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»Grüne Berufe haben Zukunft«

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Die besten Hauswirtschafterinnen mit Ausbildungsberaterin Barbara Stöckl (links) und Prüfungsausschussvorsitzende Aloisia Voderhuber (rechts): Lydia Meyer (von links), Carolin Speiser, Katharina Hofmeister, Christina Wastlhuber, Stefanie Wolferstetter und Maria Pregler. (Fotos: Peter)
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Die besten Prüflinge im Beruf Landwirtschaft mit Schulleiter Rolf Oehler (rechts): Sebastian Ertl (von links), Rudolf Surrer, Daniela Stinn und Christian Holzer. Anne-Katrin Niedermaier befindet sich bereits im Auslandspraktikum.

Palling. Bei der Freisprechungsfeier der beiden Berufsfelder Hauswirtschaft und Landwirtschaft beim Michlwirt in Palling konnten insgesamt 110 erfolgreiche Absolventen ihre Zeugnisse entgegennehmen. Der Kreisobmann des Berchtesgadener Landes, Anton Kern, meinte, dass die frischen Fachkräfte mit ihrem Abschluss die Fahrkarte für das Berufsleben eingelöst hätten und der Stellvertretende Landrat von Traunstein, Sepp Konhäuser, sagte, dass er sich wünsche, dass die 110 neuen Profis im Landkreis blieben, denn sie würden hier benötigt.


In der Hauswirtschaft gibt es drei Möglichkeiten den Berufsabschluss zu erreichen. Und so legten in der dreijährigen Ausbildung Lydia Meyer mit 1,52 aus dem baden-württembergischen Täferrot vom Ausbildungsbetrieb Anneliese Huber in Saaldorf und Carolin Speiser mit 2,17 aus Oy-Mittelberg vom Ausbildungsbetrieb Susanne Untermayer in Truchlaching die besten Prüfungen ab. Von der Berufsfachschule erreichten Katharine Hofmeister mit 2,1 aus Schonstett und Christina Wastlhuber mit 2,15 aus Engelsberg den besten Notenschnitt. Bei den Absolventinnen der Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, waren die besten Prüflinge Stefanie Wolferstetter mit 1,35 aus Palling und Maria Pregler mit 1,37 aus St. Georgen.

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Stöckl: »Beruf hat lange Tradition«

Im Beruf Landwirtschaft legte Anne-Katrin Niedermaier mit 1,14 aus Altenmarkt die beste Prüfung ab. Dahinter kamen Christian Holzer mit 1,54 aus Fridolfing, Daniela Stinn mit 1,69 aus Kienberg und mit je 1,79 Sebastian Ertl aus Palling und Rudolf Surrer aus Laufen. Bei den Hauswirtschafterinnen lag der Gesamtnotenschnitt der 49 Absolventinnen bei 2,85 und bei den Landwirten bei 3,04.

Der Beruf der Hauswirtschafterin habe eine lange Tradition und sei ständig im Wandel, sagte Ausbildungsberaterin Barbara Stöckl. Erst seit den fünfziger Jahren sei die Arbeit durch die technischen Entwicklungen erleichtern worden. In den achtziger Jahren sei der Ernährungsaspekt in den Vordergrund getreten, und heute spiele der demografische Faktor mit der Änderung der Altersstruktur unserer Gesellschaft eine große Rolle, so Stöckl.

Aus der Sicht des Ausbildungsberaters für die Landwirtschaft, Josef Mühlhauser, ist es durch die Vielfalt des Berufs und den damit weit gefächerten Themen – von den tierischen, pflanzlichen und technischen Bereichen über die wirtschaftlichen Kalkulationen bis zum Allgemeinwissen – kaum möglich in der Abschlussnote bei der Fülle der möglichen Fragestellung eine glatte Eins zu schaffen. Der Notenschnitt mit 3,04 sei jedoch sehr zufriedenstellend, so Mühlhauser.

Die Rahmenbedingungen im Landkreis Traunstein müssten so gestaltet sein, dass die landwirtschaftlichen Betriebe in ihrer vorhandenen Struktur erhalten blieben und keine Großstruktur erforderlich sei, sagte Konhäuser. Die frisch freigesprochenen Fachkräfte seien ein Garant dafür, dass die hohen Anforderungen in den beiden Berufsfeldern erfüllt werden könnten.

Für die Berufsschule III sprach Fachlehrerin Burgi Mörtl-Körner das Grußwort und brachte dabei ihre Besorgnis über den Rückgang der Schülerzahlen zum Ausdruck. Sicher gebe es mehrere Wege, den Berufsabschluss zu erreichen. Doch das Dualsystem mit Fremdlehre bedeute eine höhere Qualität und bringe somit hervorragende Fachkräfte hervor, so Mörtl-Körner.

Oehler: »Öffentlichkeitsarbeit immer wichtiger«

Kern meinte, dass die Ausbildung und die Qualität der später ausgeführten Tätigkeit den ganzen Berufsstand widerspiegelten. Die »grünen Berufe« hätten Zukunft. Ein gut geführter Haushalt wirke gegen viele Probleme im Alltag, meinte Kreisbäuerin Resi Schmidhuber. Sie ermutigte die Hauswirtschafterinnen, sich künftig in der Berufsvertretung oder den verschiedenen politischen Ämtern zu engagieren und ihre Belange dort zu vertreten.

Mit dem Abschluss seien die Auszubildenden nun Fachkräfte, die zukünftig selbstständig Aufgaben übernehmen würden, sagte der Schulleiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein, Rolf Oehler. Während sie die Schulbank gedrückt hätten, hätten sie viel über Maschinen und Geräte, Milchkühe und Schweinehaltung oder auch Pflanzenbau mit vorbeugendem, integriertem Pflanzenschutz erlernt. Neben dem Wissen und Können rücke besonders in der Landwirtschaft das Thema Öffentlichkeitsarbeit immer mehr in den Vordergrund. Und da seien die frischgebackenen Hauswirtschafterinnen und Landwirte zukünftig noch mehr gefordert, die Landwirtschaft die Verbrauchen »erleben zu lassen«. MP