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Grüne schicken Hohlweger ins Rennen

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Der Ruhpoldinger Sepp Hohlweger (rechts) will Traunsteiner Landrat werden. Auch Peter Beisser meldete Ambitionen an. (Foto: Falkinger)

»Wir haben gute Chancen, was zu reißen, und wir sollten die nicht vertun«, sagte Sepp Hohlweger, nachdem ihn die Kreisversammlung von Bündnis 90/Die Grünen zu ihrem Landratskandidaten gewählt hatte. Der Ruhpoldinger Gemeinderat und Sprecher der Traunsteiner Kreistagsfraktion war jedoch nicht der einzige, der sich für eine Kandidatur zur Verfügung gestellt hatte. Auch Peter Beisser, Schriftführer des Waginger Grünen-Ortsverbands, hatte sich gemeldet.


Beisser hatte sich laut eigenem Bekunden spontan dazu entschlossen, neben Hohlweger zu kandidieren, da die CSU, die ja auch aus mehreren Aspiranten ihren Landratskandidaten gekürt hatte, die Grünen nicht »links überholen« soll. »Wir sind super aufgestellt«, befand Beisser; die Grünen im Landkreis Traunstein hätten viele Themen, eine fleißige Kreistagsfraktion, eine »unheimlich aktive« Vorstandschaft des Kreisverbands sowie eine energiegeladene Wahlkampftruppe um die Trostberger Bezirkstagskandidatin Marianne Penn und die Sondermoninger Landtagskandidatin Gisela Sengl.

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Hohlweger erklärte, dass die Kreistagsfraktion der Grünen in der Vergangenheit viel bewegt habe. Die Partei habe zum Beispiel im Juni 2008 gefordert, im Landkreis ein Mobilitätskonzept zum Thema ÖPNV aufzunehmen, das nicht nur den Straßenbau, sondern auch Bus und Bahn beinhaltet. »Das ist geschehen – ein Jahr später.« Als Erfolg verbuchte Hohlweger die Gründung der Energiegenossenschaft »Bürgerenergie Traunsteiner Land eG« mit dem Ziel, die Energiewende erfolgreich zu gestalten, den Anteil erneuerbarer Energie im Landkreis zu erhöhen und die regionale Energieversorgung voranzubringen. Eine gesicherte Gesundheitsversorgung sei durch die Fusion der Kliniken Südostbayern AG gewährleistet. Hohlwegers Fazit: Bei allem, was die Grünen im Landkreis bewerkstelligen, zeigt sich, dass Grün dem Landkreis und den Menschen gut tut. »Ihr seid ein tolles Team«, bedankte sich Hohlweger.

Mit Blick auf künftige Aufgaben hielt es Hohlweger für wichtig, die Verschuldung des Landkreises abzubauen. Bereits in den letzten fünf Jahren habe der Kreistag versucht, die Nettoneuverschuldung auf Null zu bringen. »Es ist uns nicht immer gelungen.«

In puncto ÖPNV wolle er sich als Landrat für einen Tarifverbund mit der Region 18 bis Salzburg einsetzen. Klare Absagen erteilte Hohlweger einem Güterterminal und einer erneuten Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele. »Chiemgau und Rupertiwinkel werden nicht zur Verkehrsdrehscheibe – zumindest nicht mit uns Grünen«, erklärte er mit Blick auf ein Güterterminal.

»Eine Olympiade schadet mehr als sie nutzt«, sagte er über eine mögliche Ausrichtung der Winterspiele 2022, wozu es im November, in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Garmisch-Partenkirchen sowie in München vier Bürgerentscheide gibt. Das Geld könne anders verwendet werden, erklärte Hohlweger. Wenn der Landkreis Geld für die Olympischen Spiele ausgibt, werde es in den nächsten zehn Jahren keine Turnhalle für das Traunsteiner Annette-Kolb-Gymnasium geben. Zudem benötige der Landkreis Geld für die Staatliche Realschule Trostberg, die außen und innen renovierungsbedürftig sei. fam