weather-image

Grüne fordern flexiblere Nutzung

Siegsdorf. Die Weiterentwicklung des Ferienparks Vorauf-Feichten sowie die Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 waren Themen beim jüngsten Treffen der Siegsdorfer Grünen.

Eine rückläufige touristische Nutzung sowie ein zunehmender Sanierungsbedarf der Ferienhäuser und Appartements sind deutliche Zeichen, dass sich im Ferienpark Vorauf-Feichten dringend etwas ändern sollte, wenn er nicht zu einem Geisterdorf verkommen soll, sagte der Ortsvorsitzende Gerhard Gimpl.

Anzeige

Wie bekannt, ist nach dem jetzigen Bebauungsplan nur eine touristische Nutzung der Häuser zulässig. Dies entspreche aber schon seit Langem nicht mehr der Realität, betonte Willi Geistanger. Die meisten Häuser werden als Zweitwohnsitze genutzt; viele auch als Dauerwohnsitz. Letzteres ist seit langem ein Streitpunkt der Siegsdorfer Gemeindepolitik.

Die Siegsdorfer Grünen meinen, dass wohl eine gemischte Nutzung mit Dauerwohnsitzen, Zweitwohnsitzen und eine touristische Nutzung am ehesten geeignet seien, den Ferienpark wieder zu beleben.

Das vorhandene Wege- und Straßennetz sei ausreichend, glauben die Grünen. Einen Ausbau oder eine Verbreiterung lehnen sie ab. Bei den Stellplätzen, die bisher nur als Sammelstellplätze zugelassen sind, wollen sie eine flexiblere Handhabung erreichen. Der Ferienpark sollte auch eine leistungsfähigere Internetanbindung bekommen. Die Gemeinde Siegsdorf solle ein Förderprogramm aufstellen mit dem Ziel, die Gebäudehülle der Ferienhäuser so zu verbessern, dass der Dämmstandard nach der Energieeinsparverordnung, erreicht wird.

Ein weiteres Thema war die Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022. Gerhard Gimpl meinte, dass man die Bewerbung des Landkreises sehr kritisch sehe. Ob die erhofften positiven Auswirkungen für die Region wie ein Imagegewinn, ein deutlicher Aufschwung im Tourismus sowie zusätzliche gewerbliche Arbeitsplätze sich einstellen werden, sei mehr als ungewiss.

Willi Geistanger sagte, dass bisher nur die Höhe der Bewerbungskosten fix sei. Insbesondere die Kosten für den Ausbau des Straßennetzes und anderer Infrastrukturmaßnahem seien mehr als ungewiss. Es sei naiv zu glauben, dass die Ausrichtung der Olympischen Spiele zum Nulltarif für die Region zu haben sei. Ungewiss sei auch, ob im Rahmen der Spiele Eisenärzt eine Ortsumfahrung erhält.

Die enorm hohen Kosten des Tunnels, sowie eine mögliche Planungs- und Bauzeit von sechs Jahren, lassen es als wenig realistisch erscheinen, dass das Projekt verwirklicht werden kann.

Gemeinderätin Karin Neumann äußerte sich kritisch zur Rolle des IOC. Insbesondere die Übernahme der möglichen Defizite durch die Veranstalter sei nicht hinnehmbar: »Die Gewinne bleiben beim IOC, die Verluste trägt der Steuerzahler, so Frau Neumann.«