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Große Veränderungen in der Pfarrei Heilig Kreuz

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Größere Veränderungen stehen in der Pfarrei in Heilig Kreuz an: Stadtpfarrer Georg Lindl (links) wird die Verantwortung für Heilig Kreuz mit übernehmen, nach einem Pfarrvikar, der sich um die Seelsorge in der Pfarrei kümmert, wird gesucht. Am Sonntag informierte Lindl die Gemeindemitglieder im Rahmen einer Pfarrversammlung. Pfarrer P. Ferdinand Zech (rechts) wird Traunstein im Juli verlassen, auch die Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut zieht sich aus Traunstein zurück.

Traunstein. Tiefgreifende Veränderungen gibt es in der Pfarrei Heilig Kreuz: Die 1952 von der Gemeinschaft der Missionare vom Kostbaren Blut gegründete Pfarrei bekommt eine neue Leitung – sowohl in der Seelsorge als auch in der Verwaltung. Die Kongregation zieht sich aus der Region zurück. Auch Pfarrer P. Ferdinand Zech wird Traunstein verlassen. Die Aufgaben des Pfarrers in Heilig Kreuz, deren Rundkirche auf dem höchsten Punkt Traunsteins steht, übernimmt vorerst Stadtpfarrer Georg Lindl, wie dieser in einer Pfarrversammlung erläuterte.


Rund 100 Gottesdienstbesucher waren zu der Versammlung geblieben und freuten sich darüber, dass offene Fragen nun zumindest teilweise geklärt werden konnten, auch wenn in der einen oder anderen Frage doch so manche Sorgen über die Veränderungen herauszuhören waren.

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Der Orden habe zunehmend Nachwuchsschwierigkeiten und gebe die Pfarrei vor allem deshalb an die Erzdiözese München-Freising zurück, sagte Lindl. Er wies darauf hin, dass er persönlich in der Pfarrei Heilig Kreuz »eigentlich nichts zu sagen habe«. Er habe sich während der Jahre der Zusammenarbeit mit Ferdinand Zech, der seit 2007 in Heilig Kreuz tätig ist, gut verstanden; man habe gut zusammengearbeitet.

Nun werde er ab 1. September auch Pfarrer von Heilig Kreuz. »Auf die Herausforderung freue ich mich«, sagte Lindl. Gleichzeitig habe man aber einen Pfarrvikar beantragt, der in Heilig Kreuz seelsorgerlich tätig sein solle, wogegen die administrativen und juristischen Aufgaben künftig in jedem Fall von St. Oswald aus von Pfarrer Lindl begleitet werden.

Das geistliche Leben in Heilig Kreuz müsse darunter aber nicht leiden, beruhigte er die Anwesenden. Er selbst werde in die Kirchenverwaltung und den Pfarrgemeinderat gehen: »Der Pfarrer bleibt da nicht in St. Oswald sitzen, sondern kommt zu ihnen rauf.« Das Pfarrbüro bleibe weiterhin in Heilig Kreuz im Kernschloss, das auch künftig im Eigentum der Gemeinschaft der Missionare vom Kostbaren Blut verbleibt. Auch solle nach dem Wechsel ein pastoraler Mitarbeiter nach Heilig Kreuz ziehen. »A G‘sicht muss da sein« machte der Stadtpfarrer klar. Er wolle mit seiner Präsenz und auch mit der nun abgehaltenen Pfarrversammlung die Angst und Unsicherheit nehmen, die vereinzelt bei den Gemeindemitgliedern bestehe. Gleichzeitig bitte er um Geduld für die Entscheidungsprozesse, die in München in der Diözese ablaufen würden.

Anschließende Fragen drehten sich darum, ob die Gottesdienste am Freitag und Sonntagabend weiter bleiben würden, was Lindl bejahte. Im Zusammenhang mit dem angrenzenden Altenheim machte er deutlich, dass in Richtung des Parkplatzes neu gebaut werde, es werde ein richtiges »Nobel-Altenheim« sagte er salopp.

Keine Veränderungen werde es auch in der Krankenhausseelsorge geben, wogegen in der Gefängnisseelsorge neue Regelungen anstünden. Seine Bitte an die Anwesenden und die gesamte Pfarrei war: »Sehen sie es als Chance – die Stadtkirche wächst zusammen.«

Josef Häusler brachte in seinem Diskussionsbeitrag der Anwesenden nach den Erklärungen des Stadtpfarrers zum Ausdruck, was wohl die meisten empfunden hatten: »Sie haben heute die Spitze der Angst genommen.« Man wolle die Lebendigkeit und das Erreichte in der Kirche bewahren und ausbauen. Klar sei für ihn: »In Heilig Kreuz geht nichts den Bach hinunter.«

Pfarrer P. Ferdinand Zech und damit auch die Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut wird Traunstein im Juli in Richtung Mindelheim verlassen und im Missionshaus und der Begegnungsstätte in Maria Baumgärtle eine neue Tätigkeit übernehmen. Die Verabschiedung ist für den 27. Juli geplant. Ganz werden die Verbindungen von Pfarrer Zech und der Kongregation nach Traunstein aber nicht abreißen: Das Kernschloss bleibt auch weiterhin im Eigentum der Gemeinschaft. awi