weather-image
20°

Großer Unterschied zwischen Stadt und Land

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Die Seniorenbeauftragten  der  Städte  und  Gemeinden  im  Landkreis  Traunstein trafen sich zum Erfahrungsaustausch im Sitzungssaal des Rathauses Schleching. (Foto: Wunderlich)

Schleching – Die Seniorenbeauftragten aus dem Landkreis trafen sich zum Erfahrungsaustausch im Schlechinger Rathaus.


Eingangs berichtete Bürgermeister Josef Loferer, wie sich seine Gemeinde Gedanken für die Gestaltung der Zukunft macht und welche Projekte für die älteren Menschen in Schleching schon umgesetzt wurden. Zum Beispiel das Bürgerauto, der eigene Dorfladen im Ortskern und das Senioren-Wohnprojekt »Beim Kramer«.

Anzeige

28 Prozent der Schlechinger sind über 65 Jahre alt, erzählte der Schlechinger Seniorenbeauftragte Herbert Häger und berichtete von weiteren Initiativen, wie dem im Aufbau befindlichen »Sozialen Netzwerk« unter Leitung von Carmen Haas. Hilfreich seien auch die mehr als 20 Vereine im Ort, die das Miteinander aller Altersgruppen fördern.

Hans Zott, Seniorenbeauftragter beim Landratsamt Traunstein, informierte über eine Fragebogen-Aktion, in der unter anderem nach den vorhandenen oder fehlenden Gegebenheiten für Senioren in den einzelnen Gemeinden gefragt wurde. In der regen Diskussion hierüber stellte sich schnell heraus, dass es einen großen Unterschied bei der Arbeit und den Anforderungen der Seniorenbeauftragten zwischen Stadt und Land gibt. In kleineren Gemeinden ist der Kontakt der Beauftragten zu den älteren Menschen persönlicher und von den Problemstellungen durch die dörfliche Gemeinschaft anders. Hans Zott sah in der Umfrage einen Mehrwert darin, dass sich das Bewusstsein über Problematiken von Senioren vergrößert habe. Auch die Tatsache, dass die Fragebögen zum Teil von den Beauftragten gemeinsam mit den Gemeinden ausgefüllt wurden, trug offensichtlich dazu bei, dass zum Beispiel das große Thema der Barrierefreiheit mehr anerkannt wird.

Es wurden elf Handlungsfelder herausgestellt, die zu einem »Seniorenpolitischen Gesamtkonzept« führen sollten. Dazu trugen die Beauftragten viele Anregungen und Wünsche bei. Auch der Austausch untereinander wurde sehr begrüßt und soll in Zukunft weiter intensiviert werden. Schon durchgeführte Projekte, die sich in der Praxis bewährt haben, können anderen Gemeinden als Impulsgeber dienen oder als Vorlage zur eigenen Umsetzung.

Hans Zott betonte, dass die einzelnen Maßnahmen und Ideen immer wieder bekannt gemacht werden müssen, damit sich die Projekte weiterentwickeln können. Oft sind es kleine Maßnahmen, die auch schon Hilfe bringen können. Wie zum Beispiel Orientierungsschilder im Krankenhaus, das Aufstellen von Ruhebänken auf öffentlichen Plätzen, ein Fahr- und Sicherheitstraining für die Mobilität im Alter, Gehhilfen vorhalten, um nur einige Möglichkeiten aus einem großen Maßnahmenkatalog zu nennen.

Viele Möglichkeiten für Senioren, sich einzubringen

In der Diskussion über das gesellschaftliche Leben von Senioren hieß es, man könne sich in den 1800 Vereinen im Landkreis Traunstein einbringen, Volkshochschulkurse besuchen oder Vernetzungsstrukturen schaffen, wie zum Beispiel in Schleching der Technik-Stammtisch für Senioren. Auch über das bürgerschaftliche Engagement von älteren Bürgern wurde gesprochen, wie zum Beispiel Lese- und Lernpatenschaften sowie die Themen der ehrenamtlichen Tätigkeiten, der Aufbau einer Ehrenamt-Börse.

Im letzten Punkt der Handlungsfelder ging es um die Hospiz- und Palliativversorgung, wo einige der Seniorenbeauftragten ihre Erfahrungen mit diesem Thema einbringen konnten.

Abschießend berichtete Carmen Haas über die Umsetzung der Schlechinger Projekte, wie die Gründung des Sozialen Netzwerkes, das Wohnprojekt für Senioren und das Bürgerauto. Die Projekte wurden auch gemeinsam besichtigt. wun