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Großer Empfang für Tiere und Züchter

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Über tausend Besucher waren bei der Jubiläumsschau zum zehnjährigen Bestehen der ArGe Alpines Steinschaf im Unterwössner Kurpark dabei. Neben viel Informationen über die extrem seltene Rasse erlebten die Besucher eine Bewertung von rund 120 Tieren aus Bayern und Baden-Würtemberg und die Versteigerung der 15 Schafböcke von der Kleinrechenbergalm. (Foto: Flug)

Unterwössen – Als jetzt die Arbeitsgemeinschaft (ArGe) Alpines Steinschaf im Unterwössner Kurpark ihr zehnjähriges Bestehen feierte, blieb für die Gäste und Zuschauer der zweite Tag der Höhepunkt. 15 Böcke des Alpinen Steinschafes verschiedener Züchter hatten den Sommer auf der Kleinrechenbergalm verbracht. Ihre Züchter trieben sie nun ins Tal. Im Kurpark bereiteten Zuschauer den Tieren und ihren Züchtern einen großen Empfang. Mit Spannung verfolgten sie die Körung, die Bewertung der Zuchteigenschaften, durch Preisrichter. Anschließend wechselten die Tiere in einer Versteigerung die Eigentümer. Rund herum gab es ein breites Unterhaltungs- und Informationsprogramm.


Rasse gilt als extrem gefährdet

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Ein prächtiger Tag den verdienten Erfolg zu feiern, fand Josef Grasegger, Vorsitzender der Bayerischen Herdbuchgesellschaft für Schafzucht. 2000 zeigte das Zuchtbuch für die eigenständige Rasse vier Betriebe mit insgesamt 73 Tieren, so Grasegger. Bis heute gilt die Rasse als extrem gefährdet. Anfang 2015 waren es 36 Betriebe mit 709 Tieren. Bürgermeister Ludwig Entfellner, Schirmherr der Veranstaltung, freute sich, dass die Arbeitsgemeinschaft die Feiern zum zehnjährigen Jubiläum in Unterwössen ausrichtete. Die Beweidung der Almwiesen sei wichtiger Bestandteil der Landschaftspflege. Die Gemeinde Unterwössen mit ihren 43 Almen zähle zu den almreichsten Bergregionen in Oberbayern. Da passe das Projekt des Alpinen Steinschafes perfekt hierhin.

Mit dem Spiel der Musikkapelle Wössen wurden die 15 Böcke des Alpinen Steinschafes in den Kurpark geführt. Im Gatter präsentierten sich die Tiere in bestem Zustand nach einem schönen Sommer. Zur Freude der sehr vielen Besucher.

Die eine Hälfte der Gäste wandte sich dem Standkonzert der Musikkapelle und einer Brotzeit zu. Die andere verfolgte die Körung der Schafe durch die Körkommission. Dr. Christian Mendel vom Bayerischen Amt für Landschaftspflege kommentierte die Arbeit der Kommission.

Das Standkonzert hatte geendet und die Wössner Tanzlmusi unterhielt im Pavillon des Kurparks, als die Versteigerung der Böcke von der Kleinrechenbergalm begann. Sie verlief überraschend zäh. Nur ein Bock wechselte für 500 Euro den Besitzer, ansonsten schien 350 Euro Standardpreis (Einstiegspreis plus ein Gebot). Im Vorjahr hatte der Spitzenbock noch zu 850 Euro den Eigentümer gewechselt. Für manche Tiere fand sich kein Käufer. »Durchaus üblich«, erläuterte Christian Mendel. Das ergebe sich je nach Marktlage. Maßgeblich für die Züchter sei weiter, dass der Neuzugang zum Bestand im heimischen Stall passt.

Körung und Prämierung

Angesichts der hohen Besucherzahl war es an diesem Tag trubelig im Unterwössner Kurpark. Richtig gemacht hatten es die vielen Besucher, die das Angebot schon am Vortag genutzt hatten. Da waren die Schafzüchter eher unter sich, als sie rund 100 Schafe aus Bayern und Baden-Würtemberg zur Körung und Prämierung der gleichen Körkommission vorstellten. Auch dort begleitete Dr. Mendel die Veranstaltung mit vielen Informationen und Insiderwissen. Eine gute Gelegenheit, zu den Informations- und Verkaufsständen zu bummeln. Die Züchter nahmen sich gern Zeit, alle Fragen zu beantworten. Viel Aufmerksamkeit erfuhr die Spinngilde, die die Wolle verarbeitete. Das umfangreiche Kinderprogramm war an beiden Tagen stark gefragt. Die Kinder konnten mit Wolle und Filz basteln oder den Schafführerschein erwerben. lukk