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Großes "Danke" nach Spatenstich für Obinger Ortsumfahrung

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Mit einem großen Danke-Schild bedanken sich Obinger Bürger am Montag beim Minister. Foto: awi

Obing – Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat am Montag im Rahmen eines Festaktes mit seinem Amtsvorgänger Dr. Peter Ramsauer den ersten Spatenstich für die Ortsumgehung Obing gesetzt.


Am 24. Juli hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Rahmen eines Festaktes gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Dr. Peter Ramsauer und zahlreichen weiteren Festgästen den symbolischen ersten Spatenstich für den Beginn der Ortsumgehung Obing gesetzt, für die seit dem 24. März 2017 vollziehbares Baurecht besteht.

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Dieser Spatenstich ist nach dem Baubeginn in Altenmarkt vor drei Monaten ein weiteres positives Signal für unsere Region und besonders auch für die Bürger von Obing, die in großer Mehrheit die geplante Ortsumgehung unterstützen, nachdem auch dort die Verkehrsverhältnisse in der Ortsdurchfahrt zunehmend unerträglich werden.

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Auf einer Länge von 4,7 Kilometern soll der Verkehr ab voraussichtlich 2020 an Obing vorbeigeleitet werden. Die neue Trasse (im Bild blau dargestellt) verläuft nördlich der Gemeinde. Foto: Staatliches Bauamt Traunstein

Der symbolische erste Spatenstich erfolgte an der Kreuzung der Gemeindeverbindungsstraße Pfaffing-Stöttwies ("Honauer Straße") mit der Herzogstraße. Dort wird eine Baustellenumfahrung errichtet, damit die neue Brücke für die B304 gebaut werden kann.

Die Gemeindeverbindungsstraße Pfaffing-Stöttwies wird im Kreuzungsbereich abgesenkt und die Bundesstraße künftig überführt. Die Baustellenumfahrung ist auch notwendig, um dort Spartenverlegungen durchführen zu können und während der Baumaßnahme für die Brücke den Verkehr auf der Gemeindeverbindungsstraße aufrecht zu erhalten.

Brückenbau beginnt im Herbst

Den Auftrag für die Baustellenumfahrung hat die Firma Hogger aus Kienberg erhalten. Der Bau der Brücke beginnt heuer im Herbst.

Der gleichzeitige Bau der Ortsumgehung Obing und des ersten Bauabschnittes der Ortsumgehung Altenmarkt ermöglicht es, dass in Obing ein Großteil des beim Ausbruch des Aubergtunnels angefallenen Ausbruchsmaterials wieder wirtschaftlich und kostengünstig eingebaut werden kann.

"Eigentlicher" Bau beginnt erst Mitte 2018

Mit der eigentlichen Hauptstrecke der neuen B304 wird erst Mitte 2018 begonnen. Aus diesem Grund erfolgen die Gespräche mit den dort betroffenen Grundstückseigentümern im nächsten Schritt. Über dieses zeitlich gestaffelte Vorgehen hat das Bauamt die betroffenen Eigentümer bereits schriftlich informiert.

Der feierliche Baubeginn für die OU Obing ist für die gesamte Region ein weiterer wichtiger Meilenstein zur Verbesserung der Infrastruktur. Das Bauamt rechnet mit der Fertigstellung der Gesamtmaßnahme und der Verkehrsfreigabe im Jahr 2020.

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2000 Bürger haben mit ihrer Unterschrift für die Ortsumgehung Obing gestimmt. Foto: Staatliches Bauamt Traunstein

Ausgleichsflächen für Tier- und Pflanzenwelt angelegt

Im Vorfeld dieser Baumaßnahme wurde bereits mit der Umsetzung der Ausgleichsmaßnahmen begonnen. Die Konzentration liegt dabei vorerst auf den artenschutzrechtlich erforderlichen vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen, den sog. "CEF-Maßnahmen" (continuous ecological function).

So wurde bereits im Frühjahr dieses Jahres zwischen Pfaffing und Schalkham eine zwei Hektar große Fläche als Ausgleich für den Lebensraumverlust von Fledermäusen, Waldvögeln und Amphibien aufgeforstet; im August beginnt nördlich der Herzogstrasse die Herstellung eines Wiesenbrüterhabitats durch Extensivierung und Wiedervernässung einer drei Hektar großen Wiesenfläche. Zusätzlich werden noch eine Hecke als Leitstruktur für Fledermäuse gepflanzt und eine Ausgleichsfläche für Zauneidechsen angelegt.

Diese vorgezogenen Ausgleichsflächen müssen bereits ein bis zwei Jahre vor Beginn der Straßenbauarbeiten realisiert werden, um bei Baubeginn wirksam zu sein und so die ökologische Funktion der beanspruchten Lebensräume im räumlichen Zusammenhang dauerhaft zu wahren. Aufgrund des vorgeschriebenen zeitlichen Vorlaufs sind dies wichtige Maßnahmen, um den eigentlichen Bau der Ortsumgehung Obing nicht zu verzögern.

Bei dem Brückenbauwerk handelt es sich um einen punktuellen Eingriff, der im Gegensatz zum Streckenbau nicht der Maßgabe unterliegt, dass mit dem Bau erst nach einer vorgeschriebenen Zeit nach Realisierung der CEF-Maßnahmen begonnen werden darf.

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Die aktuelle Verkehrslage auf der Ortsdurchfahrt: Lastwägen und Autos schlängeln sich auf der B304 durch Obing. Foto: Staatliches Bauamt Traunstein

Für die Ortsumgehung Obing werden einschließlich der erforderlichen Ausgleichsflächen insgesamt knapp 20 Hektar Grund benötigt. Ziel des Staatlichen Bauamts ist es, mit allen Grundstücksbetroffenen möglichst einvernehmliche Lösungen mit bestmöglichem Ausgleich der unterschiedlichen Interessen und der unvermeidlichen Eingriffe zu finden.

Nachdem von der Ortsumgehung Obing fast 50 Grundeigentümer sowie zusätzlich auch viele Pächter betroffen sind, sei es nachvollziehbar, dass man nicht mit allen Grundstückseigentümern gleichzeitig verhandeln könne, so die Behörde in ihrer Pressemeldung weiter.

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Damit soll Ende 2020 Schluss sein: Lkws schlängeln sich durch eine enge Kurve in der Obinger Ortsdurchfahrt. Im September läuft die erste von drei Bauphasen für die knapp fünf Kilometer lange Ortsumfahrung der B304 an. Foto: Staatliches Bauamt Traunstein

Man gehe daher bei der Abarbeitung der Grunderwerbsgespräche auf Grund der Sachzwänge in folgender zeitlicher Reihenfolge vor:

Erste Priorität haben bislang die Flächen, auf denen nach den Maßgaben des Planfeststellungsbeschlusses die ökologischen Ausgleichsmaßnahmen mit einem zeitlichen Vorlauf vor Beginn der eigentlichen Hauptarbeiten erstellt werden muss.

Als nächstes habe man sich auf die Grundstücksflächen konzentriert, die im Bereich der Gemeindeverbindungsstraße Pfaffing-Stöttwies liegen, wo der Spatenstich für die Baustellenumfahrung stattfindet und die Brücke gebaut wird. Für diese Maßnahme gelten die Auflagen des Planfeststellungsbeschlusses bezüglich des zeitlichen Vorlaufes von Ausgleichsflächen nicht, da es sich hierbei um einen „punktuellen Eingriff“ handelt.

Pressemeldung des Staatlichen Bauamtes Traunstein