gerätehütte erweitern möchte. »Die Untere Naturschutzbehörde wird beteiligt, wegen des Biotops, das sich in der Nähe befindet«, sagte Kraller und betonte: »Von Seiten der Gemeinde haben wir nichts gefunden, was dem Erweiterungswunsch entgegenstehen würde.«

Dem Außenbereich wird auch ein Grundstück am Mühlenweg in Freimann zugeschlagen, auf dem der Grundstückseigentümer eine Doppelgarage an den bestehenden Holz- und Geräteschuppen anbauen möchte. Dies sei bereits mit dem Landratsamt besprochen worden, das den entsprechenden Plänen auch eine Genehmigung in Aussicht gestellt habe, hieß es. Daher winkte der Bau- und Werkausschuss die Sache jetzt praktisch nur noch durch.

Grünes Licht für Quergiebel und Hackschnitzelbunker

An einem Gebäude in Partenhausen (Freimann) sollen ein Quergiebel und ein Hackschnitzelbunker eingebaut werden. Die Bauamtsleiterin empfahl dem Bauherrn, der eine Anfrage gestellt hatte, ein Bauberatungsgespräch im Landratsamt wahrzunehmen, obwohl die Marktgemeinde beide Vorhaben grundsätzlich befürwortete. Denn das Grundstück liegt im Außenbereich und die Umbauten seien als sonstige Vorhaben zu beurteilen.

Grünes Licht erhielt auch der Bau eines neuen Einfamilienhauses an der Dorfstraße in Nirnharting, das sich dort offensichtlich in die nähere Umgebung einfügt. Das neue Haus soll an ein bestehendes Gebäude angebaut werden.

Mit einem Antrag auf Baugenehmigung wandten sich die Eigentümer eines Grundstücks am Gastager Weg an die Marktgemeinde, weil sie das dortige alte Wohnhaus abreißen und durch ein neues Zweifamilienhaus samt Doppelgarage ersetzten wollen. Schon in seiner April-Sitzung hatten die Ausschussmitglieder einem entsprechenden Vorbescheid das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht gestellt, das nun auch verbindlich zugesagt wurde. »Auch das Landratsamt hat mit einem positiven Vorbescheid signalisiert, dass das Errichten des Wohnhauses planungsrechtlich zulässig ist«, so Kraller.

Auch die Marktgemeinde tritt demnächst selbst als Bauherrin auf und errichtet einen Lift im Rathausgebäude, und zwar direkt neben dem Haupteingang. Denn dieses öffentliche Gebäude ist für behinderte Menschen bisher schwer zugänglich. Mit dem Einbau eines Aufzugs schafft man einen zeitgemäßen und damit einen senioren- und behindertengerechten Zugang, über den man bequem neben den Stufen des Haupteingangs an der Salzburger Straße die örtlichen Ämter erreichen kann. Der für den Lift nötige Raum wird vom Einwohnermeldeamt abgezweigt.

Empfangsbereich soll im Rathaus entstehen

Im Eingangsbereich will die Marktgemeinde im Zuge des Lifteinbaus zudem einen Empfangsbereich einrichten, der durch Glasscheiben transparent, hell und freundlich gehalten werden soll. »Mit den Arbeiten wollen wir Mitte bis Ende September beginnen«, teilte Häusl mit. Auf Nachfrage von Ausschussmitglied Franz Schwangler bezifferte Häusl die Bauwerkskosten der Maßnahme auf rund 60 000 Euro.

Abschließend gab der Rathauschef noch bekannt, dass er auftragsgemäß die Elektroinstallationsarbeiten, die im Zuge der Umbauarbeiten im Gebäude der Tourist-Info anfallen, vergeben habe. »Den Zuschlag erhielt die örtliche Elektroinstallationsfirma Gruber.« Wie mehrfach berichtet, ziehen die Gemeindewerke vom Rathaus in die neu gestalteten Büros um, die in der ehemaligen Hausmeisterwohnung im ersten Stock der Tourist-Info aktuell entstehen. ca