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Grünes Licht für Änderung des Flächennutzungsplans

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Auf dieser Wiese will die auf Gut Sossau ansässige Grabenstätter Firma Serva Transport Systems eine Fertigungshalle errichten. Im Hintergrund ist das Gewerbegebiet Oberwinkl mit dem Tankzentrum Chiemsee und dem McDonald's zu sehen. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Der Grabenstätter Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung bei der 20. Änderung des gemeindlichen Flächennutzungsplans den Abschluss der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung und der frühzeitigen Behördenbeteiligung festgestellt. Nach der einstimmigen Plananerkennung ist der Änderungsplan nun entsprechend fortzuschreiben.


Das Gremium hatte im September grünes Licht für die besagte Flächennutzungsplanänderung im Bereich des südlich der Autobahn gelegenen Gewerbegebiets Oberwinkl gegeben – mit dem Ziel, den Bereich im Flächennutzungsplan als gewerbliche Baufläche darzustellen, da das auf Gut Sossau ansässige Unternehmen Serva Transport Systems – es hat sich auf Park-Roboter spezialisiert – seine Fertigung gerne zeitnah dorthin auslagern will.

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Bislang war der 1,7 Hektar große Änderungsbereich dem baurechtlichen Außenbereich zugewiesen und dieser war wiederum als landwirtschaftliche Fläche dargestellt. Wie Bürgermeister Georg Schützinger mitteilte, erfolgten der Verfahrensschritt der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung vom 21. Oktober bis 4. November und jener der frühzeitigen Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange vom 29. September bis 28. Oktober.

Hinsichtlich der Äußerung der Regierung von Oberbayern als höhere Landesplanungsbehörde bestand im Gemeinderat Einvernehmen, dass die Belange »Natur und Landschaft« sowie »Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen« in der Änderungsplanung gebührend berücksichtigt seien und mit der unteren Bauaufsichts- und Unteren Naturschutzbehörde angemessen abgestimmt werden. Auch den Belangen der Wasserwirtschaft, gerade im Hinblick auf den Hochwasserschutz, werde Rechnung getragen.

Ein relevanter und schutzbedürftiger Immissionsort liege nicht vor, hieß es mit Blick auf das Schreiben der Unteren Immissionsschutzbehörde am Landratsamt Traunstein. Die Forderung der Unteren Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt nach einer landschaftsverträglichen Lage, Höhenlage und Höhenentwicklung der künftigen Bebauung decke sich mit den gemeindlichen beziehungsweise ortsplanerischen Vorstellungen, hieß es. Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes gelte es zu minimieren. Bewusste und zielgerichtete Geländemodellierungen seien aber unumgänglich.

Eine umfangreiche Stellungnahme hat die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt abgegeben. Wie Schützinger anmerkte, erstelle Landschaftsarchitekt Dieter Löschner zum weiteren Verfahren einen detaillierten Umweltbericht, der auch Bestandteil der Begründung der 20. Flächennutzungsplanänderung sein werde. Darin würden unter anderem die Aspekte der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung und des Artenschutzes umfassend dargelegt. Hinsichtlich der Fernwirkung der künftigen Gebäude wird auf die bereits eingeleitete dritte Änderung des Bebauungsplans Oberwinkl hingewiesen.

Des Weiteren nahm der Gemeinderat die Äußerung des Wasserwirtschaftsamts Traunstein zu den Bereichen Grundwasser, Wasserversorgung, Starkniederschläge, öffentlicher Kanal, Niederschlagswasser und Altlastenverdachtsflächen zur Kenntnis. Zur Versorgung mit Trink- und Brauchwasser weist der Zweckverband zur Wasserversorgung der Mühlener Gruppe B darauf hin, dass eine neue, zirka 380 Meter lange Anschlussleitung hergestellt werden müsse.

Andreas Danzer (FW) und Maximilian Wimmer (CSU) merkten kritisch an, ob hier nicht eine kürzere Leitung infrage käme. Der felsige Untergrund zum McDonald's hin mache dies unmöglich, so Schützinger. Eine Versorgung über die bestehende Leitung sei nicht gesichert, weshalb zur künftigen Bauparzelle eine neue Anschlussstelle verlegt werden müsse. Der Aspekt werde  im Rahmen der Erschließungsplanung berücksichtigt. mmü