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Großes Engagement in Beruf und Ehrenamt gewürdigt

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In Sachen Ehrenamt macht ihm keiner was vor: Ludwig Kleißl (Mitte) war unter anderem 43 Jahre Mitglied des Waginger Gemeinderats und ebenfalls 43 Jahre lang Vorsitzender des Tennisclubs. Für dieses Engagement ehrten ihn Bürgermeister Herbert Häusl (links) und Zweiter Bürgermeister Christian Reiter. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Neun Personen aus der Marktgemeinde Waging am See, die sich entweder im Beruf oder in einem Ehrenamt verdient gemacht haben, sind im Rahmen einer Feierstunde geehrt worden: Es sind dies Emil Huber für 25 Jahre im öffentlichen Dienst sowie Michaela Weber und Oswald Pehel, die als Jugendpflegerin beziehungsweise Tourist-Info-Leiter ihren Dienst beendet haben.


Ehrenamtlich sehr engagiert waren beziehungsweise sind Sabine Knüppel als scheidende Seniorenbeauftragte, Manfred Biffar als scheidender Behindertenbeauftragter, Ludwig Kleißl, der den Ehrenamtspreis »Engagiert 2014« des Sportbezirks Oberbayern erhalten hat, sowie Elmar und Anneliese Schwarz für 25 Jahre Leitung der Volkshochschule und Christan Lapper als scheidender Kommandant der Feuerwehr Nirnharting.

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Oswald Pehel nun »an allerhöchster Stelle«

Den Auftakt machte Bürgermeister Herbert Häusl mit der Laudatio für Oswald Pehel, der jetzt, wie Häusl scherzte, »an allerhöchster Stelle« sei, nämlich als Geschäftsführer an der Spitze des neu formierten »Tourismus Oberbayern München«. Schon in den gut drei Jahren als Leiter der Tourist-Info Waging habe sich Pehel gegen das damals noch durchaus vorhandene Kirchturmdenken gewandt und den Tourismusverbund Waginger See weiterentwickelt. In unermüdlicher Weise habe er den Tourismus in der Region gefördert und neue Ideen eingebracht, dabei stets die nötige Gelassenheit bewahrt. Nicht zuletzt habe er die Kosten für den Tourismus wieder in den normalen Rahmen gebracht, die »zuvor etliche Jahre lang etwas entgleist waren.«

Michaela Weber war zwölf Jahre lang in der Gemeinde tätig: als Pionierin und spätere Leiterin der Mittagsbetreuung, als Leiterin der Ganztagsschule und als Jugendpflegerin. Inzwischen arbeitet sie als Springerin im kirchlichen Kindergarten in Waging. Dass sich das Betreuungsangebot an den Schulen so gut entwickelt habe, sei Michaela Weber und ihren Mitarbeiterinnen zu verdanken, lobte Häusl. Im Jugendtreff habe sie eine Gruppe von Jugendlichen um sich geschart, außerdem wesentliche Impulse für die örtlichen Vereine und Verbände gesetzt. »Sie ist in Jugendbelangen meine rechte Hand gewesen«, lobte Häusl. 25 Jahre im Rathaus ist Emil Huber tätig, zunächst in der Bauverwaltung und jetzt schon seit sieben Jahren als Leiter des Ordnungsamts. Viel Publikumsverkehr sei dort zu bewältigen, konstatierte der Bürgermeister, und es seien nicht immer die angenehmsten Dinge, die dort zu bearbeiten seien.

Im Bereich des Ehrenamts verabschiedete Bürgermeister Häusl die beiden Beauftragten für Behinderte und Senioren, die auf eigenem Wunsch aus den Ämtern ausgeschieden waren, und für die sich inzwischen auch wieder Nachfolger gefunden haben. Sabine Knüppel habe eine Seniorenbroschüre auf den Weg gebracht, Veranstaltungen organisiert und viel Zeit für wertvolle Hilfen für Senioren aufgewandt. Manfred Biffar habe sich in den sechs Jahren sehr gewissenhaft und mit großem Einsatz der Sache der Behinderten gewidmet, habe auf bauliche Mängel hingewiesen, die Behinderten das Leben erschweren, und regelmäßige Sprechstunden angeboten.

200 Kurse und 2400 Teilnehmer

Elmar und Anneliese Schwarz »sind« seit 20 Jahren die Volkshochschule Waging – damals sei Elmar Schwarz »Wunschkandidat« des damaligen Bürgermeisters Alois Heigermoser gewesen. Stets aufgeschlossen für neue Ideen, mit einer abwechslungsreichen Programmgestaltung und absolut zuverlässig bei Schriftverkehr, Verträgen, Abrechnungen und Zuschussanträgen seien sie unverzichtbar für die Volkshochschule geworden, die im Jahr 2014 etwa 200 Kurse mit rund 2400 Teilnehmern angeboten hat und dabei ausgesprochen kostengünstig arbeite.

Christian Lapper war nach zwei Jahren als Zweiter Kommandant im Jahre 2009 nach dem tragischen Bergtod von Richard Sedlmayer zum Ersten Kommandanten gewählt worden. Er habe diese seine Aufgabe sechs Jahre lang sehr gut ausgeführt, so der Bürgermeister – wobei das Amt eines Kommandanten sehr anspruchsvoll sei, denn letztlich sei er »so ziemlich für alles zuständig«.

Viel Zeit hatte Bürgermeister Häusl für Ludwig Kleißl eingeplant – ist dieser aber auch gleich in verschiedenen Bereichen Rekordhalter in Durchhaltevermögen. Der heute 75-Jährige hat einst die Freie Wählergemeinschaft mitgegründet und saß dann für die Gruppierung 43 Jahre im Gemeinderat. Völlig überraschend war er zudem als Nicht-Tennisspieler zum Vorsitzenden des damals neu gegründeten Tennisclubs gewählt worden – und auch dieses Amt übte er über 43 Jahre hinweg aus. Auch dem Eisschützenverein stand er über Jahre hinweg vor. In beiden Vereinen trug er wesentlich dazu bei, dass Vereinsheime geschaffen wurden. Kein Wunder, dass er zahlreiche Ehrungen für dieses ungewöhnliche ehrenamtliche Engagement bekommen hat – darunter vergangenes Jahr den Ehrenamtspreis »Engagiert 2014« von Bezirkstagspräsident Josef Mederer. »Vieles wäre in Waging nicht passiert ohne Dich«, lobte Bürgermeister Häusl.

Bei einem gemeinsamen Essen überreichten er und Zweiter Bürgermeister Christian Reiter Blumen, Wein und Geschenke an die Geehrten. he