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Großer Ansturm auf die 100 Statistenrollen

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Zuerst mussten die Interessierten Fragen beantworten, dann ging es mit dem nummerierten Fragebogen zum Fotografen – dieser machte von den mehr als 300 Personen jeweils zwei Fotos. 100 der Teilnehmer werden eine Komparsenrolle im Film »Der Himmelsstürmer« bekommen. (Foto: Buthke)

Traunstein. Riesengroß war das Interesse am Filmcasting für den ARD-Film »Der Himmelsstürmer«. Mehr als 300 Menschen bewarben sich am Samstag bei der in Traunstein ansässigen Firma Spreadfilms, die von der Münchner Bavaria Fernsehproduktion mit dem Casting beauftragt worden war. Es gab mehr als dreimal so viele Bewerber, denn lediglich 100 Komparsenrollen werden vergeben.


Andreas Ramelsberger, Geschäftsführer der Firma Spreadfilms, war sehr zufrieden mit der Resonanz. Schließlich hat er jetzt die Qual der Wahl aus einem umfangreichen Bewerberkreis. Für das große Interesse war wohl mit ausschlaggebend, dass ausdrücklich keine Schauspiel- oder Statistenerfahrung für eine Bewerbung vorausgesetzt wurde. Dementsprechend breit gefächert waren die Voraussetzungen.

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Gage von 50 Euro für einen Drehtag

»Null Filmerfahrung« hat zum Beispiel Kreszenz Pfisterer aus Grassau, die sich aus reiner Neugier dachte: »Ich komme einfach mal vorbei.« Anders war es bei Arnaud Yoné aus Traunstein. Der gebürtige Kameruner hat während seiner Studentenzeit in Frankreich bereits in Werbefilmen mitgemacht. Auch das Bayerische Fernsehen hat schon einen Film über sein Leben gedreht.

Vor dem Büro der Filmfirma an der Ludwigstraße bildeten sich zeitweise lange Menschenschlangen und die Interessenten füllten ihre Bewerbungsbögen auf den Stufen sitzend aus. Darin wurde gefragt, an welchen der zehn vorgesehenen Drehtage in Traunstein der Bewerber Zeit hat. Wissen wollte die Produktionsfirma neben Namen und Anschrift beispielsweise Körper- und Schuhgröße, Konfektionsgröße, Brust-, Hüft- und Taillenumfang. Ebenso wurden besondere Fähigkeiten wie Zehn-Finger-Schreiben, Spielen von Instrumenten, Erfahrung als Kellner, medizinische Ausbildung, Mitglied bei der Feuerwehr usw. oder auch Kenntnisse von Fremdsprachen oder Dialekten abgefragt.

Danach ging es mit dem nummerierten Fragebogen zum Fotografen, der dem Bewerber ein Schild mit der Nummer des Fragebogens in die Hand drückte und zwei Fotos machte. Eins von vorne und eins im Profil. Die Szene erinnerte den neutralen Betrachter an die Prozedur beim polizeilichen Erkennungsdienst. Danach gab es noch ein kurzes persönliches Gespräch mit Ramelsberger und einer Mitarbeiterin. Deren Fragen richteten sich auf etwaige bisherige Filmerfahrung oder auch nach »Requisiten« wie einen Hund. Das war’s auch schon. Ob sie für eine Komparsenrolle verpflichtet werden, erfahren die Teilnehmer am Casting in der nächsten Zeit. Für einen Drehtag bekommen sie eine Gage von 50 Euro. Nach zehn Drehstunden werden für jede Überstunde fünf Euro bezahlt.

Drehstart in Traunstein ist am 26. September

Am 26. September beginnen die Dreharbeiten in Traunstein. Die Hauptrollen spielen Friedrich von Thun, bekannt aus der Fernsehserie »Die Verbrechen des Professor Capellari«, sowie Jule Ronstedt, die durch den Film »Wer früher stirbt, ist länger tot« einem breiten Publikum bekannt wurde. Der genaue Sendetermin des Films steht allerdings noch nicht fest. Nur so viel: Er wird zur besten Sendezeit der ARD am Freitagabend um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Bjr