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Einen »Grünen Engel« erhielt auch Franziska Stecher aus Übersee von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber. (Fotos: StmUV Bayern)
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Einen »Grünen Engel« übergab Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber unter anderem an Christoph Augsten aus Truchtlaching.

»Grüne Engel« aus der Region erhalten Auszeichnung

Ehrenamtlicher Einsatz im Natur- und Umweltschutz ist unverzichtbar und von unschätzbarem Wert. Das betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber im Schloss Schleißheim bei der Verleihung der »Grünen Engel« an Ehrenamtliche aus Oberbayern und der Oberpfalz.


»Viele Menschen in Bayern setzen sich freiwillig, kreativ und unermüdlich für ihre Umwelt ein. Das ehrenamtliche Engagement unserer "Grünen Engel" ist unverzichtbar und lädt zum Mitmachen ein. Gemeinsam können wir Bayerns großartige Artenvielfalt erhalten und unsere Naturheimat schützen.«

Die Auszeichnung »Grüner Engel« wird seit 2011 verliehen. Seit 2018 werden Kinder und Jugendliche als »Grüne Junior-Engel« für ihren besonderen Einsatz im Naturschutz ausgezeichnet. Schätzungen beziffern den wirtschaftlichen Wert der ehrenamtlichen Leistungen im Naturschutz in Bayern auf jährlich rund 23 Millionen Euro.

In seiner Laudatio für Christoph Augsten aus Truchtlaching würdigte Glauber seinen Einsatz bei der Müll-Räumungsaktion im Sommer 2020 an der Alz. Über 60 Helfer seien zugeteilt, eingewiesen, koordiniert und verpflegt worden, der Abtransport von 1,6 Tonnen gesammelten Mülls sowie die Öffentlichkeitsarbeit waren zu organisieren – alles unter den erschwerten Bedingungen von Corona.

Dr. Wolfgang Kneitz aus Vachendorf wurde die Ehrung digital zuteil. Glauber sagte: »Lieber Herr Dr. Kneitz, vor ihrem Einsatz für den ehrenamtlichen Naturschutz in Bayern ziehe ich meinen Hut. Seit 1980 – vierzig Jahre – sind sie im Bund Naturschutz aktiv, gehören dort dem Vorstand der Kreisgruppe Traunstein an. Und ein Vierteljahrhundert haben sie die Ortsgruppe Traunstein des BN geführt.«

Als der Tüttensee Ende der 80er Jahre umzukippen drohte, habe Kneitz eine zündende Lösung entwickelt: nährstoffreiches Wasser vor dem See verrieseln und so reinigen.

Das Ergebnis sei die erste große Pflanzenkläranlage im Landkreis Traunstein gewesen, dazu ein hochwertiges Niedermoor am Tüttensee. Die Wasserqualität sei heute top. »Das war Klimavorsorge vom Feinsten, als Klima noch kein Thema war.« Vor 30 Jahren habe er zudem die Renaturierung des Ödmoos bei Hufschlag angeschoben.

Aus einem denaturierten Fichtenforst wurden 16 Hektar artenreichstes Moor – liebevoll vom BN gepflegt. »Das machen wir Ihnen als Staat heute bayernweit in der Klimapolitik nach«, so Glauber. »Und die Landwirtschaft gewinnen Sie für Heckenpflanzungen, Amphibienweiher, Blühwiesen und Streuobst. Besser kann man im Naturschutz nicht agieren.«

Den »Grünen Junior-Engel« vergab Glauber an Franziska Stecher aus Übersee. Unter dem Motto: »Macht mit – schafft ein Bienenparadies« habe sie erst ihre Lehrerin und dann ihre gesamte Schulklasse zum Bienenschutz motiviert.

Zuerst habe ihr Vater als Bienenzüchter für den nötigen Wissenshintergrund gesorgt. »Dann habt ihr mit Lehrern und Eltern bei der Schulvernissage mit Waldmaterialien gebastelt und damit Spenden für die Bienen eingesammelt«, lobte Glauber.

Von dem Geld hätten die Schüler dann eine Bienen-Aufklärungsaktion mit Schautafeln, Faltblättern und Blühsamenpäckchen gestartet und auch noch an der Schule in Grassau einen professionellen Blühstreifen angelegt.

»Liebe Franziska: Was du da organisiert hast, ist wertvoll für die Natur und wertvoll für uns Menschen«, würdigte der Minister. »Ohne Bienen keine Blumen, keine Bäume, kein Honig, kein Obst. Darum kämpfen wir in Bayern mit dem Blühpakt um mehr Lebensraum für Insekten.«

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