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»Grünes Licht« für das umstrittene Gewerbegebiet

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Hier im Bereich der ehemaligen Kiesgruben westlich von Wolkersdorf soll nach dem Willen des Gemeinderates eine Gewerbefläche bereitgestellt werden. Vor allem die Freien Wähler Grabenstätt wollten dies verhindern. (Foto: Müller)

Grabenstätt. Bereits seit August vergangenen Jahres läuft das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes »Gewerbegebiet Aberg«. Der inzwischen konkreten Bebauungsplanung zufolge soll dafür eine Gewerbefläche im Bereich der ehemaligen Kiesgruben westlich von Wolkersdorf bereitgestellt werden. Wie es in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hieß, wurden 24 Träger öffentlicher Belange – darunter etwa Behörden oder Energieversorger – beteiligt, von denen sich etwa die Hälfte gar nicht äußerte und die andere Hälfte keine Einwände erhob.


In der Sitzung wurde nun der Planung zugestimmt. Mit der Mehrheit von elf zu fünf Stimmen – dagegen waren Anton Mayrhofer, Andreas Danzer und Doris Biller (alle Freie Wähler Grabenstätt/FWG) sowie Anita Kohlbeck (SPD) und Sabine Steinberger (CSU) – segnete der Gemeinderat den Antrag des Bauwerbers ab. Er bat darin laut Gemeindeverwaltung um »kleine Änderungen des Planentwurfes«, darunter die Punkte »Änderung der Baugrenzen sowohl für den Wohnhaus- wie den Gewerbehallenbereich«, »Rücknahme einer Randeingrünung (Pflanzfläche)« und »Gewerbehalle - zulässige Anzahl an Geschossen (von I auf II)«. Die Plan-Anerkennung in der Fassung vom Tag der jüngsten Gemeinderatssitzung, der Satzungs- und der Bekanntmachungsbeschluss wurden vom Gremium ebenfalls gebilligt.

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Anton Mayrhofer hatte zuvor im Namen der Freien Wähler eine weitere Erklärung abgegeben und erläuterte noch einmal, warum die FWG den Bebauungsplan und die Änderungen entschieden ablehne. Für eine Vergrößerung der Baugrenzen sehe man keine Notwendigkeit. Auch der Zweck der beantragten Verbindungsmauer sei nicht nur den Freien Wählern schleierhaft. Zudem verwies Mayrhofer erneut auf die problematischen Boden- und Untergrundverhältnisse und die Gefahr, dass die Gemeinde im Schadensfalle dafür haftbar gemacht werden könnte. »Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich der Bauwerber selten an genehmigte Bestandteile hält, darum können wir weder für eine Vergrößerung des Bauraumes noch für eine nicht näher definierte Mauer stimmen«, sagte Mayrhofer.

Joseph Pfeilstetter (UWU) goss zusätzliches Öl ins Feuer, indem er meinte, dass einige Gemeinderäte scheinbar klüger seien als diverse Fachstellen, von denen sich einige gar nicht zur Thematik geäußert hätten. Daraufhin entwickelte sich erneut eine sehr emotional geführte Debatte.

Schon in der Gemeinderatssitzung am 25. Februar war über das Thema »Gewerbegebiet Aberg« heftig gestritten worden. Die Freien Wähler Danzer und Mayrhofer verließen damals aus Protest den Sitzungssaal und sorgten damit für einen Eklat, der auch über die Gemeindegrenzen hinweg für Aufsehen sorgte. mmü