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Grüne Woche: Trachtlerjugend fiebert Auftritten entgegen

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Stressige Monate liegen hinter der Jugendgruppe des GTEV Surtal Lauter: Die Buben und Mädchen übten für ihre beiden großen Auftritte am Eröffnungstag der Grünen Woche in Berlin – am Freitag ist es nun so weit.

Surberg. Sie können es kaum mehr erwarten, bis es endlich los geht: Die Trachtenjugend des GTEV Surtal Lauter ist am kommenden Freitag bei der Eröffnung der Grünen Woche in Berlin dabei und hat dort gleich zwei Auftritte. Begleitet werden die 26 Jugendlichen von 8  Betreuern und auch die Musikkapelle Lauter ist mit 15  Mann dabei.


Jugendleiter Jakob Steiner und sein Stellvertreter Herbert Strehhuber machten diese Fahrt möglich. Bei Weiterbildungen lernten sie, dass eine Gruppe ein Ziel haben sollte, auf das man hinarbeiten könne, erzählt Steiner. »Wir hatten das Bestreben, einen großen Auftritt zu machen«, fügt er hinzu.

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»Sie sind wirklich eine tolle Truppe geworden«

Deshalb schickten die beiden Jugendleiter eine Bewerbung an Anton Hötzelsperger, der immer wieder Trachtengruppen aus der Region für größere Auftritte sucht – und in der Tat dauerte es nicht lange, bis die Surtaler eine Antwort bekamen: »Er fragte uns, ob wir uns vorstellen könnten, zur Grünen Woche zu fahren«, erzählt Steiner. Das war vor gut einem Jahr. Die Jugendleiter waren sofort begeistert, doch nun wartete erst einmal viel Arbeit auf sie. »Nach langem Hin und Her haben wir uns entschieden, dass wir fahren«, betont Steiner. Schließlich sei es auch finanziell so eine Geschichte gewesen, sagt Strehhuber. »Aber dank einiger Sponsoren haben wir das letztlich geschafft«, freuen sich die beiden.

Die Jugendlichen, die alle im Alter zwischen 12 und 16 Jahren sind, setzten ebenfalls alles daran, nach Berlin zu kommen. Jedes Jahr organisieren sie etwa einen Frühschoppen, die Einnahmen daraus haben sie diesmal für die Berlin-Fahrt verwendet. »Sie wollten unbedingt rauf«, sagt Strehhuber. »Und darauf haben wir jetzt das ganze Jahr hingearbeitet«, sagt Steiner. »Sie sind wirklich eine tolle Truppe geworden«, ergänzt er. »Es ist schön zu sehen, wie sich das entwickelt hat.« Und auch die Eltern unterstützten die Truppe, wo es nur ging. »Ohne die Eltern im Hintergrund wäre es auch nicht gegangen«, sagt Strehhuber.

Auch die Arbeit der beiden Jugendleiter und ihrer Helfer spricht für sich: »Es gibt wenige Vereine, die so viele Jugendpaare haben«, freut sich Steiner. »Und zudem eine Gruppe haben, die so flexibel ist, denn die Vielfalt von unserer Gruppe ist sehr groß.« Das zurückliegende Jahr war für alle dennoch sehr stressig. »Wir haben für den Auftritt natürlich extra neue Tänze und Plattler einstudiert«, sagt er. Neben den Tanzaufführungen werden die Jugendlichen aber auch musizieren und singen. Schließlich sind auch zwei Hausmusikgruppen, einige Ziachspieler sowie eine Sängergruppe dabei.

Um alles unter einen Hut zu bekommen, waren natürlich viele Extraproben nötig. Aber die Jugendlichen waren mit Feuereifer dabei und die zusätzliche Arbeit machte den Jugendleitern nichts aus. »Man bekommt ja auch unheimlich viel von den Jugendlichen zurück«, sagt Strehhuber. Steiner und er wünschen sich vor allem, »dass wir die Jugendlichen noch lange für die Trachtensache begeistern können, das soll keine Momentaufnahme sein.«

Buben möchten durch Brandenburger Tor plattln

Die Gruppe fährt nun Donnerstagabend los. Nach der Ankunft möchte sie sich noch schnell im Hotel frisch machen und dann geht es gleich auf die Messe, die am Freitag um 10  Uhr eröffnet wird und bis zum Sonntag, 27. Januar, dauert. »Gleich nach dem Auftritt eines Sinfonieorchesters haben wir in der Bayernhalle unseren ersten Auftritt«, sagt Steiner. Genau eine Stunde wird dieser dauern. Dann hat die Truppe ein wenig Zeit zum Durchschnaufen. Erst um 17 Uhr steht der zweite Auftritt auf dem Erlebnisbauernhof auf dem Programm. »Es war uns wichtig, dass die Jugendlichen auch etwas von der Messe mitnehmen können«, sagt Strehhuber.

Nach der Messe steht dann noch ein bayerischer Abend mit anderen Trachtengruppen im Löwenbräukeller an. »Dort wird dann frei musiziert und das bayerische Brauchtum und die Tradition vermittelt.« Die Jugendlichen können dann am Samstag Berlin unsicher machen – unter anderem steht ein Besuch des Reichstags auf dem Programm. »Einen weiteren Wunsch haben unsere Buben schon geäußert«, erzählt Steiner, »sie wollen durch das Brandenburger Tor plattln.« Wenn sie das möglich machen können, werden sie es machen, kündigt Steiner an. »Aber den Verkehr werden wir dafür nicht anhalten«, lacht er.

Die Rückreise erfolgt am Sonntag mit einem Zwischenstopp in Leipzig. Nach der Rückkehr wird es für alle Daheimgebliebenen noch einen Filmabend geben, bei dem ein Film und Bilder von der Fahrt gezeigt werden. Doch jetzt überwiegt erst einmal die Vorfreude auf die Reise, sagen Jakob Steiner und Herbert Strehhuber: »Jetzt kribbelt es einfach bei allen.« SB