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Großes Interesse am »Tag der offenen Kirchentür«

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Heimatpfleger Hartmut Rihl erklärte viele Details zur Kirchengeschichte St. Remigius beim »Tag der offenen Kirchentür« in Schleching, im Hintergrund der Hauptaltar. (Foto: Reichenbach)

Schleching. Nach dem Gottesdienst mit Pfarrer Klaus Wernberger in der voll besetzten Pfarrkirche St. Remigius blieb ein Großteil der Gemeinde am »Tag der offenen Kirchentür« in den Kirchenbänken. Über die Kirchengeschichte informierte dabei Heimatpfleger Hartmut Rihl.


Rihl erklärte die Besonderheiten der Schlechinger Kirche mit vielen Details zur Baugeschichte und den Schlechinger Vorfahren. Etwa fünf Höfe mit 50 Leuten hatte »Slehingin«, als etwa im 9. Jahrhundert die erste romanisch/gotische Kirche mit Balkendecke entstand. Diese ursprüngliche Kirche war zur Zeit der Gründung des Vikariats 1709 – Mutterpfarrei war damals Grassau – sehr baufällig und wurde zunächst ohne Genehmigung der Kirchenoberen abgerissen. Teile der alten Kirche sind noch in der Friedhofsmauer verbaut.

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1735 bis 1742 übernahm Abraham Millauer den Bau der jetzigen spätbarocken Landkirche mit böhmischen Flachkuppeln und lauter verschiedenen »Geigenkastenfenstern«. Diese Fenster sind in Schleching einmalig. Rihl ging auch auf die wechselvolle Geschichte der drei Altäre ein. Der Bauernsohn Floridus Rappl (1688 - 1759) aus dem Schwoager- und Rachl-Hof, später Probst des Augustiner-Chorherrenstifts Herrenchiemsee, stiftete den Hauptaltar, den Johann Baptist Zimmermann ausmalte. Das Gemälde stellt die Taufe des Frankenkönigs Chlodwig durch den Kirchenpatron, den Heiligen Bischof Remigius dar. Die Deckenmalereien schuf erst 1845 der Salzburger Maler Joseph Rattensperger. Auch hierzu ging Rihl auf Bezüge zu Schlechinger Familien ein.

Anschließend erklärte Pfarrer Wernberger in der Sakristei unter anderem die alte Kirchenliteratur. In der oberen Sakristei hinter der Kanzel waren reiche Kirchenschätze und Gewänder zu besichtigen. An der Empore hingen die Fahnen, die den Fronleichnamszug begleiten. Organistin Maria Blank erklärte die Orgel und ließ die Kinder einige Töne spielen. Die Orgel ist nach dem neuesten Gutachten nicht mehr zu reparieren. Deshalb sollte der »Tag der offenen Kirchentür« zu Spenden für eine neue Orgel anregen. Für die Kinder war vor allem die Besteigung des Turms über eine steile Leiter interessant. Wolfgang Mix und Wolfgang Zeiser sicherten den schwindelerregenden Auf- und Abstieg.

Anschließend hatten der Pfarrgemeinderat und die Frauengemeinschaft im Pfarrsaal zum gemütlichen Beisammensein angerichtet, inzwischen auch mit dem Schlechinger Ruhestandspfarrer Josef Kreuzpointner, der für Pfarrer Wernberger in Unterwössen den Gottesdienst gehalten hatte. Im Pfarrsaal hingen die renovierten, barocken Messgewänder, auch römisches Kasel (Gewand) genannt. Ganz von nahem war so die reiche Ornamentik mit viel Gold und Silber zu besichtigen.

Zur Erheiterung trug Otto Zaiser, als früherer Mesner entsprechend bewandert, den Sketch »Weil alles seine Ordnung haben muss!« vor, in dem die richtige Kerzenbeleuchtung bei den verschiedensten kirchlichen Anlässen zur Sprache kam. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Petra Mix, sagte Vergelt’s Gott an alle, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben, vom Putzen der Kirche bis zu den Spendern und den Helfern beim Aufräumen am Ende des Tages; nicht zuletzt natürlich Heimatpfleger Hartmut Rihl für seinen besonderen Vortrag zur Kirchengeschichte. Die Mühlberg-Soatnmusi, die bereits den Gottesdienst feierlich gestaltet hatte, spielte auch im Pfarrsaal weiter auf. bre